Daniel Kunert - Dienstleistungen
Das Portal der Königin

- Startseite - Rezensionen - Retrospection


Retrospection
Organ Works of the 16th and 17th Century

Interpret: Krzystof Urbaniak
Instrument: Renaissance-Orgel der Schlosskapelle S°nderborg DK
Label: Paschen


Als ein Teil des Interreg-Projektes „Musik und Religion zwischen Ribe und Rendsburg - Eine kulturelle Topographie“ bringt diese CD Werke von polnischen Tabulaturen, John Bull, Hans Leo Hassler, Francis Correa de Aurauxo, Weckmann und Froberger. Der bunte Mix wird verständlich durch die Interregio-Idee, so sind auf der Orgel von c 1570 in einem der ersten protestantischen Kirchenräume Werke aus dem 16. Jahrhundert, als die regionalen und konfessionellen Charakteristiken noch nicht so ausgeprägt waren, durchaus kombinierbar.

Mit hörbarem Engagement und großer Spielfreude gibt sich Krzystof Urbaniak dem interessanten Instrument hin. Leider ist nicht eruierbar, was an diesem Instrument noch alt ist, bzw. was Mads Kjersgaard, der auch das Instrument im Schloss Gottdorf 2004 rekonstruiert hat, hier 1996 alles rekonstruierte, bzw. auf welchen Grundlagen rückführte. Auch gibt es im Booklet keine Abbildung des Instrumentes im Raum und eine genauere Beschreibung, wo im Korpus das Unterwerk, das erst 1626 hinzu kam, sich befindet, auf der CD ist es nur als reines Echowerk zu hören.

Für das pedallose Instrument mit einem Tastenumfang von F,G,A-g2,a2, auf dem Unterwerk außerdem die ganze kurze große Oktave und drei Subsemitonien es/dis hat Urbaniak stilpassend Stücke aus drei polnischen Tabulaturen ausgesucht, der aus Kraków c 1548, der aus Łowicz (c 80 km westlich von Warschau)c 1580 und der aus Morąg (Mohrungen, c 50 km südöstlich von Elbing), deren Verfasser Johannes Fischer um 1600 war. Warum Urbaniak dem Magnificat und dem Salve Regina nicht die fehlenden Vokalverse ergänzend spendierte, kann nicht an der Spieldauer der CD von nur knapp 60 Minuten liegen. Dass auch eine Hausorgel nicht anders als eine Kirchenorgel klingt, zeigt Urbaniak mit Weckmanns Partita „Die lieblichen Blicke“, auf dem Unterwerk gespielt klingen sie recht verborgen.

Wer für die höchst interessanten Klänge dieser Orgel Interesse hat, der ist mit dieser CD sehr glücklich bedient. Leider bleibt das allzu kurze Booklet dem geweckten Interesse zur eingespielten Literatur und dem Orgelwerk einiges schuldig.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Oktober 2016 / März 2017


Diese CD ist im gut sortierten Buch-/Musikhandel erhältlich
- unter anderem im Notenkeller in Celle (tel. Bestellung 05141-3081600 oder per Mail an info@notenkeller.de möglich).



Daniel Kunert - Dienstleistungen - Braunschweiger Heerstraße 7 - 29221 Celle - Telefon: 05141/308-1600 - Telefax: 05141/308-2615 - E-Mail: info@orgel-information.de
(c) Daniel Kunert - Dienstleistungen - Impressum - Datenschutzerklärung - Information -