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"Hommage á Sebastien"

Komponist: Wieland Meinhold
Verlag: Daniel Kunert

Drei Metamorphosen über das „Kyrie, Gott heiliger Geist“ von Johann Sebastian Bach
oder: Das Mysterium des „Kyrie, Gott, heiliger Geist"

Um die Schlußtakte des Choralvorspiels aus dem III. Teil der Clavierübung BWV 671 unter einem ganz neuen Aspekt zu beleuchten, ging es dem findigen Organisten und Komponisten Wieland Meinhold in seiner Komposition „Hommage á Sebastian“.
In der Tat: wer vertieft sich schon in die wirklich einmaligen letzten sechs Takte dieses grandiosen Vorspiels und versucht, die Ausdeutung des Textes mit der genialen Harmonisierung Bachs in Verbindung zu setzen.

Wieland Meinhold gelingt hier mit seiner Komposition ein unglaublicher Wurf dieser ergreifenden Takte des Werks, welches Bach ja, in der Gesamtheit gesehen, als „Orgelmesse“ aufgebaut hat. Meinhold sieht die reife Leipziger Zeit des Meisters als einen mathematisch-geistigen Kosmos, gleichzeitig, so meint er, spenden all diese Spätwerke eine einzigartige Gesundung an Leib und Seele. Und damit hat er wohl recht.

In seinen Metamorphosen über diese streng vorgegebene Thematik baut sich ein ungeahntes Bauwerk in einer freitonalen, aber spannend farbig zusammengestellten Weise auf, der man, vor allem auch durch die vorgegebene Registrierung folgen kann. Meinhold meint, der Komponist malt ein großartiges Gemälde, beginnend mit dunklen Farben, dargestellt durch besonders weiche Registrierung. Mit kräftigen Farben hingegen, hier durch die Pedalzungenregistrierung tut sich ein neuer Aspekt auf, der besonders durch überlappende Intervalle gekennzeichnet ist. Der zweite Teil, gekennzeichnet durch einen kräftigen Weitchor, leitet über in den improvisatorisch aufgebauten dritten Teil, der scheinbar zerrissen und unruhig daher kommt, endlich aber „in das befreiende Klang-Meer des Bachschen Originalzitates einmünden darf“ (so der Komponist in seinem Vorwort).

Das Werk entstand bereits im Jahre 1999 und ist durchaus gekenzeichnet von etlichen technischen Schwierigkeiten. Die größte Problematik stellt sich dem Interpreten allerdings, wenn er sich nicht auf das Stück einläßt; es sich quasi verinnerlicht, sich tiefgehend mit dem Text und dem Original beschäftigt. Und er muß ein Gespür für die wirkliche Farbigkeit, sowohl harmonischer Art, als auch orgelgemäß (sprich Registrierung) entwickeln, aber auch sich der manchmal nicht leichten Spielfreudigkeit des Komponisten einlassen.


Reinhard Kluth - für www.orgel-information.de
August 2017 / April 2018


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