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Hitze gefährdet Kirchen und Orgeln
Kantorin in Holzhausen gießt täglich den Fußboden

Trockenheit und Hitze setzten nicht nur der Landwirtschaft zu, sondern gefährden auch Kirchengebäude und Orgeln. So sackt die Dreifaltigkeitskirche Holzhausen (bei Arnstadt) ab, die frisch sanierten Wände zeigen Risse, die Orgel kann nicht bespielt werden. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) prüft, inwieweit andere Kirchen betroffen sind.

Die Kirche in Holzhausen wurde mit der Orgel (erbaut 1788 durch Johann Michel Hesse) in den vergangenen Jahren aufwändig saniert. Gegenwärtig leiden beide massiv unter der Hitze. „Das Orgelkonzert mit Frauenkirchen-Kantor Matthias Grünert hätten wir beinahe absagen müssen“, berichtet Gabi Damm. Die Kantorin ist zugleich Mitglied des örtlichen Orgelbau-Vereins und gießt täglich den Steinfußboden der Kirche, um die enorm gesunkene Luftfeuchtigkeit wieder anzuheben. „Die Orgel wurde bei 70 Prozent Luftfeuchte gestimmt, jetzt haben wir teilweise nur 40 Prozent“, hat sie festgestellt.
Eine kritische Situation für alles, was aus Holz ist, und für Orgeln ganz besonders. Denn bei der „Königin der Instrumente“ sind zwar die sichtbaren Orgelpfeifen aus Metall, aber im Inneren befindet sich jede Menge Holz, darunter die Windladen als Herzstück. In den großen, luftdichten Kästen wird der Orgelwind aus dem Blasebalg zu den Pfeifen geleitet. „Wenn die Windladen wegen Trockenheit reißen, kann das teure und aufwändige Reparaturen nach sich ziehen“, erklärt Beate Friedrich. Die Orgelsachverständige des Kirchenkreises Arnstadt-Ilmenau macht sich Sorgen, wie die zahlreichen Orgeln den Sommer überstehen. „Ständer mit feuchten Handtüchern helfen enorm, ebenso das feuchte Wischen von Steinfußböden in den Kirchen“, rät sie. Vor allem in Hitzeperioden solle die Luftfeuchte regelmäßig kontrolliert und protokolliert werden. „Hygro- und Thermometer sind hilfreich, um die Gefahr zu erkennen und abzuwenden.“ Zudem rät die Sachverständige, Orgeln mit Balg-Anlagen auf dem Dachboden bei Hitze nicht zu nutzen. „Wird die ohnehin schon trockene Orgel bespielt, gelangt noch heißere Luft in ihr Inneres – das kann ihr Ruin sein.“
„Das Bespielen dieser Orgeln bei einer solchen Trockenheit kann katastrophale Folgen haben“, bestätigt Kirchenbaureferentin Karin Schneider vom Kreiskirchenamt Meiningen. Die ersten Schadensmeldungen seien schon eingetroffen. „Ich mag gar nicht daran denken, was da noch auf uns zukommt“, so Schneider.

In Holzhausen leidet nicht nur die frisch sanierte Hesse-Orgel unter der Trockenheit. Unter der Kirche verläuft eine Wasserader, die wegen der Hitze nicht mehr den nötigen Gegendruck zum Fundament aufbringt, weshalb die Kirche an zwei Ecken regelrecht absackt. Kantorin Damm: „Die frisch verputzten Wände zeigen überall tiefe Risse. Einer neben dem Balg der Orgel ist schon so breit, dass herabfallender Putz den erneuerten Orgelbalg beschädigt hat.“ Die Orgel wird vorerst nicht bespielt. „Ein Statiker hat Rissmonitore angebracht. Wir müssen jetzt abwarten, wie sich die Sache weiterentwickelt“, sagt Kirchenbaureferentin Schneider. Perspektivisch müsse wohl das gesamte Fundament saniert werden. Wenn Orgel und Kirche längere Zeit unbenutzbar sind, wäre das für die Kirchengemeinde ebenso bitter wie für den Orgelbau-Verein – sie hatten mit enormen Anstrengungen Kirche und Orgel gerade erst saniert.

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Pressemeldung Evangelische Kirche Mitteldeutschland



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