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Carl Philipp Emanuel Bach im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch

Herausgeber: Christine Blanken und Wolfram Ensslin
ISBN: 978-3-487-15395-7
Verlag: Olms


In dem als Band 12 der Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung herausgegebenen Band sind die insgesamt 18 Beiträge der Tagung anlässlich des 300. Geburtstages von CPE Bach vom 6.-8- März 2014 in Leipzig zusammengefasst. Die Beiträge gliedern sich in vier Abschnitte: Weltliches Lied, Geistliche Musik und Theologie der Zeit, Form, Entwicklung und Überlieferung der Instrumentalmusik und schließlich Biographische Kontexte, der Band schließt mit einem umfangreichen Anhang.

Was da so nüchtern zusammengefasst daherkommt, markiert auf der einen Seite eine jetzt stärker einsetzende musikwissenschaftliche Konzentration auf den zweiten Sohn Bachs und seine Zeit, auf der anderen Seite markiert es auch die fortdauernde Unsicherheit mit dem Umgang mit dem großen Bach.
Einführend beschäftigt sich Laurenz Lütteken mit Bachs Verhältnis zu Tradition und Aufbruch, seiner Ausbildung und dem Werdegang zwischen Hof und bürgerlicher Gesellschaft, Amtspflicht und Autonomie und schließlich Individualisierung und Normierung.

Grundlegend ist der Aufsatz von  Christian Senkel, der sich der Ästhetik der Aufklärung in theologischer Perspektive widmet. An Hand der Bedeutung der Schriften des Hallenser Professors Christian Wolff über Philosophie, Ästhetik und Theologie legt Senkel dar, wie sich Bibel- und Religionsverständnis änderten und sich in den Texten z.B. eines Gellert und Klopstock durch „erhabene Poesie“ ausdrückten. Das passierte durchaus „außerhalb etablierter kirchlicher Ausdrucksformen und schafft mit an einer christlichen Humanität des öffentlichen Sprachumgangs“. Eben, die Folgen erleben wir ja heute noch.

Wolfgang Horn beschreibt an Hand der Kadenzierungen in den Preußischen und Württembergischen Sonaten die „Etablierung der Claviersonate“. Christoph Henzel kritisiert die erschienenen Biographien, darunter auch die erst jüngst erschienenen von Wolfgang Feyerabend und Siegbert Rampe (beide 2014) und hinterfragt den Wahrheitsgehalt der Quellen. In der Tat, welche Biographie oder gar Autobiographie ist frei von „Traumbildern“? Peter Wollny versucht, Bachs Position zwischen Vater und großem Bruder Wilhelm Friedemann zu ergründen.

Die Beiträge, z.T. in englischer Sprache, sind nicht nur ein Kongressbericht, sondern vermögen auch den Leser manche Umbruchssituationen des 18. Jahrhunderts zu erklären und eben darüber aufzuklären. Von Carl Philipp Emanuel Bach gibt es hoffentlich in näherer Zukunft noch mehr zu berichten.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
August 2016 / Mai 2017


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