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Die Orgel der Thomaskirche in Düsseldorf (Mörsenbroich)

Informationen zur Orgel
Disposition


Informationen zur Orgel

Nach Einweihung der Thomaskirche im Februar 1960 existierte zunächst ein kleines provisorisches Instrument, das auch noch vorhanden war, als ich im März 1961 nach Düsseldorf-Mörsenbroich kam; über Alter und Disposition kann ich leider nichts mehr sagen. Die heutige Orgel wurde etwa im Frühsommer 1962 von Paul Ott errichtet und eingeweiht; sie ist wie damals üblich im neobarocken Stil disponiert und intoniert worden und umfaßt 25 klingende Register, verteilt auf 2 Manuale (Haupt- und Schwellwerk) und Pedal. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Die Spieltraktur wird über sog. Holzabstrakten betätigt – diese Bauweise ist sehr solide und wahrscheinlich ein wesentlicher Grund dafür, daß das Instrument bis heute ohne größere Störungen durchgehalten hat.

Ihren neobarocken Klang hat sie bis heute im großen und ganzen beibehalten, bis auf drei kleinere Eingriffe: 1989 wurde die Orgel überarbeitet und der Prinzipalchor insb. Im Hauptwerk mit einem volleren, gleichzeitig aber etwas weicheren Klang versehen; das 8´- Krummhorn im Schwellwerk, das wie bei vielen Orgeln aus den frühen 60ern eher wie eine Vox Humana klang, wurde ersetzt durch eines mit barocker Prägung, das im Klang an das gleichnamige Blasinstrument nahe herankommt und z.B. auch zur Interpretation mittelalterlicher Musik genutzt werden kann. 2009 wurden die 16´- Quintade zurückhaltender intoniert und der 16´- Subbaß im Pedal etwas hervorgehoben, so daß er auch im Bereich der Großen Oktave solo einsetzbar ist. Durch die Beschränkung auf kleine und sehr einfühlsame klangliche Korrekturen ist die Orgel heute immer noch ein lebendiges Zeugnis der Klangvorstellungen, wie sie zur Zeit ihrer Errichtung die evangelische Kirchenmusik bestimmt haben, und deshalb vielleicht schon beinahe ein historisches Instrument.

Heute errichtete Orgeln klingen anders, was zum großen Teil daran liegt, daß sie romantische Musik und auch solche aus anderen europäischen Ländern möglichst authentisch wiedergeben sollen. Interessant ist aber, daß auch und gerade von Orgeln wie der unsrigen die Impulse ausgegangen sind, die zu einem Umdenken in puncto Klangbild geführt haben. Als sie – und ihre vielen Schwesterinstrumente in anderen Kirchen – konzipiert wurden, beschränkte sich das Blickfeld jedenfalls in der evangelischen Kirchenmusik im wesentlichen (Ausnahmen hat es sicher auch damals gegeben) auf die wenige Jahrzehnte zuvor wiederentdeckte Barockmusik und die Werke der damals zeitgenössischen Komponisten einschließlich der Anfänge der Neuen geistlichen Lieder. Die damals tätigen Organisten, insbesondere diejenigen, die frisch von der Musikhochschule kamen, hatten dort aber eben auch romantische Musik und Orgelwerke aus anderen Ländern kennen- und schätzen gelernt. Sie spielten diese Musik nun auf „ihren“ Instrumenten, die (eigentlich) dafür ebensowenig ausgelegt waren wie die Räume, in denen sie standen. Dass das nicht immer zu guten Ergebnissen führte, zeigte dann ein Vergleich mit dem Klang der wenigen authentisch erhalten gebliebenen Orgeln aus der Zeit um 1900, was mit den Anstoß dafür gab, dem Klang dieser älteren Instrumente wieder etwas „entgegen zu kommen“. Ich werde dieser Ära, die sicherlich ca. 20 Jahre dauerte, auch im Rahmen der Jubiläumsfeier gebührenden Raum geben, war doch die Wiedergabe romantischer Werke auf neobarocken Orgeln in der 60er- und 70er Jahren fast schon eine eigene Kulturströmung, weil man eben nichts anderes hatte.

Konzerte mit solchen Aufführungen haben auch bei uns stattgefunden. Wenn man solche Werke auf neobarocken Orgeln zu Gehör bringt, geht das nicht ohne klangliche Kompromisse, die in aller Regel auf Kosten der Authentizität gehen; das eine oder andere Stück geht wahrscheinlich überhaupt nicht. Andererseits klingt noch immer jede Orgel anders – daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn man aber versucht, dem romantischen Klang möglichst nahe zu kommen und bei der Wahl der Register auch unkonventionelle Wege nicht scheut, dann können auch neobarocke Orgeln auf diesem Gebiet sich hören lassen , vorausgesetzt, der Raum, in dem sie stehen, ist nicht zu klein.

Autor: Dr. Friedemann Becker
Organist der Gemeinde

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Disposition
erbaut 1957 von Orgelbau Ott (Göttingen)

Hauptwerk I (C-g3) Brustwerk II (C-g3) Pedal (C-f1)
Quintade 16' Metallgedackt 8' Subbaß 16'
Prinzipal 8' Prinzipal 8' Prinzipalbaß 8'
Holzflöte 8' Rohrflöte 4' Gedacktbaß 8'
Gedackt 8' Gemshorn 2' Nachthorn 4'
Oktave 4' Sesquialter 2fach Koppelflöte 2'
Nasat 2 2/3' Quinte 1 1/3' Mixtur 4fach
Oktave 2' Scharf 3-4fach Posaune 16'
Mixtur 4-6fach Krummhorn 8' Trompete 4'
Trompete 8' Tremulant

Koppeln: II/I; II/P; I/P

mechanische Spieltraktur
elektrische Registertraktur
Schleiflade
Handregister - 2 freie Kombinationen

Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde und Dr. Becker
OI-D-34
weiterführende Links

Webseite Thomaskirche Düsseldorf



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