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Die Orgeln im Dom zu Aachen

Geschichte
Disposition
Die Zoboli-Orgel
Das Scholz-Orgelpositiv

Geschichte des Doms
Offnungszeiten / Führungen
Gottesdienste


Geschichte

Die erste Erwähnung einer Orgel diesseits der Alpen ist mit Aachen verbunden. Kaiser Konstantin aus Byzanz macht dieses Instrument im Jahr 757 dem fränkischen König Pippin dem Kleinen zum Geschenk. Später veranlaßt Karl der Große einen Nachbau. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, ob diese Orgeln für den Gebrauch im Gottesdienst bestimmt waren und wo sie gestanden haben.

Spärlichen Mitteilungen ist zu entnehmen, daß es in der Zeit des Mittelalters Orgeln in der Pfalzkapelle gegeben hat. Erst in der "Aachener Chronik" des Johannes Nopius ist wieder Genaueres zu erfahren: im Jahr 1628 baut der westfälische Meister Johannes Schade eine neue Orgel mit 24 Registern, die im Hochmünster im Joch hinter dem Königsstuhl ihren Platz findet. Im Jahr 1795 wird sie abgebrochen.

Einige Jahre vorher (1780) wurde eigens für die Chorhalle durch den Orgelbauer Johan Mathias Wyskirchen eine selbständige Orgel gebaut - ein Indiz dafür, daß auch damals schon die Schwierigkeit gesehen wurde, die heterogenen Räume Oktogon und Chorhalle gleichmäßig mit Musik zu erfüllen.

In der napoleonischen Zeit, in der Aachen erstmals - aber auf diese Zeit beschränkt - Bischofsstadt ist, wird unter dem ersten Aachener Bischof Marc Antoine Berdolet eine neue Orgel erworben, die von Peter Kemper aus Poppelsdorf erbaut wurde, allerdings ursprünglich für die Kirche St. Maximin in Trier bestimmt war. In drei Werke aufgeteilt, besaß sie vermutlich 41 Register und war im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin im Hochmünster auf der Grenze zwischen Oktogon und Chorhalle plaziert, vollendet 1809 durch den Lütticher Orgelbauer Graindorge.

Wenig spater, in den Jahren 1845/47 baut Wilhelm Korfmacher aus Linnich eine neue Orgel, bestehend aus drei Werken mit 42.Registern für den Dom, wenn auch unter Verwendung brauchbarer Teile der Vorgängerin. Standort ist nach wie vor die Raumgrenze Öktogon/Chorhalle, diesmal aber in einer Zweiteilung, die einen besseren Durchblick zwischen diesen Räumen ermöglicht. Im Jahr 1939 erfährt die Korfmacher-Orgel eine Neugestaltung und Erweiterung auf 65 Register, verteilt auf fünf Werke durch die Orgelbauwerkstatt Johannes Klais, Bonn. Dabei wird auch der bisherige Standort aufgegeben. Die Werke werden getrennt in den Jochen Nordost und Südost des Sechzehnecks im Hochmünster und als Schwalbennest, hoch an den Ostpfeilern des Oktogons hängend, verteilt. Ende der 60er Jahre häuften sich an diesem Instrument die Mängel, Teilfunktionen fielen ganz aus.

Nach vielen alternativen Überlegungen entschied sich die Orgelkommission für die Instandsetzung und Erweiterung der Klais-Orgel und beauftragte dieselbe Orgelbauwerkstatt, jetzt unter Leitung von Hans Gerd Klais, Enkel des Erbauers Johannes Klais. Die Standorte der Teilwerke Nordost und Südost wurden beibehalten, während die Schwalbennestorgel abgebaut und in erweiterter Form an der Raumgrenze Oktogon/Chorhalle ihren neuen Platz fand, als selbständige Orgel, von einem eigenen Spieltisch mechanisch bespielbar, aber gleichzeitig Teil der großen Orgel.


Disposition Nordost- und Südostorgel

Hauptwerk
(Nordost-Orgel)
Chorwerk
(Südost-Orgel)
Schwellwerk
(Südost-Orgel)
Pedal
(Nordost-Orgel)
Pedal
(Südost-Orgel)
Prinzipal 16' Bordun 16' Gedacktpommer 16' Offenbaß 16' Prinzipalbaß 16'
Octave 8' Prinzipal 8' Geigenprinzipal 8' Quintbaß 10 2/3' Subbaß 16'
Rohrflöte 8' Holzflöte 8' Liebl. Gedackt 8' Bartpfeife 8' Octavbaß 8'
Superoctave 4' Gemshorn 8' Gamba 8' Venizianerflöte 4' Spillpfeife 8'
Koppelflöte 4' Octave 4' Vox coelestis 8' Bauernflöte 2' Superoctave 4'
Quinte 2 2/3' Rohrflöte 4' Prinzipal 4' Hintersatz 6 fach Glöckleinton 2 fach
Doublette 2' Spitzquinte 2 2/3' Blockflöte 4' Bombarde 32' Baßtrompete 8'
Cornett 5 fach Superoctave 2' Octave 2' Bombarde 16'
Mixtur 6 fach Hohlflöte 2' Nasard 2 2/3' Trompete 8'
Cymbel 3 fach Terz 1 3/5' Sesquialter 2 fach Klarine 4'
Trompete 16' Mixtur 4-6 fach Scharff 4'
Trompete 8' Cymbel 4 fach Basson 16'
Glockenspiel Dulcian 16' Tromp. harm. 8'
Trompete 8' Hautbois 8'
Kopftrompete 4' Clairon 4'
Tremulant Tremulant

Koppeln: III/P; II/P; I/P; III/II; III/I; II/I
elektrische Traktur und Regierwerk
Schweller
Walze
Sequenzer
128 Setzer
Hochmünsterorgel zuschaltbar

Dispositon Hochmünster Orgel

I. Hauptwerk II. Positiv III. Echo Pedal
Praestant 8' Spitzflöte 8' Gedackt 8' Violon 16'
Sing. Gedackt 8' Quintade 8' Rohrgedackt 4' Gedackt 16'
Prinzipal 4' Praestant 4' Nasard 2 2/3' Prinzipalbaß 8'
Spielflöte 4' Holzgedackt 4' Flachflöte 2' Gedackt 8'
Waldflöte 2' Octave 2' Terz 1 3/5' Flöte 4'
Scharddmixtur 4 fach Quinte 1 1/3' Sifflet 1' Posaune 16'
Trompete 8' Glockenzymbel 3fach Tremulant Tromete 8'
Vox humana 8' Cromorne 8' Trompete 4'
Tremulant

Koppeln III-P, II-P, I-P, III-II, III-I, II-I
Mechanische Traktur
elektrisches Regierwerk
64 Setzer
Sequenzer

Die Zoboli-Orgel

Die im Sechzehneck des Aachener Münsters stehende Orgel stammt vom norditalienischen Orgelbauer Cesare Zoboli, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine größere Anzahl von Orgeln in der Region Emilia-Romagna erbaut hat.
Das Entstehungsdatum der Orgel dürfte um 1850 liegen.

Die Orgel vereinigt die Elemente der klassischen italienischen Orgel – lückenloser Prinzipalchor, in Einzelregister gegliedert, zusätzlich ein dreifaches Ripieno als Klangkrone. Zusätzlich zum Ripieno kommen typische Register der Romantik hinzu: Viola, überblasende Flöte, Prinzipalschwebung und als Besonderheit eine in Fagott und Trompete gegliederte Zungenstimme.
Das Instrument war an seinem ursprünglichen Aufstellungsort bereits vor mehreren Jahrzehnten unbrauchbar geworden. Das Gehäuse ging damals verloren. Das Pfeifenwerk sowie die Windladen und die Spieltraktur entstammen jedoch aus der Entstehungszeit.

Der ehemalige Diözesanbaumeister Franz Reidt entwarf das Orgelgehäuse im Stile der oberitalienischen Schrankorgel mit ihren klassizistischen Elementen und Formen.

Disposition:

Manual Pedal
Prinzipale 8’ Bass/Diskant Contrabassi 16’
Voce Umana 8’
Flauto 8’ Diskant
Ottava 4’ Bass/Diskant
Viola 4’ Bass
Flauto in VIII 4’ Bass/Diskant
Flauto in XXII 2 2/3’ Diskant
Decimaquinta 2’
Flauto in XV 2’ Diskant
Decimanona 1 1/3’
Vigesimaseconda 1’
Vigesimasesta 2/3', XXIX-XXXIII-XXXVI 3fach
Fagotto 8’ Bass

Tromba 8’ Diskant


Koppeln: Manual an Pedal;
Superoktavkoppel (Terza Mano)
Spielhilfen: Ripieno an/ab; Zungen an/ab

Das Scholz-Orgelpositiv

Seit dem Jahre 2004 steht für Gottesdienste in der Nikolauskapelle und für Domkonzerte ein neues Orgelpositiv zur Verfügung. Es wurde erbaut von der Firma Martin Scholz, Mönchengladbach.

Disposition:

Bourdon 8’ Bass/Diskant
Flöte 8’ ab c1
Prinzipal 4’ C-H als Quintade
Rohrflöte 4’
Nasard 2 2/3’ ab c1

Oktave 2’

Stimmung: Neidhard 1;
Transponiervorrichtung nach 415 Hz


Der Aachener Dom

Geschichte des Dom zu Aachen
Der Dom zu Aachen erhielt seine heutige Gestalt im Verlauf einer mehr als zwölfhundertjährigen Geschichte. Um 800 war der Kern, das Oktogon mit der Kuppel vollendet. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden die gotische Chorhalle (das "Glashaus von Aachen") und die Kapellen auf der Nord- und Südseite errichtet. Im 18. Jahrhundert kamen die heutige Ungarische Kapelle und der Portalvorbau hinzu. Das Dach der Kuppel wurde 1663/64 erneuert, der Turm 1884 vollendet.

In der Kirche, die das vornehmste Heiligtum seines Reiches war, fand Karl der Große (+814) seine letzte Ruhestätte. Seine Gebeine ruhen im Karlsschrein, der in der Apsis des Chores steht. Zwischen 936 (Otto I.) und 1531 (Ferdinand I.) sind hier 30 Könige und 12 Königinnen gesalbt, gekrönt und auf dem Throne Karls des Großen im Hochmünster inthronisiert worden. Im Lauf des Mittelalters wurde die „Königliche Kirche der heiligen Maria zu Aachen" neben Jerusalem, Rom und Santiago der bedeutendste Wallfahrtsort der Christenheit. Im Mittelpunkt der Wallfahrt, der sog. Heiligtumsfahrt, die seit 1349 regelmäßig alle 7 Jahre stattfindet, stehen die vier großen Aachener Heiligtümer (nächste Wallfahrt 2007).

1802 wird Aachen Bischofssitz (bis 1825). Die Neugründung des Bistums Aachen erfolgte im Jahre 1930. Zwischen 1880 und 1913 wurde die Dekoration (Mosaiken, Marmorverkleidung und Fußböden) angebracht. Die im 2. Weltkrieg zerstörten Glasfenster der Chorhalle sind 1951 durch die heutigen ersetzt worden.

Das überragende Hauptwerk der karolingischen Architektur ist heute eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler von europäischem Rang. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.


Öffnungszeiten / Führungen

Öffnungszeiten:
täglich 7.00 - 19.00 (Jan. - März 7.00 - 18.00)
keine Besichtigung während der Gottesdienste
(d.h.: werktags bis 11.00, sonntags bis 12.30 Uhr)
Rollstuhlfahrer: Bitte Taste am Domeingang nutzen.

Domführungen für Einzelgäste: Dauer 45 min.
Mo 11.00, 12.00 Uhr
Di-Fr 11.00, 12.00, (13.00),14.30, 15.30, (16.30, 17.30 Uhr)
Sa-So 13.00, 14.00, 15.00, 16.00, (17.00 Uhr)
Bei außerplanmäßigen Veranstaltungen können diese Führungen auch kurzfristig ausfallen.

Führungen für Gruppen:
Dom- und Schatzkammerführungen für Gruppen bedürfen der rechtzeitigen Voranmeldung unter
Tel.: 0241 - 47 70 91 27
Fax: 0241 - 47 70 91 50
E-Mail: Domfuehrung(at)dom.bistum-aachen.de

Treffpunkt und Info für alle Führungen:
Kasse der Domschatzkammer, Klostergassse


Gottesdienste
Montag bis Freitag: 7.00, 10.00 Uhr
samstags: 7.00, 8.00, 10.00 Uhr
sonntags: 7.00, 8.00, 10.00, 11.30 Uhr
(10.00 Uhr, Festliches Hochamt mit dem Aachener Domchor)


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-A-6
weiterführende Links

Webseite Dom Aachen
Webseite Aachener Dommusik



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