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Concerto 1 "Salve Regina"

Komponist: Peter Wittrich
Verlag: Schott Music


Was veranlasst einen Komponisten, ein dreisätziges Concerto über Marienlieder zu schreiben und damit dessen Rezeption von vornherein auf den katholischen Bereich einzuschränken ? (Denn bei Konfessionen, denen die Marienverehrung suspekt ist, haben auch Marienlieder keinen Platz). Jedenfalls nicht (nur) der im Vorwort beschworene Zauber der Melodien, sondern ein konkreter Kompositionsauftrag zum 400jährigen Jubiläum der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München, der aber nicht erwähnt wird. Ihm verdankt der erste Satz „SonaTaccata“ seine Entstehung, dem sich später noch zwei weitere Sätze anschließen sollten.

Die im Vorwort emphatisch geäußerte Begeisterung des Komponisten für Marienlieder bzw. für deren Melodien steht in gewissem Kontrast dazu, dass eben diese Melodien permanent tonal und rhythmisch verfremdet werden, weshalb der Hörer die meist nur fragmentarisch erscheinenden Cantus Firmi schwer erkennen und nachvollziehen kann. Im einzelnen verwendet Wittrich die Lieder Maria breit den Mantel aus, Sagt an, wer ist doch diese, Lasst uns erfreuen herzlich sehr, O Maria, sei gegrüßt, Meerstern, ich dich grüße, Gegrüßet seist du, Königin und, für den dritten Satz, das titelgebende Salve Regina, und zwar  in der populären, auf Henri du Mont zurückgehenden Weise des 17. Jahrhunderts.
Fernab von Sentimentalitäten werden die Liedmelodien in eine zeitgemäße, freitonale Tonsprache gekleidet. Der abwechslungsreiche, viele Facetten aufweisende und recht anspruchsvolle Orgelsatz macht das Bestreben des Komponisten um eine ernsthafte, auch formal ausgewogene Auseinandersetzung deutlich. Die gut 50 Seiten starke Partitur bedingt eine Spieldauer von einer knappen halben Stunde. „Salve Regina“ ist die Basis der abschließenden Toccata mit Cantus Firmus im Bass mit der Option, dass im Anschluss daran  das Auditorium selbst die Stimme erheben und „Salve Regina“ singen könnte, so jedenfalls der Vorschlag des Komponisten. Der dafür bereit gestellte Begleitsatz bringt allerdings die lateinische Wortdeklamation ins Wackeln, weil Klangwechsel wiederholt auf unbetonten Silben stattfinden.

Dass „Salve Regina“ zwei Mal irrtümlich als „Marianische Sequenz“ bezeichnet wird, tut der Komposition keinen Abbruch, verrät aber einen eher oberflächlichen Bezug zur Kirchenmusik. Hier hätte das Lektorat korrigierend eingreifen müssen, aber offensichtlich ist auch beim Schott-Verlag entsprechendes Wissen nicht (mehr) vorhanden. 
Nachdem das Concerto die Ordnungsnummer 1 erhielt, darf man auf weitere Werke dieser Art gespannt sein.

Klemens Schnorr - für www.orgel-information.de
Juli 2016 / Februar 2017


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