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Die Orgel der evangelischen Kirche in Düsseldorf (Urdenbach)

Geschichte der Orgeln
Ursprüngliche Disposition
Disposition der Peter-Orgel

Disposition nach Rekonstruierung

Die Geschichte der Gemeinde
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Geschichte der Orgeln

Fast 60 Jahre nach der Erbauung der evangelischen Kirche in Urdenbach wurde auch die erste Pfeifenorgel dieser Kirche im Jahre 1754 fertiggestellt. Wilhelm Schöler aus Bad Ems erbaute diese Orgel, von der noch heute die barocke Gehäusefront (Prospekt) mit ihren vergoldeten Schleierblättern und der thronenden Davidsskulptur original erhalten ist. Die bis dahin typische, musikarme Tradition fand ein Ende.

Im Jahre 1885 wurde die Orgel versetzt und musste einem größeren romantischen Werk aus dem Hause Ibach weichen. Im Jahr 1958 erhielt die Kirche eine neue Orgel, ein Instrument der Firma Peter (Köln) im neobarocken Stil, im Gehäuse der Schöler-Orgel. Diese Orgel ist heute so mangelhaft, dass eine Rettung unmöglich erscheint. Darum entschieden sich Gemeinde und Kirchenkreis, die Schöler-Orgel sanieren, bzw. rekonstruieren zu lassen.


Die Orgel nach der Rekonstruktion/Restaurierung 2013


Ursprüngliche Disposition

Manual C-c3, 49 Tasten Pedal C-f0
Quinta dena 8' Subbass 16'
Buordun 8' (2' *) Principal 8'
Principal 4'
gems horn 4'
Floete travair 4'
Quinta 3'
Octav 2' * 2. [2' = Länge der offenen c1-Pfeife]
Mixtur 3fach 1'
vox humana 8'
Tremulant ad lubitum

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Disposition der Peter-Orgel von 1958

Hauptwerk I C-g3 Nebenwerk II C-g3 Pedal C-f1

Holzflöte 8'

Gedackt 8'

Subbass 16'

Prinzipal 4'

Schnabelflöte 8' ab c

Offenbass 8'

Nasat 2 2/3'

Rohrflöte 4'

Choralbass 4'

Waldflöte 2' Prinzipal 2' Rauschquinte 2 2/3' 3-4f

Mixtur 1 1/3' 3-4f

Cymbel 1' 3f

Trompete 8'

Krummhorn 8'

Tremulant

Normalkoppeln: II/I, II/P, I/P als Tritt
Tremulant zum Nebenwerk als Tritt
Mechanische Spieltraktur und elektrische Registertraktur mittels Registerzügen.


Disposition nach Rekonstruierung (ab 2013)
Rekonstruierung: Orgelbau Fasen

Hauptwerk
C - f''' (oberes Manual)
Unterwerk
C - f''' (unteres Manual)
Pedal
C - d'
Bourdon 8' Bass / Diskant, Holz, C-h° gedeckt, ab c' offen Gedact 8' Bass/Diskant, C-h° Holz, ab c' Metall Subbass 16'
Viol di Gamb 8' C-H mit Quintadena, ab c° Metall Flöte travier 8' Diskant Principal Bass 8'
Quintadena 8' Bass / Diskant, C-H Holz, ab c° Metall Rohrfleut 4' Octav Bass 4'
Principal 4' Prospekt Salicional 4' Posaun Bass 16'
Gemshorn 4' Nasard 3'
Quinta 3' Waldflöte 2'
Octav 2' Quinta 1 1/2'
Tertia 1 3/5' Vox humana 8' Bass / Diskant
Mixtur III 1' Metall, repetiert C, c°, c' Kanaltremulant
Trompet 8' Bass / Diskant

Koppeln: UW/HW; HW/P; UW/P
Nebenregister: Cimbelstern, Nachtigall, Kuckuck

Die Geschichte der Gemeinde

1838 Gemeinde Monheim wird selbständig.

1839 Beitritt der reformierten Gemeinde zur Union.

1905 Pfarrbezirk Benrath wird errichtet (immer noch Gemeinde Urdenbach).
Dasselbe 1920 Holthauisen, dasselbe 1964 Garath. 1947 Benrath und Holthausen eigene Gemeinden, 1967 Garath.

1959 Ackermann Pfarrer in Urdenbach.

1960 sporadische Gottesdienste am Schwarzen Weg und Zusammenkünfte der Frauenhilfe im Musikraum der Schule Südallee im späteren 2. Pfarrbezirk (Heilig-Geist-Kirche).

1961 regelmäßige Bibelstunden in der Schule Südallee. Waldgottesdienst zum Fest Christi Himmelfahrt am Schwarzen Weg

1962 zwei neue Presbyter (Findeisen, Schlipköter) für den späteren 2. Pfarrbezirk.
Der 2. Pfarrbezirk wird errichtet, „Pastor im Hilfsdienst“ Jürgen Koerver wird zum 1. November zur Verwaltung dieses Bezirkes zugewiesen und am 16. 12. in Urdenbach ordiniert. Er wohnt im Pfarrhaus Ackermann in der Angerstrasse, später in der Nesslerstrasse 16.

1963 regelmäßige Passionsandachten im 2. Pfarrbezirk. P. Koerver einstimmige zum ersten Pfarrer der 2. Pfarrstalle gewählt und am 20. Oktober eingeführt. Baracke auf dem 1958 gekauften Bauplatz für die Heilig-Geist-Kirche jetzt für Sprechstunden, Gemeindekreise, Kirchlichen Unterricht und Bibelstunde, später Gottesdienste.

1965 (10. 7.) Grundsteinlegung Heilig-Geist-Kirche und Gemeindezentrum. Gemeindeschwester Amanda Becker von Käthe Meckbach abgelöst.

1966 (18. 12., 4. Advent) Einweihung der Heilig-Geist-Kirche Südallee 98. Dortiger Kindergarten nimmt Arbeit auf.


Als der seit 1582 im Raume Benrath-Urdenbach wachsenden reformierten Gemeinde im Zuge der Gegenreformation Weihnachten 1616 die alte Kirche in Benrath samt Einkünften (Wiedenhof) abgenommen wurde, bekannte sich die Gemeinde am Neujahrstag 1617 – gewiss unter dem Einfluss ihres tatkräftigen Predigers Thomas Kolhagen (Straßenname in Urdenbach) – allen Widrigkeiten zum Trotz zum reformierten Glauben. Man zählte damals 300 Abendmahlgäste bei 90 Familien. Fast alle wohnten in Urdenbach (in Benrath standen damals außer dem ersten Schloss und der Kirche von 1005 nur wenige Bauernhöfe). In einem 1617 abgeschlossenen Vertrag sicherten die Gemeindeglieder dem Prediger aus eigenen Opfern ein jährliches Gehalt von 250 Talern zu. Obwohl im folgenden 30jährigen Krieg unendliches Leid und Unterdrückung über Gemeinde und Prediger hereinbrachen – „Gemeinde unter dem Kreuz“, seit Jahrzehnten Bezeichnung für unterdrückte Gemeinden –, hat immer ein „minister verbi divini“ (Diener des Wortes Gottes), so auch Arnold Bockhack (Strasse in Urdenbach), hier seines Amtes gewaltet, wogegen in Düsseldorf in etlichen Jahren Lücken im Pfarramt auftraten.

Nachdem zuerst in Privathäusern, dann in einem „Predigthaus“ an der alten, kleinen Brücke über den Itterbach Gottesdienst gehalten wurde, plante man 1685 den Bau der Kirche. Prediger Bernhard Meyer unternahm Kollektenreisen nach Frankfurt, Hanau, Heidelberg, Mannheim und in die Pfalz – vielfach in französische und niederländische Fremdengemeinden (Glaubensflüchtlinge) –, später der Schulmeister durch die Grafschaft Mark (bis Lippstadt). So konnte die Gemeinde am 16. Juli 1688 den Grundstein legen. Am 16. Mai 1693 versammelte sie sich zum ersten Gottesdienst in der neuen Kirche. Baumeister war Paul Reiner, der auch beim Bau des zweiten Benrather Schlosses („Wasserschloss") tätig war.

Die Architektur der Kirche ist mit ihrem rechteckigen – nicht kreuzförmigen – Grundriss auf holländischen Einfluss zurückzuführen, hatte man doch schon seit 1639 in Leiden, Den Haag und Amsterdam mit dem Bau sogenannter Zentralkirchen mit viereckigem, rundem oder polygonalem Grundriss Vorbilder geschaffen. Die Verbindung der Gemeinde zu den Niederlanden war sehr lebendig, zumal viele holländische Weber als Glaubensflüchtlinge an den Niederrhein und auch nach Urdenbach gekommen waren. So zeigt unsere Kirche von außen betrachtet eine durch Pilaster gegliederte, vollendete Symmetrie. Die Zahl 1691 über der Tür an der Dorfstraße gibt das Jahr der Errichtung des Portals an. Die andere Tür wurde „Büchentür" genannt nach dem dahinter liegenden Grundstück „unter den Büchen'" (d. h. „Buchen") worauf heute noch die „Bücherstraße“ und die „Böke Pomp“ hinweisen.

Das an den Schmalseiten gewalmte Satteldach der Kirche ist durch ein schlankes, quadratisches Türmchen gekrönt. Neben der Uhr hängen zwei kleine Glocken, deren eine, von Johannes Bourlet in Jülich gegossen, Ostersonntag, den 11. April 1694, zum ersten Mal erklang. Sie hat die Umschrift: VERBUM DEI MANET IN AETERNUM, d. h. Gottes Wort bleibt in Ewigkeit.

Anders als bei vielen reformierten Kirchen steht auf der Spitze des Türmchens kein Posaunenengel. Auch dieses Symbol ist holländischen Ursprungs. Nach neusten Forschungen hat es aber keine biblische Bedeutung, sondern verkündet – holländisch fame. d.h. Fama genannt – den Ruhm des siegreichen Oraniers „Wilhelmus von Nassauen“, ist also höchstens ein kirchenpolitisches Sinnbild. Ob sich die Urdenbacher aus diesem Grunde lieber für das alte biblische Sinnbild des Hahnes entschied. der an Petri Verleugnung gemahnt?

Das Innere der Kirche zeigt besondere Eigenarten: Während in lutherischen Kirchen der Altar in der Regel am Chorraum steht, stellten Reformierte die Kanzel gern an die Längsseite und ordneten ihr den Abendmahlstisch zu. Um dieses Zentrum gruppierten sie die Bänke in Hufeisenform. So entstand die typische „Predigtkirche", die an unserem Ort ihren reinsten Ausdruck fand.

Ein Jahr nach der Einweihung schmückte die barocke Kanzel das Gotteshaus, Blickpunkt der Gemeinde, gestiftet von den Gebrüdern Kappel, Kaufleuten zu Amsterdam und Elberfeld, Verwandte der Gerhard und Peter Kappel, deren Familien auf dem Kappeler Hof in Benrath und im Haus Endt in Urdenbach lebten. Das Kanzelpult ist 40 Jahre jünger. Die Umschrift: „Peter Urckhausen und dessen beyde Tochtern Gerdrut und Catharina Urckhausen verehren dieses den 14 Octo 1735“. Theodor Fliedner, der Gründer der Kaiserswerther Diakonie, hielt am 20. August 1834 anläßlich der Tagung der Kreissynode Düsseldorf von dieser Kanzel die einzige Predigt, die er selbst in Druck gab, weil er hier die Grundlage diakonischen Handelns darlegte. Die Leuchter auf dem Abendmahlstisch sind ein Geschenk der Familie Bokelmann um 1900. Das johanneische Kreuz wurde durch ein silbernes ersetzt. Die Bibel spendete 1980 die Frauenhilfe anlässlich des 300. Todestages Joachim Neanders („Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“).

Die Orgel wurde 1754 von dem bedeutenden Orgelbauer Schöler in Bad Ems erbaut. Ihr Äußeres (Prospekt) ist bis heute erhalten, in Düsseldorf einmalig. Das Werk wurde 1885 durch eine lbach-Orgel ersetzt und diese 1958 durch eine 19registrige Peter-Orgel (Köln). Die Schnitzfigur des Königs David mit der Harfe, Symbol der evangelischen Kirchenmusik, ist eine bäuerliche Arbeit aus dem 18. Jahrhundert.

Das Abendmahlsgerät, Kelch und Patene – in vielen Ausstellungen gezeigt –, trägt die Gravur der Stifterin. „Luise Prinzessin Friedrich von Preußen, geboh­rene Herzoginn zu Anhalt, den 30sten October 1826“. Diese hielt sich oft im Schloss Benrath auf, wohnte später im Schloss Eller (dort „Anhalter“- und „Bernburgerstrasse“), war also – die Gemeinde umfasste Eller, Wersten, Reisholz, Holthausen, Benrath, Garath, Baumberg, Monheim bis Hitdorf – hiesiges Gemeindeglied und zahlte jährliche „Kirchensteuer“: 33 Taler, 6 Silbergroschen und 4 Pfennige. Sie starb 1882, „Rede am Sarge“ durch den Urdenbacher Pfarrer. Für diese außergewöhnlich musische Frau – Aquarelle, Zeichnungen, Briefwechsel mit Schadow, Straße und Luisenschule nach ihr benannt – baute die Gemeinde den Prinzenstuhl gegenüber der Kanzel. Außer ihr sollen hier viele Mitglieder des Hohenzollernhauses, auch Kaiser Wilhelm I. (Manöveraufenthalt im Schloss), gesessen haben. Die Stühle – heute noch vier an der Orgel – kamen vom Schloss. Mit ihrem Gemahl, Prinz Friedrich von Preußen, Stadtkommandant von Düsseldorf, waren sie Nichte und Neffe König Friedrich Wilhelms III., des Initiators der reformiert-lutherischen Union von 1817 und seiner Gemahlin, der beliebten, bewunderten und unglücklichen Königin Luise.

Über alle Jahrhunderte seiner bewegten und reichen Geschichte wurde das Gotteshaus in Urdenbach nie zerstört oder schwer beschädigt. Sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg, als die Neanderkirche (1684) und die lutherische Kirche in der Bergerstraße in Düsseldorf (1687) den Bomben zum Opfer fielen, blieb die Urdenbacher Kirche verschont. So ist viel Museales erhalten geblieben. Um so wichtiger aber ist es, dass in ihren traditionsreichen Mauern die alte und immer neue Botschaft von Jesus Christus, um derentwillen diese Kirche gebaut wurde, über die Zeiten, erhalten bleibt und von der Gemeinde im "Ort am Bach" gehört wird.

Text: Helmut Ackermann, Düsseldorf


Ansprechpartner/Kontakt

Evangelische Kirche Düsseldorf-Urdenbach
Angerstraße 77
40593 Düsseldorf

Telefon: 0211/7100080
Telefax: 0211/7100081

E-Mail: gemeindebuero(at)ev-kirche-urdenbach.de


Mit freundlicher Genehmigung des Förderverein Reko-Schöler 1754 e.V. (Kantor Jörg-Steffen Wickleder)
Aktualisierung der aktuellen Disposition mit freundlicher Unterstützung von Frank Berger

Text und Informationen zur Gemeinde: mit freundlicher Genehmigung von Helmut Ackermann
OI-D-28
weiterführende Links

Webseite Ev. Kirche Urdenbach
Webseite Förderverein Schöler-Orgel



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