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Die Orgel in St. Marien zu Barth

Geschichte der Orgeln
Disposition der Maaß-Orgel von 1597
Disposition der Maaß-Orgel von 1794
Situation des Orgelbaus in Vorpommern im 19. Jahrhundert.
Technischer Aufbau und Intonationsmerkmale der Buchholz’schen Instrumente
Zur Baugeschichte der Buchholz-Orgel in St. Marien zu Barth

Kreise - buntes Gemeindeleben
Der Singkreis
Posaunenchor
Die Kindertagesstätte
Rundgang durch die Kirche
Die Glocken
Kirchenbesichtigung und Turmbesteigung
Kirchengeschichtliche Sammlung
Bibelzentrum Barth
Mitarbeiter der Kirchengemeinde


Geschichte der Orgeln

Der Stadt Barth wird am 17. April 1255 von Jaromar II. von Rügen das Lübische Stadtrecht verliehen. Bereits in dieser Zeit liegt der Baubeginn der St.-Marien-Kirche, die um 1450 vollendet ist. 1582 wird in Barth eine Fürstliche Hofdruckerei gegründet, in der zahlreiche Schriften gedruckt werden; besonders erwähnenswert ist hierunter die niederdeutsche Barther Bibel.

Ab 1727 werden in Barth Schiffe gebaut, dennoch gelangt Barth erst im 19. Jahrhundert zu wirtschaftlicher Blüte: 1872 sind fünf Werften und achtzehn Reedereien ansässig, daneben wird eine Königliche Navigationsschule gegründet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts nehmen einige Fabriken anderer Branchen ihre Produktionstätigkeit auf.

Schon 1451 wird in den Chroniken eine Orgel in St. Marien erwähnt, die den musikalischen Ansprüchen bald nicht mehr genügen kann. Am 11. April 1597 wird eine neue Orgel des Stralsunder Meisters Nikolaus Maaß eingeweiht. Maaß nutzt für seine Arbeiten die vorhandene Orgel, im engeren Sinne muss also von einem Um- und Erweiterungsbau gesprochen werden. Für das „große Werk“ baut er zwei neue Laden, auf jede Seite des Werks zwei Pedalladen. Er fertigt neue Bälge und baut Tremulanten für alle Werke ein.

Disposition der Maaß-Orgel von 1597

großes Werk
Rückpositiv Pedal
Principal 16 Fuß

Unterbaß 16 Fuß

Groß Octave 8 Fuß Gedactbaß 8 Fuß
Octave 4 Fuß Octavebaß 4 Fuß
Superoctave 2 Fuß Bauernpfeifenbaß 2 Fuß
Mixtur 6 Pfeifen Cimbelbaß 2 Pfeifen
Cimbalen 3 Pfeifen Trompetenbaß 8 Fuß
Offenflöte 4 Füßen Schalmeienbaß 4 Fuß
Spillpfeife 8 Füßen Cornetbaß 2 Fuß

Disposition der Maaß-Orgel von 1794

großes Werk
Rückpositiv
Pedal
Oberwerk Rückpositiv insgesamt 11 Register.

Unter anderem:

keine Angaben von 1794, wahrscheinlich wurde die Disposition von 1597 fast unverändert beibehalten.

Prinzipal 8 Fuß
 
Octav 4 Fuß  
Quintie 8 Fuß
Sub-Octav 4 Fuß
Gros-Octav 8 Fuß Hohlflötchen 4 Fuß
Grob Gedagt Regal
Cymbel
Mixtur 5fach

Die Orgel wird von 1785 an mehreren Reparaturen durch Orgelbauer Christian Kindt aus Stralsund unterzogen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt man, sich über einen Orgelneubau Gedanken zu machen. Mehrere Überlegungen werden verworfen, bis Johann Simon und Carl August Buchholz am 17. April 1819 einen Kostenanschlag einreichen.


Situation des Orgelbaus in Vorpommern im 19. Jahrhundert.

Vorpommern bietet für den Orgelbau im 19. Jh. fruchtbaren Boden, da die meisten Dorfkirchen noch ohne Orgel sind und viele vorhandene Instrumente in der Franzosenzeit zerstört wurden. Der Anschluss an Preußen und der wirtschaftliche Aufschwung zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Schiffbau in Barth) begünstigen die Situation des Orgelbaus in der Region. Die Kirchen selbst befinden sich in einer finanziell guten Situation und man hält den Bau von Orgeln für wünschenswert, schon aus Gründen der „Bildung des gemeinen Volkes“. So setzt in dieser Zeit eine regelrechte Orgelbaubewegung ein, die beispielsweise in Greifswald dazu führt, dass alle Kirchen in diesem Jahrhundert eine neue Orgel erhalten. In Stralsund erhalten u.a. St. Nicolai und St. Jacobi neue Instrumente.

Drei Firmen prägen die Orgellandschaft Vorpommern sehr wesentlich. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind dies die Firma Buchholz aus Berlin, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Firmen Grüneberg in Stettin und Mehmel in Stralsund. Ein Großteil dieser Instrumente ist bis in die heutige Zeit, oftmals gänzlich unverändert, erhalten geblieben. In den vergangenen vierzehn Jahren konnte eine beachtenswerte Anzahl restauriert werden. Aus organologischer Sicht kam die sozialistische Mangel-wirtschaft der Nachkriegszeit diesen Instrumenten sehr zugute, denn aufgrund der politischen und materiellen Gegebenheiten konnten die Orgeln nur gepflegt werden, „zeitgemäße“ Eingriffe in die Disposition in der Phase der Orgelbewegung konnten nur selten vorgenommen werden.


Technischer Aufbau und Intonationsmerkmale der Buchholz’schen Instrumente

In technischer Hinsicht zeigte sich die Firma Buchholz fortschrittlich und setzte dabei auch eigene Erfindungen in ihren Instrumenten um, wie Doppelventile, Oktavkoppeln oder in der späten Phase den Bau von Barkermaschinen. Eines der bedeutendsten Merkmale Buchholz’scher Orgeln ist zweifelsfrei der Bau der Keilschleifen. Die Schleifen, die keilförmig geschnitten sind, werden durch Federbänder in die ebenfalls keilförmigen Schleifenbahnen gedrückt. Damit ist stets große Flexibilität garantiert, bei gleichzeitiger Dichtheit des Systems, die angesichts der starken Luftfeuchtigkeitsschwankungen an der Küste sonst gefährdet wäre. Dieses System findet sich in nahezu allen Buchholz-Orgeln in Vorpommern, nicht jedoch in Barth. Sämtliche Werke in Vorpommern sind vollmechanisch, mit einer sehr übersichtlichen Trakturführung. Die Barkermaschinen in einigen größeren Instrumenten in Vorpommern wurden später von Grüneberg ergänzt, der sehr viele Instrumente erweiterte und nach dem Erlöschen der Firma Buchholz pflegte. Zwischen beiden Firmen bestanden familiäre Bindungen, so dass die Lehrlinge jeweils eine gewisse Zeit im anderen Betrieb zubrachten und sowohl mit technischen, als auch klanglichen Details vertraut gemacht wurden. So haben die Grüneberg’schen Veränderungen den Instrumenten niemals ihren Charakter genommen, im Gegensatz zu Eingriffen, die andere Orgelbauer vornahmen. Die Klanggestalt Buchholz’scher Orgeln zeichnet sich durch eine überaus milde Intonation aus, selbst im Organo Pleno wirken diese Instrumente niemals aufdringlich, obwohl Buchholz noch hochliegende Mixturen baute. Sie klingen leuchtend hell, aber niemals schrill. Als Klangkrone findet sich an kleineren Instrumenten meist keine Mixtur, sondern stattdessen eine Progressio harmonica 1-3fach, die meistens nicht repetierend ist, sondern ab c’ dreichörig durchläuft.

In Ledeburs Tonkünstler-Lexicon ist folgendes Zitat über Buchholz abgedruckt:
Die Orgeln von B. zeichnen sich durch vorzügliches Baumaterial, durch große Mannigfaltigkeit charakterisierter Klangfarben und durch unvergleichlich schöne und gleichmäßige Intonation und Ansprache aller, selbst der verschiedenartigsten Töne, aus. Diese herrliche Intonation, und somit die wohlthuende Wirkung der ganzen Or-gel, hat vorzüglich darin ihren Grund, dass bei der Intonation jeder Pfeife nur das zugemuthet wird, was sie ihrer Natur nach, vollkommen schön leisten kann; über diese natürliche Schönheitslinie geht B. nie hinaus. Diesem denkenden und in seinem Fache vorwärts strebenden Künstler verdankt die Orgelbaukunst auch mehrere in der Praxis bewährte Erfindungen, darunter besonders die „Keilschleifen“, die nicht, wie früher, beledert, sondern luftdicht abgeschlossen sind; ferner die „Doppelventile“ zur Erleichterung der Spielart und endlich die Vereinfachung und Verbesserung der von Barker erfundenen pneumatischen Maschinen, von Sachkennern als höchst zweckmäßig zur Anwendung bei grösseren Orgelwerken dringend empfohlen.*

* Das Urtheil über C.A. Buchholz rührt von einem ausgezeichneten Sachkenner her.“

Ein Schicksalsschlag, der 1917 alle Buchholz-Orgeln in Vorpommern trifft, ist die Beschlagnahmung sämtlicher Prospektpfeifen zu Kriegszwecken; als Folge davon sind heute nur noch die Innenpfeifen der im Prospekt stehenden Register original erhalten


Zur Baugeschichte der Buchholz-Orgel in St. Marien zu Barth

Dem Kostenanschlag von J. S. Buchholz ist ein Anschreiben beigelegt, in dem Buchholz auf das geplante Instrument eingeht:

„Hoffentlich wird dieses Orgelwerk nach beikommendem Entwurfe ganz Ew. Wohlgeboren Wünschen genügen, und Ihrer großen Kirche angemessen, wird diese vor allem in der Gegend sich auszeichnende Orgel an Stärke, Fülle, Schönheit und Mannigfaltigkeit der Disposition, Hinsichts der Quantität und Qualität gewiß den Beifall jedes Kenners haben.“

Die Kirchengemeinde kümmert sich zügig um die Finanzierung des Orgelneubaus, so dass der Vertrag mit Buchholz am 12. Juli 1819 besiegelt werden kann. Den Bau des Gehäuses soll die Gemeinde vor Ort besorgen lassen; der Aufbau der Orgel soll ab April 1821 erfolgen. Die Arbeiten an Bälgen und Windladen beginnen wenig später in Berlin. Am 16. Januar 1820 teilt Buchholz mit:

„Ew. Wohlgeboren beehren wir uns hiermit ergebenste Gezeige zu machen, dass die zum Neubau der Orgel, für Ihre St. Marien Kirche, gehörigen Blasebälge und Windladen nunmehr in ihren sämtlichen einzelnen Theilen bearbeitet, und bis, bei sehr trockener Frühjahrsluft, vorzunehmender Belederung, hergestellt sind. Gegenwärtig geschieht die Anfertigung der großen hölzernen Pfeifen, wovon bereits drei Pedalstimmen fertig sind.“

Die Arbeiten gehen zügig voran. Buchholz schreibt am 10. August 1820:

„Ew. Wohlgeboren beehren wir uns hiermit ergebenste Anzeige zu machen, dass die Anfertigung der sämtlichen Regierwerkstheile, Canäle, hölzernen Pfeifen, Schlosser und Bildhauerarbeiten für die neu zu erbauende Orgel Ihrer St. Marien Kirche, beendigt und bereits mit Herstellung der zinnernen Pfeifen aufs thätigste Fortschritte gemacht werden.“

Die regelmäßigen Fortschritte zeigen, dass die Arbeiten in Berlin perfekt organisiert sind und in Barth mit einer fristgemäßen Aufstellung des Instruments gerechnet werden kann. Am 18. Februar 1821 teilt Buchholz mit, dass alle Orgelteile fertig gestellt sind:

„Ew. Wohlgeboren beehre ich mich hiermit ergebenste Anzeige zu machen, dass die Anfertigung sämtlicher Orgelgeräthschaften gegenwärtig beendigt und der Transport nach Ihrer St. Marien Kirche sogleich mit eröffneter Schiffahrt geschehen soll.“

Die Orgelteile werden per Schiff von Berlin über Stettin und Wolgast nach Barth geliefert. Die Tatsache, dass über den Transport und den Aufbau der Orgel keinerlei Schriftstücke existieren, deutet darauf hin, dass auch hier alles reibungslos verlaufen sein muss. So kann Buchholz am 16. August 1821 ankündigen, dass die Arbeiten im September abgeschlossen sein werden. Laut einer Inschrift an der Rückwand der Orgel wird die Orgel am 31. August 1821 der Gemeinde übergeben.. Am 1. September 1821 schreibt Buchholz:

„Unterschriebener macht sich hierdurch verbindlich, alle bei Prüfung eines sachverständigen Examinators sich ergebenden Fehler an der neu erbaueten Orgel in der hiesigen St. Marien Kirche, die als Folge einer nicht tüchtigen Ausführung des Planes vom 16ten Aprill 1819, oder ebenangeführter Disposition zuwider, zu beweisen sind, auf seine Kosten abhelfen und verbessern zu wollen.“

Es lässt sich nicht mehr in Erfahrung bringen, wer die Orgel abgenommen hat, oder ob sie überhaupt abgenommen wurde. Grüneberg, der für diese Aufgabe vorgesehen war, konnte die Revision aus terminlichen Gründen nicht vornehmen. Weitere Dokumente über eine Orgelabnahme liegen nicht vor.

Die Orgel hat nach ihrer Erbauung folgende Disposition:

Hauptwerk Oberwerk Kleinpedal
Principal 16’ Principal 8’

Principal 16’

Quintat’ Bordun 16’

Subbaß 16’

Principal 8’ Gedact 8’

Gemshorn 8’

Rohrflöte 8’ Salicional 8’

Octava 4’

Viola da Gamba 8’ Octava 4’

Nasard 5 1/3’

Nasard 5 1/3’ Rohrflöte 4’

Waldflöte 2’

Octava 4’ Fugara 4’

Posaune 16’

Gemshorn 4’ Nasard 2 2/3’

Cornetta 4’

Superoctava 2’

Flageolet 2’


Quinte 2 2/3’ Larigot 1 1/3’

Großpedal

Terz 1 3/5’ Decima quinta 1’

Violone 16’

Cornett 4fach Mixtur 4fach

Violoncello 8’

Progressio harmonica 3-5fach Fagott 16’

Groß Nasard 10 2/3’

Trompete 8’ ab c0 Fagott 8’ / Hautbois 8’

Contra Posaune 32’

Trompete 8’ Fagott 8’

Manualkoppel, Sperrventile zu HW, OW, Kleinpedal und Großpedal

Nach 1856 erhält die Orgel auf Wunsch des Königs von Carl August Buchholz einen neuen Prospekt, der sich in die neugestaltete Kirche einfügt. Der erste Prospekt wird im klassizistischen Stil gestaltet gewesen sein - Zeichnungen oder Risse davon sind nicht erhalten. Die jetzige neogotische Prospektfassade wird bei der Umgestaltung des Kirchenraumes vor dem alten Gehäuse angebracht. Gleichzeitig wird der Wunsch artikuliert, die Orgel um zusätzliche zarte Stimmen, Flöten und Streicher zu erweitern. Buchholz selbst sendet am 1. Juni 1863 einen Kostenanschlag, der jedoch nicht zur Ausführung kommt . Weitere Überlegungen von Mehmel im Jahre 1867 bleiben ebenfalls unausgeführt.

Am 10. Mai 1878 wendet sich der Organist Dieck erneut in dieser Sache an den Gemeindekirchenrath:

„Unsere Orgel ist unstreitig sehr gut gebaut und sie hat zur Zeit ihrer Erbauung eine gewisse Vollkommenheit gehabt; sie hält aber heute eine Concurrenz mit neueren Orgeln nicht mehr aus, weil sie von den in den letzten 50 Jahren auf dem Gebiete der Orgelbaukunst gemachten Erfindungen noch nichts erhalten hat. Jeder fachkundige Beschauer vermisst sofort die neueren Flötenstimmen, die mit ihrem zarten und lieblichen Ton besonders beim gottesdienstlichen Gebrauch von so angenehmer Wirkung sind. Der Tonschweller fehlt auch noch, wodurch es möglich gemacht wird, beim Spiel ein Crescendo und Decrescendo hervorzubringen. So, wie bei vielen Orgeln, die noch nach altem Stil gebaut waren, diese Neuerungen mit gutem Erfolg angebracht worden sind, lässt auch die hiesige Orgel eine derartige Vervollkommnung sehr leicht zu. Es lässt sich auf zweifachem Wege erreichen, entweder durch Hinzufügung eines 3ten Manuals, oder durch Veränderung der jetzt bestehenden Disposition. Dem ersteren Wege ist entschieden der Vorzug zu geben, es ist in der Orgel noch Platz für das Pfeifenwerk, die Abstracten und die Claviatur vorhanden. Da unsere Orgel Fülle und Kraft genug hat, braucht dies 3te Manual nur klein zu sein, 6 Register würden vollständig genügen, wozu sich am meisten eignen werden:
1, Geigenprincipal 8’
2, Hohlflöte 8’
3, Lieblich Gedact 8’
4, Flauto traverso 8’
5, Flauto dolce4’
6, Aeoline 8’
Dieses 3te Manual erhält den Namen Fern- oder Echowerk, es wird mit einem Holzkasten umgeben, oben mit Jalusien verschlossen, die durch Fußtritte vermittels Mechanik beliebig geöffnet und geschlossen werden können, wodurch ein An- und Abeschwellen des Tons ermöglicht wird.
Wenn unsere Orgel diese Erweiterung empfängt, so hat sie bedeutend an Werth gewonnen, sie wird nicht nur beim Gottesdienste eine angenehme Abwechslung darbieten können, sondern auch bei Kirchenconcerten von schöner Wirkung sein, überhaupt allen Anforderungen genügen.“

Erst Barnim Grüneberg, der mit einer größeren Instandsetzung des Instruments beauftragt wird, kann die Erweiterung 1896 umsetzen und fügt der Orgel ein drittes Manualwerk hinzu, welches er in einen Schwellkasten stellt.

Erste Überlegungen zu den Arbeiten, die Grüneberg 1896 ausführt, werden von M. Arndt, dem Organisten der Marienkirche, angestellt, die er am 25. August 1895 in einem Antrag zur „Verbesserung der Kirchen-Orgel“ zusammenfasst.

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die schwergängige und geräuschvoll arbeitende Mechanik der Orgel. Arndt schlägt den Einbau einer Barkermaschine vor, um die Orgel „leistungsfähiger“ zu machen. Weiter bemängelt er den Mangel an Achtfuß-Stimmen im Hauptwerk. Hier schlägt er statt der „wirkungslosen Terz 1 3/5’“ die „Einsetzung einer Hohlflöte 8’“ vor. Darüber hinaus wünscht er sich die Einrichtung eines Fernwerks mit Schweller,

„das etwa acht schöne, sanfte Register (sogenannte Solisten) in sich vereinigte. […] Die Disposition könnte folgende sein:
1. Geigenprincipal 8’
2. Lieblich Gedackt 16’
3. Viola d´amour 8’
4. Flauto traverse 8’
5. Rohrflöte 4’
6. Aeoline 8’
7. Fugara 4’
8. Cornet 3fach
In unsrer schönen Kirche mit ihrer großartigen Akustik müsste ein 3. Manual, das neben dem Oberwerke reichlich Platz hat, herrlich klingen, und unsere Orgel wäre ein Werk, das allen Anforderungen der Neuzeit entspricht, und das nicht nur durch majestätische Kraft und Fülle, sondern auch gleich neben derselben durch sanfte, liebliche Stimmen zu wirken imstande wäre - eine Zierde unserer Kirche.“

Die Arbeiten werden wunschgemäß in Angriff genommen und später von Arndt abgenommen. Über das Fernwerk äußert er sich besonders positiv:

„Die Intonation dieses Werkes, besonders die der ersten vier Register, macht dem Er-bauer alle Ehre.“ Weiter schreibt er: „Elegant sind die drei neuen Manual-Klaviaturen. Die Untertasten haben Knochenbelag, die Obertasten sind von Eben-holz. […] Einen besonderen Vorteil gewährt die pneumatische Maschine. Während früher bei gekoppelten Klaviaturen gewöhnliche Fingerkraft kaum ausreichte, ist die Spielart jetzt leicht und angenehm. Die Maschine besteht aus 56 kleinen Bälgen, die sämtliche Ventile bestimmt und sicher ziehen. […] Der Achtfußton des Hauptwerkes ist durch Einsetzung einer Hohlflöte 8’ bedeutend verbessert. […] Der volle, runde Ton, der stärker ist als der des Prinzipal 8’, giebt dem Werke eine sichere Grundlage. […]

So hat denn Herr Grüneberg durch Verbesserung und Neubau in unserer Kirche ein Werk geschaffen, das allen Anforderungen entspricht, und das in vollkommenerem Maße imstande ist, den frommen Wunsch zu erfüllen, welchen der selige Erbauer (Buchholz) am 31. August 1821 mittelst Bleistift an die Hinterwand des Gehäuses schrieb:

C.A. B - z, den 31. Aug. 1821.
Noch dauern mögst in späten Tagen
Und rühren vieler Menschen Ohr;
Und mögst mit den Betrübten klagen
Und stimmen zu der Andacht Chor!!!“

Mit den genannten Veränderungen und den notwendigen Reparaturen wird die Orgel in Barth 1896 allen Ansprüchen an eine „moderne“ Orgel gerecht.

In den Folgejahren sind nur kleine Reparaturen erforderlich. Der nächste größere Eingriff ist der Ausbau der Zinn-Prospektpfeifen 1917, die 1937 durch Reinhold Heinze aus Kolberg in Zink ersetzt werden.

1964 führt Eule aus Bautzen eine größere Reparatur und einen Umbau der Orgel durch. Dabei werden eine Pedalkoppel (HW/Ped) eingebaut und einige Veränderungen an den Wellenbrettern vorgenommen. Die Hohlflöte von Grüneberg wird wieder durch die Terz ersetzt, die jedoch nicht nach Buchholz-Vorbild mit zu engen Mensuren gebaut wird. Da die Schallbecher der Contraposaune 32’ sehr verwurmt sind, werden sie entfernt, die Stiefel mit Köpfen, Bleikehlen, Zungen und Krücken aber in der Orgel belassen. Da die Mensuren 1964 abgenommen worden sind, konnten sie jetzt rekonstruiert werden. Nicht zuletzt muss erwähnt werden, dass Eule das Instrument durch eine rigorose Holzwurmbehandlung gerettet hat, denn der Holzwurm hatte seine Spuren nicht nur an den Schallbechern der Contraposaune hinterlassen, sondern fast sämtliche Weichholzteile befallen und die Orgel damit ernsthaft in Gefahr gebracht.

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt ist man sich des unschätzbaren Wertes der Orgel bewusst, und es ist nicht zuletzt Emil Handkes Verdienst, dass die Restaurierung sehr sorgfältig vorbereitet wurde. Der Orgelbauwerkstatt Kristian Wegscheider gilt Dank, dass die Orgel heute wieder in ihrer vollen Schönheit erklingen kann.

Klanglich ist das Instrument in seiner Geschlossenheit ein Instrument von europäischer Bedeutung, denn nach der Buchholz-Orgel in Brasov (Kronstadt) in Rumänien besitzt diese Orgel den größten originalen Pfeifenbestand der berühmten preußischen Orgelbauerfamilie. War die Barther Buchholz-Orgel bereits zu ihrer Erbauungszeit ein herausragendes Instrument, so wird sie dies auch in Zukunft sein und bleiben. Möge der Wunsch Buchholz’ für noch lange Zeit erfüllt bleiben.


Kreise - buntes Gemeindeleben

Zu unserer Gemeinde gehören eine Reihe munterer und aktiver Kreise und Gruppen.

Besuchsdienstkreis: Er besteht aus etwa 10 Personen, die sich "auf die Fahnen" geschrieben haben, ältere Gemeindeglieder zum Geburtstag zu besuchen. Der Kreis trifft sich monatlich und bereitet die Besuche vor.

Mutter-Kind-Kreis: Er trifft sich 14tägig mittwochs. Mütter kommen mit ihren kleinen Kindern, um miteinander bei einer Tasse Tee über ihre Probleme zu reden und mit den Kleinen zu spielen..

Ökumenische Gymnastikgruppe: Mit Frau Papst leistet er "konfessionsübergreifend" Körperarbeit - eine ganz überraschende Form des ökumenischen Miteinanders in unserer Stadt. Montags

Barther Singkreis. Kirchenmusikdirektor Emil Handke hat diesen übergemeindlichen Chor 1973 gegründet. Im Jahr 2004 macht er Pause und die ca. 60 Sängerinnen und Sänger musizieren unter der Leitung von Guido Düwell. Dienstags 19:30 Uhr.

Gesprächskreis: Singles und Paare treffen sich monatlich bei Pfarrerin Pilgrim zu thematischer Arbeit und lockerem Gespräch.

Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr von Suchtgefahren (AGAS): Unter Leitung von Erwin Kuhn lädt diese Arbeitsgemeinschaft alle die Menschen mit Suchtproblemen sowie deren Angehörige ein.
14tägig mittwochs abends für alle, die Suchtprobleme haben sowie deren Angehörige.

Gemeindenachmittag: Monatlich einmal sind besonders die Senioren zu interessanten Themen sowie Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus in der Papenstraße eingeladen.

Junge Gemeinde: Die trifft sich mit Anne Pilgrim im Bungalow in Barth West. Jugendliche ab der 9. Klasse sind herzlich eingeladen. Freitags ab 19:00 Uhr.

Kindergottesdienst: Ein ganzes Team ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen gestaltet wöchentlich auch den Godie für Kids. Sonntags 10:00 Uhr

Gemeindebrief: Ein kleines Team zeichnet als Redaktionskreis für den Gemeindebrief verantwortlich und eine 30 -Personengruppe bringt ihn in die Häuser der Abbonnenten!

Meditative Kirchenführung: Seit vier Jahren findet wöchentlich im Sommerhalbjahr donnerstags eine meditative Kirchenführung zur Nacht statt. Die große mittelalterliche St. Marien-Kirche, die zu diesem Anlass nur kerzenerleuchtet ist, eignet sich dazu besonders. 15 Ehrenamtliche gewährleisten Woche für Woche die Veranstaltung für Barther und Gäste. Im Sommer donnerstags 22:00 Uhr.

Ohne die vielen Ehrenamtlichen in unserer Gemeinde ist diese Arbeit nicht zu leisten! Und natürlich nicht ohne die Gemeindeleitung, den Gemeindekirchenrat, der diese Arbeit, die Finanzen, die Bauten, die Ländereien, den Friedhof, unsere Evangelische Kindertagesstätte und vieles andere mehr verantwortet.


Der Barther Singkreis

bereichert seit Jahren das kirchenmusikalische Leben in Barth, in der Region und in Norddeutschland.

Die etwa 60 Mitglieder der Chores aus der Region Barth proben unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Emil Handke wöchentlich - meist größere Werke.

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Posaunenchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Barth

Im Jahr 2003 feierte der Bläserchor in der Barther St. Marien-Kirche sein 50. Gründungsjubiläum. Die etwa zehn Bläser proben wöchentlich freitags um 18.30 Uhr.

Sie gestalten die sonntäglichen Stunden der Landeskirchlichen Gemeinschaft und die zahlreichen besonderen Gottesdienste der Gemeinde musikalisch. Daneben sind zahlreiche "Bläsertermine" wahrzunehmen:

Festveranstaltungen
- Andachten (z.B. auf dem Friedhof am Ostermorgen um 7 Uhr und am Totensonntag um 14 Uhr)
Geistliche Abendmusiken
Kranzniederlegungen am KZ-Mahnmal ...

Große Ereignisse sind auch
- die Bläsertreffen der Landeskirchlichen Gemeinschaft,
- jährliche adventliche Bläsermusiken im Kerzenschein in Greifswald mit mehr als 300 Bläsern und mehreren tausend Besuchern,
- die Partnerschafts- Bläserbegegnungen mit Chören in oder aus Hamburg-Altona ...


Ev. Kindertagesstätte

In unserer KITA werden 66 Krippen- und Kindergartenkinder (0 - 6 Jahre) betreut.
Die Einrichtung ist Teil der Gemeinde. Die Vermittlung christlicher Werte ist den Erzieherinnen sehr wichtig.
Gemeinsam wird Frühstück und Mittag gegessen. Ein Mittagsschlaf ist für Kinder in dem Alter noch wichtig.

Kontakt:
Ev. Kindertagesstätte
Papenstraße 5
18356 Barth


St. Marien in Barth - Rundgang

Die St. Marien-Kirche in Barth ist ein norddeutscher gotischer Backsteinbau, eine dreischiffige Hallenkirche. Der frühgotische Chor mit Kreuzrippengewölben läßt die Grundsteinlegung um 1250 vermuten. Vollendet war der Bau mit dem nachträglichen Anbau des Turmes um 1450.

Die Kirche wurde 1333 zuerst erwähnt, seit 1340 unter dem heutigen Namen. Aus der Zeit um 1400 stammt das Deckengemälde im ersten Kreuzgewölbe des südlichen Seitenschiffes. Es zeigt Christus als Weltenrichter.

Das Kircheninnere wurde im Laufe der Jahrhunderte oft verändert. Die letzte umfassende Umgestaltung war von 1857-1863 unter der Leitung des Schinkelschülers Friedrich August Stüler (1800-1865). Nach seinen Entwürfen wurde der Altar mit Baldachin, die Kanzel, die Emporen und die ornamentale Gestaltung des Altarraumes sowie der Orgelprospekt angefertigt. Die verzierte Kanzelabdeckung, in Form eines reichgegliederten Turmes, wurde vom Barther Tischleraltmann Schlie gearbeitet. Zu beiden Seiten des Altars befinden sich die Sakristeien und wurden als Beichträume genutzt. In der Mitte der Kirche hängen drei Kronleuchter aus Messing. Der mittlere ist wohl ein Geschenk des damaligen Bürgermeisters Kaspar Kümmelberg (1577-1655), eines Sohnes dieser Stadt, sein Grabstein liegt nahe der Fünte (Tauffaß). Die anderen beiden Leuchter, wofür der Deckel des Tauffasses eingeschmolzen wurde, beschaffte die Kirchengemeinde 1589 und 1590 von dem Stralsunder Gelbgießer Dominicus Slodt.

Bogislav XIII. residierte von 1574 bis 1603 in Barth und hat viel für diese Stadt getan. Direkt unter der Kanzel steht die Fünte, ein Rotguß aus der Zeit um 1350, die einzige Bronzetaufe in Vorpommern. Das achteckige Faß war zum Untertauchen des Täuflings bestimmt. Die acht Ecken werden durch Menschenköpfe betont und unten durch Tierköpfe. In den gotischen Giebelreihen um das Tauffaß sind jeweils paarweise Apostel, Heilige und Gruppen aus biblischen Geschichten zu sehen.

Von den Grabplatten des Langhauses zeigen manche die Hausmarken der hier beigesetzten Barther Familien. Die fünfteilige Gedenktafel mit 286 Namen von Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde vom damaligen Kriegerverein gestiftet.

Im südlichen Teil (ehemalige Taufkapelle) befindet sich ein kleines Museum, das die kirchengeschichtliche Sammlung beherbergt. Zu den Schätzen dieser Kirche gehört eine alte und reichhaltige Bibliothek. Das bedeutendste Werk ist die Plattdeutsche Barther Bibel von 1588. Sie ist in der Fürstlichen Hofdruckerei Bogislaws XIII. zu Barth unter Aufsicht von Hans Witte gedruckt worden.

Die Höhe des Kirchturmes beträgt 80 Meter, 180 Stufen führen zur Aussichtsplattform in Höhe der Zifferblätter. Die Glocken stammen von 1585 (große Bronzeglocke) und von 1925 (2 Eisenglocken als Ersatz für die im 1. Weltkrieg eingeschmolzenen Bronzeglocken).

Die Außenrenovierung erfolgte von 1992-1996: Neueindeckung der gesamten Dachfläche, des Turmes und des Dachreiters, wobei auch am Dachstuhl umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig waren. Fünf Fenster konnten bisher neu aufgemauert und verglast werden (West- und Nordseite). Die Sanierung des Mauerwerkes an Turm und Kirchengebäude ist ebenfalls geschehen.


St. Marien in Barth - Die Glocken

Die Glocke mit dem Ton "e" war unter der Orgelempore zu sehen und anzufassen.Die St.Marienkirche besaß 3 große Glocken (1 aus Bronze, 2 aus Stahlguß), die einen wohltönenden Klang erzeugten. Ursprünglich waren alle Glocken aus Bronze. Im ersten Weltkrieg wurden alle Gocken abgebaut, um für Waffen eingeschmolzen zu werden. Die große Bronzeglocke hat die Zeit überstanden und wurde aus Hamburg wieder nach Barth auf den Turm gebraucht. Die weiteren 2 wurden aus Stahlguß in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhundert neu gefertigt.

Im Dezember 1997 ergab ein Gutachten, daß die beiden Stahlglocken durch Korrosion stark beschädigt seien. Sie könnten beim Läuten jederzeit bersten und zur Gefahr für Menschen und den Turm werden. So erklang das volle Geläut am 31. Dezember um 17 Uhr und am 1.1.1998 um 0 Uhr zum allerletzten Mal. Vom 17-Uhr-Geläut gibt es eine Tonbandaufnahme, die Interessierte auf Anfrage erhalten können.

Das Norddeutsche Fernsehen und die Presse berichtete über die Barther Glocken, deren Geläut den Barthern sehr wertvoll ist. Die Gemeinde rief zu Spenden auf. Bald konnten notwendige Arbeiten beginnen.

Der Turmhelm ist mit einer Stahlkonstruktion verstärkt und die Glockenstube in ihren Originalzustand zurückgebaut worden. Das waren die Voraussetzungen, die erst geschaffen werden mussten, um neue Glocken im Turm zu installieren.

Der Gemeindekirchenrat beschloß, noch 2000 die Glocke Nummer 3 anzuschaffen. Soviel Geld war schon zusammen gekommen, besonders dank der großzügigen Spende der Stadt Barth. Damit haben wir noch nicht genug Geld für ein volles Geläut von 3 Glocken, sind aber einen großen Schritt auf dem Wege dahin weiter.

Historisches Foto mit allen drei Glocken, vorn die beiden Eisenglocken, hinten die Bronzeglocke.Glockenguß am 8. Dezember
Endlich war es soweit! Unsere Glocke "Nummer 3" mit dem Ton "e" wurde am Freitag, dem 8. Dez. um ca. 15 Uhr in der Glockengiesserei Bachert in Heilbronn gegossen! Kirchemusikdirektor Emil Handke war stellvertretend für die Gemeinde dabei.

Wir sammeln weiter und hoffen auf die größere Glocke, die Nummer 2 mit dem Ton "d".

Am 16. Jan 2001 wurde die Glocke "Nummer 3" auf den Turm gezogen und montiert. Die Weihe und das erste Läuten erfolgte im Festgottesdienst am 21. Januar 2001 in der Kirche.

An dieser Stelle soll im Namen des Gemeindekirchenrates allen Spendern herzlichst gedankt werden und der Hoffnung Ausdruck verliehen werden, dass wir es gemeinsam schaffen werden, auch das Geld für die Glocke Nummer 2 aufzubringen.


Kirchenbesichtigung und Turmbesteigung

Sie können natürlich die St.Marienkirche besichtigen und den Turm bis zur Höhe der Turmuhrzifferblätter besteigen. Die Anstrengung des Aufstiegs ist schnell vergessen, wenn Sie weit in die einmalige Vorpommersche Boddenlandschaft blicken oder die kleine Stadt von oben betrachten. Bei sehr guter Sicht sind sogar die Kreidefelsen der dänischen Insel Møn zu erkennen und natürlich der Dornbusch von Hiddensee.

Blick über den Barther Bodden zur Halbinsel ZingstÖffnungszeiten der Kirche:
Mo-Fr 10 - 16 Uhr
Sa 10 - 15 Uhr

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Turmbesteigungen sind während der Kirchenöffnungszeiten bis 1/2 Stunde vor Schließung möglich.
Kirchenführungen, auch für Gruppen, sind nach Absprache möglich (Tel 038231-2785 oder 2787).


Kirchengeschichtliche Sammlung


In der südlichen Seitenhalle befindet sich ein kleines Museum, das die kirchen geschichtliche Sammlung beherbergt.

Johann Joachim Spalding (Präpositus-Superintendent und theologischer Schriftsteller) von 1757-1764 in Barth, danach Oberkonsistorialrat und Propst an der Sankt Nikolai-Kirche in Berlin.




Plattdeutsche Barther Bibel (Drucklegung 1584-1588) aus der Fürstlichen Druckerei zu Barth. 1616 Seiten, mit 100 Holzschnitten, coloriert, unter Aufsicht von Hans Witte gedruckt.

Die Apostelbilder von Giese waren im Chorraum der Kirche von 1822-1859 aufgehängt.

Geschnitzte Christusfigur von Rudolph Schadow (ehemalige Altarfigur von 1819)


1822 gemalte Bilderfolge mit acht Darstellungen zum Leben Jesu, Geburt, Passion, Auferstehung und Himmelfahrt von dem Greifswalder Maler Christian Johann Gottlieb Giese (1787-1838). Zu der Zeit war die Kirche von dem Greifswalder Johann Gottfried Quistorp zu einem Predigtsaal mit Kanzelaltar umgestaltet worden.



Hölzernes Kruzifix um 1500.
Zwei Gruppen Anbetender von einem Altarschrein Anfang 16. Jahrhundert





Niederdeutsches Bibelzentrum St.Jürgen Barth

In der historischen Hospitalkirche St. Jürgen (13. Jh.) am Rande der kleinen Altstadt finden Sie eine besondere Ausstellung. Das Haus, nach umfassender Restaurierung am 31.10.2001 eröffnet, ist behindertengerecht ausgebaut. Es lädt Einzelbesucher, Familien und Gruppen allen Alters ein.

Auf 660 qm Ausstellungsfläche wird der Weg der Bibel durch die Jahrhunderte gezeigt, und ihr Inhalt auf unterschiedliche Weise erfahrbar gemacht. Der Grafikdesigner Wolfgang Sohn (Barth) sowie das Designerehepaar Ute und Gerhardt Ostertag (Stuttgart) zeichnen für die Gestaltung verantwortlich.

- Auf zwei Etagen wird über die Geschichte der Stadt Barth, das Hospitalwesen, St.Georg und über die Bibel als prägendes Buch für Kirche und Gesellschaft informiert
- Besucher können an einer Gutenberg-Buchdruckerpresse drucken, sich am Computer und im Internet über biblische, historische und weltanschauliche Fragen informieren.
- In der oberen Etage befindet sich eine Inszenierung biblischer Aussagen mit modernen Mitteln.
- In der mittelalterlichen Kapelle ist Raum zur Stille und zum Nach-Denken.
- In einer Cafeteria sind Getränke und im Shop Kalender, Karten, Bibel-Literatur, exotische Sämereien und Souvenirs zu erwerben.
- In einem kleinen Garten am Haus wachsen Pflanzen der Bibel.

Anlass für das Barther Bibelzentrum: Im Jahr 1588 ließ Herzog Bogislaw XIII. in der Boddenstadt die Bibel in einer niederdeutschen Übertragung des Luthertextes drucken. Er regierte damals von Barth aus Teile Pommerns.

Das "Herzstück" des Bibelzentrums ist ein Exemplar dieser Barther Bibel.

Schulklassen, Schülergruppen, kirchliche Kinder- und Jugendgruppen können mit ihren Lehrern und Leitern die pädagogischen Möglichkeiten des Hauses für ihre Arbeit in verschiedenen Fächern und Gebieten nutzen.

Studierenden, Religionspädagogen, Lehrer-, Erzieher- und Pfarrerkollegien sowie anderen Gruppen bietet das Haus Möglichkeiten für Seminare.

Um neben der Ausstellung vielfältige Bildungsarbeit leisten zu können, entsteht 2002/2003 ein Funktionsgebäude mit Seminar- und Konferenzräumen.

Das dazugehörige Freigelände von fast 4000 m² eignet sich für Jugendcamps und internationale Jugendbegegnungen.

In der Kapelle, die 50 Plätze hat, finden kleine Konzerte, Lesungen, Andachten und Diskussionsrunden statt. Veranstaltungen...

Das Bibelzentrum St. Jürgen Barth ist eine Einrichtung der Ev. Haupt-Bibelgesellschaft Berlin.

Öffnungszeiten
täglich (außer Montag) 10 - 18 Uhr


Mitarbeiter der Ev. Kirchengemeinde

Pfarramt:
Annemargret Pilgrim, Pfarrerin, Gemeindebereich I
Annekatrin Steinig, Pfarrerin, Gemeindebezirk II

Gemeindearbeit:
Frau Reiff: Katechetin, Gemeindepäd. MA,
Herr Guido Düwell: Kirchenmusik

Büro:
Frau Papst: Friedhofswesen, Gemeindebüro (Tel.: 038231- 2787)
Frau Engelmann: Archivwesen, Kirchenbücher
Herr Klissing: Büro Offene Kirche, Kirchenführung, Turmbesteigung,


Literatur:
Festschrift zu den 700-Jahrfeiern der Greifswalder Kirchen. Hrsg. im Auftrag der Ev. Lan-deskirche Greifswald und des Kirchenkreises Greifswald-Stadt. Greifswald: o.Verl., 1980
Kümmerle, Salomon [Hrsg.]: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik. Gütersloh: Bertelsmann, 1888-1895
Ledebur, Carl Freiherr von:
Tonkünstler-Lexicon Berlins von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Berlin: Verlag von Ludwig Rauh, 1861
Orgelakten der St.-Petri-Kirche zu Altentreptow
Orgelakten der St.-Marien-Kirche zu Barth
Orgelakten der St.-Bartholomaei-Kirche zu Demmin
Orgelakten der St.-Nicolai-Kirche zu Stralsund
Pape, Uwe: Buchholz. In: Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Bd. 3. Kassel:
Baerenreiter, 2000
Prost, Dietrich Wilhelm: Das Wirken des Orgelbauers Buchholz in Vorpommern. In: Acta
Organologica, Bd. 20. Alfred Reichling [Hrsg.]. Kassel: Merseburger, 1988
Prost, Dietrich Wilhelm:
Stralsund als Orgelstadt. Orgeln und Orgelbauer im praktisch- theologischen Dienst für die Kirchen Stralsunds. Diss. Greifswald: Eigenverl., 1991
Prost, Dietrich Wilhelm: Stralsunds Orgeln. Lauffen: Rensch, 1996
Scheffler, Christian: Die Grüneberg-Orgel in der St. Petri-Kirche zu Altentreptow. Be
standsaufnahme, Restaurierungskonzeption. Sieversdorf, 2000
Scheffler, Christian:
Die Buchholz-Grüneberg-Orgel in der St. Bartholomäuskirche zu Demmin. Untersuchungsbericht Arbeitskonzeption. Sieversdorf, 1997
Wangemann, Otto:
Geschichte der Orgel und der Orgelbaukunst von den ersten Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Aufl. Demmin: Frantz, 1881
Wegscheider, Kristian:
Die Buchholz-Orgel in St. Nicolai zu Stralsund. Bestandsaufnahme und Restaurierungskonzeptionen. Dresden, 1998
Wegscheider, Kristian:
Die Buchholz-Orgel in der Marienkirche zu Barth. Bestandsaufnahme
und Gedanken zur Restaurierungskonzeption
. Dresden, 1995


Alle Informationen und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-B-6

weiterführende Links

Webseite Buchholz-Orgel
Webseite Ev. Kirche Barth



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