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Die Orgel der Ev. Kirche Königstein (Sächsische Schweiz)

Allgemein
Erster Umbau
Zweiter Umbau
Dritter Umbau/Neubau
Disposition

Die Kirche
Verborgene Kreuze
Gemeindeleben


Allgemein

Jehmlich, Johann Gotthold, Dresden 1781-1862

Im März1843 begannen mit Johann Gotthold Jehmlich Verhandlungen über eine Reparatur und Erweiterung der vorhandenen alten Orgel von F.T. Kaiser. Jehmlich liess die Orgel untersuchen, riet aber ab und reichte am 1.10.1843 einen Kostenvoranschlag mit Disposition für einen Neubau der Orgel mit 2 Manualen und Pedal mit 25 Stimmen für 2350 Taler ein. Am 12.04.1847 Kontraktabschluss über den Bau der Orgel. Nach 7 Jahren Verhandlungs- und Bauzeit, war endlich am 14.12.1851 Orgelweihe der neuen Orgel.

„...welche überhaupt einer Silbermanschen Orgel nicht nachstehen, vielmehr noch nach 200 Jahren in einem brauchbaren Zustande sein wird. „ (aus dem Kostenanschlag Jehmlichs)


Erster Umbau

Im Sommer 1905 begannen mit den Gebr. Emil und Bruno Jehmlich, Verhandlungen über die Erweiterung und Reparatur der Orgel zu Königstein. Die Orgel war stark wurmbefallen und ihr Klang entsprach nicht dem Zeitgeschmack. Erstes Angebot für 981 Mark, Jehmlich empfahl jedoch den Neubau der gesamten Traktur, pneumatisch mit Kegelladen und freistehenden Spieltisch mit 6 Vorbereitung. Am 23.01.1906 Kostenanschlag und Disposition für einen Neubau der Orgel mit 28 klingenden Stimmen im alten Gehäuse unter Verwendung der meisten vorhandenen Register, für 6095 Mark. Vertragsabschluss am 17.06.1906. Nach weiteren Verhandlungen, unter dem Einfluss von Karl Straube (Thomaskantor zu Leipzig) wurde die Registerzahl auf 30 erhöht.. Weil das Gehäuse nun zu klein war, wurde das Oberwerk als Schwellwerk in das Turmzimmer hinter einen Jalousieschweller gestellt. Auch 6 Stimmen des Hauptwerkes. wurden in einen sep. Schwellerkasten gestellt. Terz, Flautino u. Sifflöte galten als „entbehrlich“ und wurden entfernt, hinzu kamen streichende und säuselnde Modestimmen. Fertigstellung am 12.09.1907 für 8050 Mark.

1917 Abgabe der Prospektpfeifen für Kriegszwecke.


Zweiter Umbau

21.10.1929 Kostenanschlag der Gebr. Jehmlich

Der Umbau erfolgte unter Verwendung und Ergänzung des vorhandenen Pfeifenmaterials und Beibehaltung der techn. Ausrüstung. Damit der Prospekt ca. 1,5m nach hinten gerückt werden kann, wurde der Teil des Hauptwerkes, welcher sich im eigenen Schwellerkasten befand, hinter die Laden des II. Manuals in den Turmraum gestellt. Zusätzlich mussten Teile des Pedals und Prinzipal 16´ vom Hauptwerk, seitlich vom Gehäuse angeordnet werden. Posaune 16´ wurde mit ins Schwellwerk gestellt. Das neue Rückpositiv wurde unter Verwendung von Taschen- oder Membranladen in die Emporenbrüstung gebaut. Die Prospektpfeifen wurden aus Zink neu gefertigt. Schleierbretter u. Turmbekrönung wurden entfernt.

Die architektonische Gestaltung des Rückpositivs, mit sehr vielen Blindpfeifen, orientierte sich nicht am Prospekt von 1851, sondern zeittypisch. Der Umbau war seit dem sehr umstritten.

Fertigstellung und Abnahme: 8.5.1930.

Für die Steuerung der Ventile waren viele kleine Bälgchen, ca. 3500 Stück, aus Ziegenleder zuständig. Die Lebensdauer der Bälge ist jedoch, je nach Qualität des Leders, auf 30 bis 90 Jahre begrenzt. Nur durch eine ständige Pflege und Reparatur war es möglich, dass die Orgel Sonntag für Sonntag bis zum letzten Tag vor dem Abbau, ihren Dienst verrichtet hat.

Die Orgel wurde wegen des Umbaues der Emporen und der Innenrenovierung 2001 abgebaut.


Dritter Umbau, Neubau

Das Konzept von 1929 befriedigte nicht, so dass schon 1947 erste Gedanken zu einem erneuten Umbau reiften. Das Rückpositiv behinderte die Sicht von der Empore und wirkte wie ein Fremdkörper. Nach ca. 70 Jahren war es nun erforderlich die Kirche wieder zu renovieren. Vorbild für die Innenrenovierung war die Gestaltung der Kirche von 1823. Durch eine Untersuchung wurde jedoch klar, dass „sämtliche Bestandteile der Orgel aus dem Jahr 1847 sowie die Windladen, das Pfeifenwerk, der Spieltisch und Balganlage von1907“ zu erhalten sind. Nach langen Verhandlungen ist nun ein sehr interessantes Konzept entstanden. I. u. II. Man. sowie Pedal sind nach dem Vorbild von 1851 mit Schleifladen und mechanischer Traktur unter Verwendung und Ergänzung des Pfeifenmaterials, als erster Bauabschnitt entstanden. Das Pfeifenmaterial wurde restauriert, und an ihre ursprüngliche Stelle gestellt (ab 1907 stand C auf Cis). Fehlendes wurde bauartgleich ergänzt. Schleifladen, mechanische Traktur und Spieltisch für 3 Manuale u. Pedal sind neu gefertigt. Die Windversorgung von 1907 wird beibehalten..

Der glänzende, transparente und kraftvolle Klang von 1851 ist schon nach der ersten Bauphase zu hören.

Einweihung: Ostern 2007

Im Zweiten Bauabschnitt wurden die romantischen Stimmen von 1907 in einem III. Manual auf ihre erhaltenen Windladen (Kegelladen) zusammen mit neuen Stimmen gestellt. Die Kegelladen von 1907 werden elektr. vom Spieltisch aus angesteuert, die Ventile jedoch weiterhin pneumatisch. Durch die Verwendung der Kegellade mit höherem Winddruck ist eine authentische Ansprache und Klang der romantischen Stimmen möglich (Registerkanzelle). Das III. Manual ist klanggünstig im Turmzimmer aufgestellt, zusätzlich eingehaust und mit neuem Jalousie-Schweller versehen.

Grosse dynamische Spannweite mit differenziertem Farbreichtum zeichnet dieses Manual aus.

Fertigstellung: Oktober 2008

Bauausführung: Orgelbaumeister Georg Wünning aus Großolbersdorf (Erzgebirge)
Weitere Infos: a.reiche(at)nexgo.de


Disposition

I. Manual Hauptwerk C-g´´´ mech II. Manual Oberwerk C-g´´´ mech
Prinzipal 16´ 1851 .Gedackt 8´ 1851
Octave 8´ 1851 Quintatön 8´ 1851
Rohrflöte 8´ 1851 Salicional 8´ 1851
Gambe 8´ 1851 Prinzipal 4´ neu
Octave 4´ 1851 Rohrflöte 4´ 1851
Gemshorn 4´ 1851 Nassat 2 2/3 neu
Quinte 2 2/3´ neu Octave 2´ neu
Octave 2´ 1851 Terz 1 3/5´ neu
Mixtur 4-fach 1851 Sifflöte 1´ neu
Quinte 1 1/3 Vorabzug Cymbel 3fach neu
Cornett 3-fach ab c' teilw. 1851 Oboe 8´ 1907
Trompete 8´ 1907 Tremulant




III. Manual Schwellwerk C-g´´´ elektr.-pneum. Pedal C-f´ mechanisch
Bordun 16' 1907 Prinzipalbaß 16´ 1851
Geigenprinzipal 8´ 1907 Subbass 16´ 1851
Harmonieflöte 8´ 1907 Octavbaß 8´ 1851
Violine 8´ 1907 Posaunenbaß 16´ 1851
Aeoline 8´ 1907
Vox Ceolestis 8´ ab c´ 1907 Transmission vom Hauptwerk
Gedackt 8' Bassflöte 8´
Fugara 4´ neu Violonbaß 8´
Flaute d´amour 4´ neu Octavbaß 4´
Waldflöte 2' 1907 Trompetenbaß 8´
Progressio 2-4fach neu Mechanische Schleifladen neu
Klarinette 8´ durchschlagend 1907 Kegellade von 1907 urspr. pneum.
jetzt elektro-pneumatisch

2.447 Pfeifen verteilen sich in
38 Registern auf 3 Manuale und Pedal, davon sind

212 von Holz,
172 von Zink und
2.063 von Zinn.

10 Register wurden neu gefertigt,
17 Register sind von 1851,
10 Register sind von 1907 und
1 Register (original Jehmlich) ist von „fremder“ Herkunft.

Neu gefertigt wurde fis³ u. g³ so wie ca. 155 schadhaften Pfeifen.
45 Prospektpfeifen von 1930 wurden neu lackiert.

Die größte Pfeife ist ca. 5m lang, die kleinste Pfeife ca. 1cm.

Aus Kostengründen wurde auf die Erneuerung der Prospektpfeifen so wie auf eine Setzeranlage zur Programmierung der Registereinstellung verzichtet.

Außen Barock, innen Klassizismus

Wer in unsere Kirche eintritt, wird verwundert sein über einen Innenraum, den er nicht erwartet. Der Unterschied zwischen innen (Klassizismus) und außen (Barock) erklärt sich durch den Stadtbrand im Jahre 1810. Damals brannte auch die barocke Kirche bis auf die Grundmauern nieder, Sie wurde dann äußerlich mit erheblichen Mühen wieder errichtet und innen dem klassizistischen Zeitgeschmack entsprechend gestaltet.

Einen Kanzelaltar in Form eines griechischen Tempeleingangs (ionischer Portikus) aus Sandstein hätten Sie sicher nicht in einer christlichen Kirche erwartet. Er ist gegen das Licht gestellt und war ursprünglich (1811) für eine Bemalung vorgesehen. Wenn das Sonnenlicht durch die klaren erneuerten Fenster auf den Altar fällt, lässt er seine lebendige Struktur hervortreten.

Im Giebel des Tempeldaches können Sie ein altes christliches Symbol entdecken: Das Dreieck mit dem Auge symbolisiert Gott. Wie die drei Seiten ein Dreieck bilden, so sind Vater, Sohn und Heiliger Geist der eine Gott, den die Bibel bezeugt. Das Auge im Dreieck steht für die Gegenwart Gottes an jedem Ort der Welt. Das Dreieck mit dem Gottesauge ist vor die Sonne gesetzt, deren Strahlen hinter den Wolken hervortreten. Mit dem Sonnensymbol wurde in der Zeit der Aufklärung die Hoffnung verbunden, dass sich die Vernunft, die Gott den Menschen geschenkt hat, endlich in der Welt durchsetzt. Am Anfang des 21. Jahrhunderts zeichnet sich dieser Hoffnung gegenüber eine große Skepsis ab.

Ähren und Weinreben links und rechts an der Altarwand, erinnern an Brot und Wein, wie Jesus sie beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern verwendet hat und die Palmwedel an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem. Das Kreuz auf dem Altartisch zeigt Jesus, den Sohn Gottes, in seinen Leiden und Sterben. Als Christen glauben wir, dass Jesus Christus stellvertretend für unsere Schuld gestorben ist und uns deshalb nichts mehr von Gott trennt.

Hinter dem Kreuz am Altar befand sich ursprünglich das Bild eines unbekannten Künstlers. Es zeigt den auferstandenen Jesus beim Abendmahl mit zwei Jüngern in dem Dorf Emmaus. Sein Verbleib ist ungeklärt.

Statt dessen hat Prof. Gunther Jacob aus Dresden 1999/2000 Ein Neues Altarbild geschaffen und unserer Gemeinde bis zum Erwerb als Leihgabe überlassen. Als abstraktes Werk ist es sicher nicht jedem Besucher sofort zugänglich. Mit seinem Bild will der Künstler keine konkrete Geschichte erzählen. Er lädt den Betrachter vielmehr ein, im Zusammenhang mit den Liedern, Texten und Gebeten des Gottesdienstes oder der stillen Besinnung selber eine Geschichte mit dem Bild zu haben. So kann es viele Geschichten erzählen, z.B. die Ostergeschichte oder von der Himmelfahrt Jesu oder vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Aber vielleicht entdecken Sie etwas ganz anderes! Nehmen Sie sich doch einfach etwas Zeit und lassen Sie das Bild auf sich wirken.

Der Taufstein in der Mitte des Altarplatzes ist genau in die Flucht von Altartisch und Kanzel gesetzt. So kommt der Auftrag der Kirche zum Ausdruck, nämlich die Menschen um die Sakramente (Taufe und Abendmahl) und Gottes gute Botschaft an uns zu sammeln. Diese Einheit ist Kennzeichen und Auftrag der Kirche.


Verborgene Kreuze wiederentdeckt

Durch Freilegungsarbeiten konnte die ursprüngliche Bemalung und Farblichkeit unserer Kirche von 1824 ermittelt werden. Das triste Grün der 30er Jahre ist in den Jahren 2001- 2003 den verschiedenen Ornamenten in hellen Farbtönen von weiß über ocker bis hellblau gewichen. Auch die Decken und Wandflächen sorgen nun wieder mit einem hellen Farbton für eine angenehme und lichte Atmosphäre in unserer Kirche.

Seit 1992 wird die Kirche grundlegend saniert. Vieles ist bereits erreicht: Die Turmdachhaut und die Fenster wurden völlig erneuert, das Kirchendach an der Nordseite neu gedeckt, der Glockenstuhl saniert und verfestigt, neue Bankheizungen eingebaut und Dach und Loge des Sakristeianbaus instandgesetzt.


Das Gemeindeleben in Königstein

Zu unseren Kirchgemeinden gehören mehr als 1400 Gemeindeglieder, die in 9 Orten und 4 Ortsteilen leben. In unserem ländlich geprägten Raum sind das zwischen 22 und 32 % der Bevölkerung. Trotzdem hat sich ein vielfältiges Gemeindeleben entwickelt.

Im Zentrum der Gottesdienst

Das Zentrum des Gemeindelebens ist auch bei uns der Gemeindegottesdienst. An den 5 Gottesdienstorten unserer Gemeinde versammeln sich durchschnittlich 200 Christen zum Gottesdienst. Neben den traditionellen Predigtgottesdiensten feiern wir auch Familiengottesdienste und Gemeindefeste oder schließen an den Gottesdienst ein Kirchenkaffee an.

Im Mittelpunkt die Familie

Darüber hinaus sind wir bemüht, unsere Angebote so zu gestalten, dass sie für (junge) Familien interessant sind. Deshalb gibt es in Königstein regelmäßig einen Kindergottesdienst, der parallel zur Predigt stattfindet. Für Väter bzw. Mütter mit Kleinkinder haben wir einen Raum eingerichtet, in dem die Erwachsenen den Gottesdienst mitverfolgen können, während ihre Kinder spielen, erzählen, malen...

"Wir sind die Kleinen in den Gemeinden"

In Vorschulkinderkreis, Christenlehre und Kindergottesdienst werden sie mit den Berichten der Bibel und mit Liedern und Traditionen der christlichen Feste und Feiertage bekannt gemacht. Sie gestalten Familiengottesdiensten, wie z.B. am Himmelfahrtstag im Wald, durch Lieder, Tanz oder Spielszenen mit aus.

Es singt und klingt

Ein Schwerpunkt unseres Gemeindelebens liegt im Bereich der Musik. Bei uns gibt es den Posaunenchor, die Chorsänger, den Flötenkreis, den Kindersingkreis.
Auch wenn der Schwerpunkt auf der traditionellen Kirchenmusik liegt, so sind doch gelegentlich auch moderne Klänge gut zu hören.

Nicht das Ende

Die Kirchgemeinde Königstein verwaltet auch den örtlichen Friedhof. Die Hanglage, seine Größe und die über viele Jahre vernachlässigte Pflege des Friedhofes haben unseren Verwalter (und besonders seinen "Amts-Vorgänger") und uns alle vor große Aufgaben gestellt. Wie schön er aber inzwischen wieder geworden ist, können Sie bei einem Besuch selber feststellen.

Natürlich gibt es auch noch viele andere traditionelle Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Darüber informieren wir Sie auf unserer Webseite.


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
OI-K-5
weiterführende Links

Webseite Kirche Königstein



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