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The Organ of Oslo Cathedral

Interpret: Kåre Nordstoga
Label: LAWO

Auf den ersten Blick hinterlässt die heterogene Programmauswahl einen merkwürdigen Eindruck. Stücke, die eher in ein Mittagskonzert für Touristen passen wie Bachs unvermeidliche d-moll Toccata und Gounods „Ave Maria“ treffen auf Lokalkolorit wie Oskar Lindbergs „Gammal Fäbodspsalm från Dalarna“, Arils Sandvolds Variationen über „Eg veit I himmerik ei borg“, eine eigene Volksliedbearbeitung von Nordstoga und – virtous und nun so gar nicht auf ein Laufpublikum zugeschnitten – Regers Morgenstern. Dazu gibt es eine Bearebitung von Griegs Holberg-Suite. Für die Spezialisten ist mindestens Sandvold eine willkommene Bereicherung des CD-Regals.

Allen Bedenken hinsichtlich der Programmgestaltung zum Trotz: Nordstoga spielt ausgezeichnet und mit packendem Zugriff ohne in Hektik zu verfallen.
Hinter dem barocken Prospekt von 1727 verbirgt sich eine moderne dreimanualige Orgel mit Schwellwerk von Ryde&Berg, die einen neoklassizistischen Kern nicht verleugnen kann. Zusammen mit der wohl eher trockenen Akustik entsteht ein durchsichtiges Klangbild. Dieser kernige Klangeindruck wirkt sich bei Reger erstaunlich günstig aus, dessen quasi neobarocke Polyphonie sehr durchsichtig erscheint. In der Grieg-Transkription hätte man sich dann doch im Idealfall etwas mehr an romantischen Grundstimmen gewünscht.

Ein insgesamt empfehlenswertes Orgelportrait, das für die norwegischen Kompositionen die Anschaffung lohnt.


Axel Wilberg - für www.orgel-information.de
August 2018 / November 2018


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