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Max Reger - Werk Statt Leben

Autor: Susanne Popp
ISBN: 978-3-7651-0450-3
Verlag: Breitkopf & Härtel


Zum 100.Todestag erschien nun eine neue Biographie von Max Reger, von der man schlichtweg sagen muss, sie wird nicht nur allen Anforderungen an eine Lebensbeschreibung gerecht, sondern sie übertrifft in ihrer sprachlichen Gestaltung, ihrer spürbaren Sympathie mit dem seinem Werk manisch ergebenen Komponisten, der als Mensch bis heute nur wenig Sympathien auf sich zu ziehen vermochte, und der konsequenten Darstellung aller Querbezüge zwischen Werkentstehungen, Niederschriften, Ausarbeitungen, Verhandlungen mit den Verlegern und Werbemaßnahmen wie Briefwechseln und Konzertreisen alles bisher Dagewesene!

Mit großer Genauigkeit und Zielstrebigkeit widmet sich Susanne Popp, die ehemalige Leiterin des Reger-Institutes in Karlsruhe, der genauen chronologischen Darstellung und kurzen, aber sehr treffenden Werkbeschreibungen wie auch den so ganz persönlichen Briefwechseln mit seinen wenig gebliebenen Freunden. Ihr gelingen fundamental einleuchtende Sätze, die Regers Streben vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund deutlich machen und die den ursächlichen Zusammenhang seines „Arbeitsteufels“ aus der eigenen Familientradition, der ungünstigen gesellschaftlichen Situation, der eigenen z.T. fehlgeleiteten Kompensation und seinem vulkanischen Drang zur Komposition zu beschreiben und zu erklären suchen.

Herausgekommen ist ein großformatiger Wälzer von 455 Seiten, hinzu kommen noch Anmerkungen, Werkregister und diverse Verzeichnisse, und das zu einem Preis, für den man dem Verlag nur dankbar sein kann. Susanne Popp versteht es, den hoch geachteten Meister von Kompositionen für Orgel, Kammer-, Orchester- und oratorischer Musik dem Leser in all seiner Zwiespältigkeit  zwischen einsamer Genialität, bajuwarischer Gemeinheit eines Emporkömmlings und auch gegenüber sich selbst rücksichtslosen Kämpfers um sein eigenes Werk nahe zu bringen. Unverständlich wird so, dass sein epochales Werk so bald nur als epochal angesehen wurde. Selbst heute machen sich nur wenige Organisten und noch weniger Pianisten, Kammermusiker, Chor- und Orchesterleiter die Mühe, Regers Werk ein gerechtes wie berechtigtes Interesse entgegen zu bringen. Wer z.B. nur einmal seine Motette op. 110,3 „O Tod, wie bitter bist du“ erlebt hat, den wird das choralartige „O Tod, wie wohl tust du“ nicht mehr loslassen, ein Moment, den Reger wohl auch selbst so erlebt hat.

Fazit: ein Buch, das jeder Regerverehrer wie -verächter unbedingt durcharbeiten soll!

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Juli 2016 / Januar 2017


Dieses Buch ist im gut sortierten Buch-/Musikhandel erhältlich
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