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Die Orgel der Frauenkirche in Nürnberg

Die Geschichte der Orgel(n) in der Frauenkirche
Disposition der Klais-Orgel


Die Geschichte der Orgel(n) in der Frauenkirche Nürnberg

Die erste Orgel für die Frauenkirche wurde bereits vor 1377 angeschafft. Es war eine kleine „orgely“, die von dem Nürnberger Orgelbauer Hermann Keßler angefertigt wurde.

1442/1443 erbaute der Mainzer Orgelbauer Heinrich Traxdorf zwei Orgeln, eine große und eine kleine.

1464, also bereits 20 Jahre später erhielt Meister Ludwig aus Breslau den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel anstelle eines der beiden Traxdorf-Instrumente.

1498 wurde der steinerne „Orgelfuß“, eine Schwalbennestempore an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs, errichtet. Im Anschluss daran erfolgte ein erneuter Orgelneubau durch Konrad Rothenburger. Bei dieser Orgel dürfte es sich um das Instrument handeln, das auf dem Kupferstich Andreas Würfels von 1761 zu sehen ist, wobei das Brustwerk und das Rückpositiv vermutlich Zutaten aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sind. Über die Disposition dieser Orgel ist nichts bekannt.
Mit dem wirtschaftlichen Niedergang Nürnbergs im 17. und 18. Jahrhundert verstummen auch die Nachrichten über bedeutsame Orgelbaumaßnahmen.

Erwähnenswert ist aber das 1610 von der Werkstatt Steffan Cuntz und Nicolaus Manderscheidt erbaute Orgelpositiv für die Musikempore, das heute noch spielbar in der Musikinstrumentensammlung des Leipziger Grassi-Museums steht (die wohl älteste noch existierende Nürnberger Kirchenorgel!).

Nach der Übergabe der (völlig leer geräumten) Frauenkirche an die katholische Gemeinde 1816 wurde auch ein neues Orgelwerk bestellt, das 1820 vom Heilsbronner Orgelmacher Johann Eichmüller geliefert wurde. Dieses Instrument mit etwa 20 Registern (II/P) wurde 1882 an die Gemeinde Großlellenfeld verkauft, wo es heute noch in der dortigen Kirche gespielt wird. Der damals noch in Nürnberg lebende Orgelbauer Joseph Bittner baute eine neue Orgel, die allerdings bereits 1912 durch ein Instrument der Firma Steinmeyer aus Öttingen ersetzt wurde. Diese Orgel wurde 1945 durch Bomben zerstört. Die Orgeln von Eichmüller und Steinmeyer standen auf dem Michaelschor, die Bittnerorgel wahrscheinlich im Oberraum der neu erbauten Nordsakristei.

Die 1958 von der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais erbaute Orgel mit 26 Registern hing wieder als „Schwalbennest“ an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs. Der Spieltisch allerdings war auf dem Michaelschor postiert. Die Verbindung von den Tasten zu den Ventilen verlief über Stromkabel.
Der ursprüngliche Plan einer Ergänzung um ein drittes Teilwerk auf dem Michaelschor wurde im Zusammenhang mit der Gesamtkirchenrenovierung in den 1980er Jahren aufgegeben.
Stattdessen entschied man sich zu einem Neubau unter Verwendung von 20 Registern der Vorgängerorgel.

Die heutige Orgel mit 42 Registern (III/P) steht und hängt an der südlichen Ostwand. Sie wurde 1988 von der Firma Klais/Bonn erbaut und stellt eine Synthese aus mitteldeutscher Orgelbautradition und Elementen der französisch-romantischen Orgel dar.

Im Frühjahr 2013 wurde die Orgel einer gründlichen Sanierung unterzogen.


Truhenorgel
Seit 2005 wird die große Orgel ergänzt durch eine Truhenorgel der Orgelbaufirma Jürgen Ahrend aus Leer/Ostfriesland mit 4 ½ Registern. Die von Friedemann Seitz ausgeführten Schnitzereien der Füllungen gehen auf eine Vorlage von Nicolaus Manderscheidt zurück.


Neben den vielfältigen Einsätzen in der Liturgie setzt die Orgelmusik in der Frauenkirche auch im konzertanten Bereich einen deutlichen Akzent: im Frühsommer und Advent finden halbstündige Orgelkonzerte nach dem Männleinlaufen (Beginn um 12.15 Uhr) statt. Im Rahmen der Internationalen Orgelwoche Nürnberg gastieren namhafte Organisten aus ganz Europa an der Orgel der Frauenkirche.


Disposition
Fa. Klais, Bonn, 1988

1. Manual
Hauptwerk, C - a'''
2. Manual
Positiv, C - a'''
3. Manual
Schwellwerk, C - a'''
Pedal
Gedackt 16' Bordun 8' Holzprincipal 8' Principalbaß 16'
Principal 8' Quintade 8' Rohrflöte 8' Subbaß 16'
Doppelflöte 8' Principal 4' Gamba 8' Quinte 10 2/3'
Gemshorn 8' Flötgedeckt 4' Vox coelestis 8' Octave 8'
Octave 4' Nasard 2 2/3' Geigenprincipal 4' Rohrgedackt 8'
Spitzflöte 4' Octave 2' Flöte octaviante 4' Tenoroctave 4'
Quinte 2 2/3' Terz 1 3/5' Blockflöte 2' Rauschpfeife 4fach
Superoctave 2' Larigot 1 1/3' Plein jeu 4fach Posaune 16'
Mixtur 5fach Scharff 4fach Basson 16' Trompete 8'
Cornet 5fach Cromorne 8' Trompette harmonique 8'
Trompete 8' Vox humana 8' Hautbois 8'
Tremulant Tremulant

Koppeln: III 16'-III; III 4'-P; III-I mech, III-II; III 16'-II; II-I; III-I; III 16'-I, I-P; II-P; III-P
Schleifwindladen

Mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur,
9 Blöcke zu 6400 Setzerkombinationen, davon 8 Blöcke per Code abschließbar.


Mit freundlicher Genehmigung der Internationale Orgelwoche Nürnberg - Musica Sacra (ION), der Agentur Ophelias-PR für Kultur und Regionalkantor Frank Dillmann
Fotos: Christina Kuhn / Frank Dillmann
OI-N-15



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