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Edwin H. Lemare - Organ Works Vol. 3

Interpret: Lars Rosenlund Norremark
Instrument: Frobenius-Orgel der Kathedrale Aarhus (DK)
Label: CDKlassisk-DK


Wenn man in der Orgelwelt romantisch veranlagt ist und sich dabei auch mit der englischen Orgelromantik beschäftigt, wird man sehr schnell auf den Komponisten Edwin H. Lemare aufmerksam. Als Vertreter der viktorianischen Ära, in der die große Zeit der Town Hall Orgeln war und viele sinfonische Großinstrumente erbaut wurden, wurde er schnell weltberühmt für seine Transkriptionen, insbesondere für die Übertragung der Musik von Richard Wagner vom Sinfonie-Orchester auf die Orgel. Was dabei gern zunächst übersehen wird, sind die eigenen Kompositionen, die Lemare für die Orgel komponierte.

Lars Rosenlund Norremark hat sich dieser Lücke der auf Tonträger selten eingespielten Werke angenommen und hat eine Edition auf 3 CDs vorgelegt. Dabei hat er keine britische Orgel gewählt, sondern mit der Frobenius-Orgel in der Kathedrale von Aarhus in Dänemark aus dem Jahre 1928 gleich das größte Instrument des Landes gewählt, das über eine schier unendliche Variationsbreite von Lautstärken und Klangfarben verfügt und sich damit bestens für die Werke Lemares eignet. Sogar heute noch bekannte irische Volksweisen werden im zarten Streicherchor sehr empathisch gespielt. Überhaupt zeigt Norremark sehr schön, welche Ressourcen und feinen Klangfarben sowie edle Soloregister eine Großorgel mit 89 Registern hat. Auch dem Großmeister Bach erweist der Komponist die Ehre, denn natürlich gibt es auch bei Lemare eine "Toccata und Fuge d-moll".

Norremark scheut sich aber auch nicht, wenn es der Musik dienlich ist, die Kraft der Orgel abzurufen bis zum Donnergrollen der Contrabombarde 32'. Überhaupt war es eine hervorragende Wahl, seine Edition nicht auf einer britischen Orgel einzuspielen. Dänische Großorgeln, auch wenn Sie in die Romantik zurückreichen, haben weniger die "britische Noblesse" als eher einen französischen Akzent in der Direktheit des Klanges. Da die älteste Substanz des Instruments auf die Barockzeit zurückgeht, klingt Lemare insgesamt etwas "kerniger". Das kommt der Musik aber sehr zugute, weil dadurch dynamische Schattierungen und Abstufungen von Lars Rosenlund Norremark sehr klar und präzise herausgearbeitet werden können.

Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt: Dem informativen Booklet hätte es gut gestanden, wenn auch die Disposition der Orgel oder sogar Hinweise zur Registrierung abgedruckt gewesen wären. Auch eine Produktion in SACD-Tonqualität wäre dem Repertoirewert der Musik und dem Klangvolumen der Frobenius-Orgel noch gerechter geworden, denn die Aufnahme ist zwar klanglich gut, aber im Tieftonbereich leider etwas "abgeregelt".

Alles in allem legt Herr Norremark mit Vol. 3 eine, wie bereits in den vorherigen 2 CDs, sehr empfehlenswerte und beeindruckende Einspielung der Orgelwerke Lemares vor, die man mit Sicherheit immer wieder gern hören wird. Es ist schön, dass Norremark dem kundigen Hörer nun das Tor öffnet, die zu Unrecht relativ unbekannten Kompositionen Lemares neu zu entdecken!

Heiko Andersch - für www.orgel-information.de
April 2017 / Juni 2017


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