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Zwei Fantasien für Orgel op. 32

Komponist: Miloslav Kabelac
Herausgeber: Jan Hora
Verlag: Bärenreiter Praha

Bd. V/12 der kritischen Gesamtausgabe, 2017

Es ist Jan Hora, dem Nestor der tschechischen Orgelszene, zu verdanken, dass er Kabelačs Orgelfantasien op.32 herausgab und sie so vor dem Vergessen-Werden bewahrt, denn Miloslav Kabelač (1908–1979) ist in aktuellen Nachschlagewerken wie dem Handbuch Orgelmusik oder dem Lexikon der Orgel nicht mehr vertreten, obwohl er zu den führenden tschechischen Komponisten des 20. Jh. gehört und ein umfangreiches Gesamtwerk aufzuweisen hat (das übrigens im vorliegenden Band aufgelistet wird). Beide Fantasien entstanden in den 1950er Jahren und zwar auf Anregung des Prager Orgelprofessors Jiři Reinberger. Damals erschienen sie in heute kaum noch greifbaren tschechischen Editionen.

Die erste Fantasie (Spieldauer: knapp 8 Min.) kombiniert choralartige Akkordschläge mit  lebhaften Achtelfigurationen in Dreiergruppen. Ein trioartiger Mittelteil leitet zur Reprise über, die das Material des ersten Teils in einer großen dynamischen Steigerung wieder aufgreift.
Die zweite Fantasie (Spieldauer: etwa 9 Min.) ist von kleingliedriger melodischer Arbeit gekennzeichnet, in der immer wieder das b-a-c-h-Motiv versteckt ist. Druckfehler: In T.72 ist für die rechte Hand ein Auflösungszeichen zu ergänzen, in T.188 ein b-Vorzeichen. Beide Werke, in einer eher herben Musiksprache gehalten, sind Zeugnisse für das anspruchsvolle kompositorische Niveau, das die tschechische Orgelmusik in der Mitte des 20. Jh. erreicht hatte.

Klemens Schnorr - für www.orgel-information.de
Mai 2018 / Dezember 2018


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