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CD "Johannes Gijsbertus Bastiaans"

Interpret: Gerben Budding
Instrument: Bätz-Witte-Orgel der Grote Kerk Gorinchem (NL)
Label: LG Organ Classics


Johannes Gijsbertus Bastiaans (1812 - 1875) studierte bei Friedrich Schneider, Carl Ferdinand Becker und Felix Mendelssohn-Bartholdy. 1840 wurde er Organist an der Zuiderkerk in Amsterdam und 1858 Stadtorganist und Beiaardier (Carillonneur) an der Bavokerk Haarlem.

Aus seinem umfangreichen Werk für Orgel sind hier die fünf großen Sonaten, die Fantasie in a, Praeludium und Fuge in c und die Elegie oder Treurzang (Trauergesang) eingespielt. Gorinchems junger Stadtorganist Gerben Budding nutzt hierfür seine Orgel (1853, III/44), die im HW und OW noch viele Register der Orgel enthält, die Heinrich Hartmann Bätz 1761 für den Vorgängerkirchenbau gebaut hatte,  damals bereits verwendete Bätz auch noch etliche Pfeifen von Stephanus Cousijns Werk von 1666. Die Orgel, die der deutsch-niederländische Orgelbauer Christian Gottlieb Friedrich Witte (1802 – 1873, seit 1849 Alleininhaber die Firma J. Bätz & Co.) 1851 in der neuen Kirche mit einem Rückpositiv in einem beeindruckenden Gehäuse im Rundbogenstil mit starkem Obergesims errichtete, hat nach mehreren Umbauten 2012 seine letzte Rückführung erhalten durch die Firma Pels & Van Leeuwen, die schon 2007 das Oberwerk in einen Schwellkasten gesetzt hatte.

Wunderschöne Klänge faszinieren denn den Hörer, sei es beim gekonnten Registercrescendo des ersten Satzes der Fantasiesonate in b, beim Lamento der Elegie oder im Recitatief en Trio der Symphonie in D, andererseits fasziniert auch die kompositorische Kunst an sich z.B. in der Fantasiesonate in c über den Choral „Jesu, meine Freude“, der natürlich Einflüsse von Mendelssohn abzuhören sind. Gerben Budding versteht es mit seinem ungekünstelten aber kompetenten Spiel, dem Hörer das Werk Bastiaans‘ auf ganz natürliche Weise sympathisch werden zu lassen, so sympathisch, dass man auch gerne die anderen hier nicht eingespielten Werke des Haarlemer Künstlers hören möchte.

Ein Blick auf den Spieltisch, der in traditioneller norddeutscher Weise mit weit entlegenen Registerzügen gebaut ist und etliche unschöne elektrische Schalter und Steckdosen mit diversen lose hängenden Verkabelungen enthält, erklärt, warum hier gleich drei Registranten mithelfen mussten. Bei der Schönheit und kompositorischen Klarheit von Bastiaans‘ Orgelwerken ist es eigentlich unverständlich, dass sie bisher kaum aufgenommen worden sind. Das Booklet (nur niederländisch) bringt in knapper Weise die nötigen Informationen zu den Kompositionen, zur Orgel und zum Organisten.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Dezember 2016 / Juni 2017


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