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Antonio Soler - Keyboard Sonatas / Six Concertos for two Organs

Interpret: Pieter-Jan Belder (Cembalo/Fortepiano); Maruizio Croci und Pieter van Dijk (Orgel)
Label: Brilliant Classics

Padre Antonio Soler (1729 – 1783), seit 1750 Kapellmeister an der Kathedrale von Lleida, seit 1757 Kapellmeister bei den Hieronymiten von El Escorial, Lehrer des Prinzen Don Gabriel am spanischen Hof, schrieb über 200 geistliche Vokalwerke (Messen, Psalmen, Magnificats, Motetten und anderes) sowie etwa 140 Villancicos und einige Kammermusikwerke. Vor allem seine 120 Klaviersonaten und einige Concerti für zwei Claviere, die wohl auch dem Unterrichtsbedarf geschuldet waren, haben für die spanische Musikgeschichte Bedeutung erlangt. Ihre technischen und musikalischen Herausforderungen sind mit denen Domenico Scarlattis vergleichbar. Seit seinem 250. Geburtstag werden diese Sonaten wieder zunehmend geschätzt, was in zahlreichen Einspielungen seinen Niederschlag gefunden hat. In der vorliegenden Edition sind Aufnahmen von 2007 bis 2010 zusammengefasst, sie summieren Einspielungen auf Cembali von Cornelis Bom nach Giusti 2003, nach Blanchet 2008, und nach Ruckers 1999, auf einem Fortepiano von Kobald, Apeldoorn 2001, und auf den Zanin-Orgeln von San Giacomo del Carmine in Imola, Italien, von 1993.

Im Booklet (leider nur engl.) fasst Clemens Romijn den derzeitigen Wissensstand zu Solers Leben und Werk auf gute und angenehme Weise zusammen, verliert aber leider kein Wort über die Instrumente. So sind unten wenigstens die Dispositionen der Zanin-Orgeln angefügt. Pieter-Jan Belder, der zur Rezeption eigene Texte beisteuert - er spielt nach der Rubio-Edition - hat sich der Fleißaufgabe in dreijähriger Mühe unterzogen. Die Aufmerksamkeit aber, die vor etlichen Jahren noch die Scarlatti-Aufnahmen bekamen, kann diese Aufnahme nicht mehr auf sich ziehen, zu epigonenhaft und letztlich für die allgemeine Musikgeschichte wenig prägend sind diese Sonaten des spanischen Meisters, wenn sie auch für Spanien damals einen bedeutsamen Fortschritt darstellten. Die Verteilung auf verschiedene Tasteninstrumente verhindert immerhin, dass die Aufmerksamkeit zu früh nachlässt. Schade, dass die Tontechnik die beiden Orgeln nicht deutlich geschieden hat.

Fazit: schöne Unterhaltungsmusik auf gehobenem Niveau, für sommerliches Vergnügen gerne empfohlen.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
April 2018 / November 2018


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