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Die Orgel in St. Cyprian und Cornelius Ganderkesee

Die Orgel
Disposition


Die Orgel

In Ganderkesee lieferte Schnitger 1699 in einer unaufwändigen Bauweise ein zweimanualiges Instrument (ohne Pedal) in der sehr kurzen Bauzeit von nur einem halben Jahr. Die Auftragserteilung fand am 19. April und die Fertigstellung am 17. Oktober statt. Schnitgers Werkstatt befand sich in diesen Jahren auf dem Höhepunkt der Produktivität. So wurden allein in der Stadt Bremen im Jahr zuvor mit den großen Werken im Dom und in der Stephanikirche im Mai 1698 insgesamt über 90 Register abgeliefert.

Das einfache Konstruktionsmodell in Ganderkesee wurde auch für Instrumente benutzt, die weit transportiert werden mussten. Wir finden diese Bauweise bei den beiden Werken Schnitgers, die sich heute in den Kathedralen von Faro (dem Hauptort der Algarve in Süd-Portugal) und Mariana (in der Provinz Minas Gerais in Brasilien) befinden. Die originalen Prospektpfeifen in Ganderkesee sind aus Blei gefertigt und überstanden die Konfiszierung der Zinnpfeifen im Ersten Weltkrieg. Ihr Klang ist sehr »vokal« mit unterschiedlichen Konsonanten in den Ansprachen und unterschiedlichen Vokalfärbungen im stationären Ton.
Die nicht erhaltenen Tastenbeläge bei den Manualklaviaturen Schnitgers sind bei der letzten Restaurierung nach dem Modell in Dedesdorf ersetzt worden, so dass auch hier die Spieler das ursprüngliche Spielgefühl erfahren können.
Das Pedalwerk wurde im 18. Jahrhundert seitlich hinzugefügt und erlaubt das Repertoirespiel in größerem Umfang.

Der bereits im späten 9. Jahrhundert erwähnte Ort erhielt um 1050 eine Sendkirche, die zum Mittelpunkt der westlich von Bremen gelegenen waldigen Gegend wurde. Heute steht in Ganderkesee eine dreischiffige Hallenkirche mit einem einschiffigen Chor in den Ausmaßen einer Stadtkirche. Die gotischen Gewölbe tragen zur eindrucksvollen akustischen Wirkung der Orgel im Raum bei.

Schnitgers Werk in Ganderkesee ist ein Beispiel für die Ökonomie in Bauweise und Registerfundus, die im Orgelbau des 20. Jahrhunderts eine große Aktualität gewann. In erster Linie fasziniert aber die Klangwirkung im Raum, die eine Vielfalt von Klangfarben mit Klarheit und Klangfülle verbindet.

Harald Vogel


Disposition
Arp Schnitger / Klapmeyer / Schmid / Lorenz

I. Hauptwerk CDEFGA - c“

II. Brustwerk CDEFGA - c“ Pedal CDE - d'

Principal (Prospekt) 8' o

Gedackt (Holz) 8' o

Principal (Prospekt) 8' +

Quintadena 16' o

Blockflöte (Holz) 4' o

Subbass 16' n

Rohrflöte 8' o

Octave 2' r

Octave 4' +

Octave 4' o

Spitzflöte 2' o

Posaune 16' +/++

Super Octave 2' o

Sifflöte 1 1/3' r Trompete 8' r
Wald Flöte 2' r

Scharff III r

Trompete 4' r

Quinte 1 1/3' r

Sesquialtera II r/o

Mixtur IV r

Trompete 8' r


Zeichenerläuterung:
o 1699 Arp Schnitger – Neubau
+ 1760 Johann Hinrich Klapmeyer – Hinzufügung eines Pedals
++ 1820 Johann Gerhard Schmid – Umbau des Pedals
r 2005 Heiko Lorenz – Restaurierung
n Heiko Lorenz – Neuanfertigung Subbass

Gehäuse: o
Windladen: Man. o
Ped. +
Klaviaturen: Man. o (Klaviaturbeläge r)
Pedal r
3 Keilbälge r
Manualschiebekoppel o
Tremulant o

Texte und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Presseabteilung Musikfest Bremen / Arp-Schnitger-Festival (Carsten Preisler)
Foto: Patric Leo
OI-G-33
weiterführende Links

Webseite Arp-Schnitger-Festival
Webseite Kirche Ganderkesee



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