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Pieces de Clavessin

Komponist: Gaspard Le Roux
Herausgeber: Jon Baxendale
Verlag: Cantando


Das einzige, was mit Gewissheit von dem französischer Cembalisten Gaspard Le Roux (c1660 – c Juni 1707) zeugt, sind diese beiden Bände, die 1705 in Paris veröffentlicht wurden mit einem Privilège du Roy.

Der erste Band bringt sieben Suiten für ein Cembalo, eine Gigue für zwei Cembali und Contreparties, die bei identischen Bässen einiger Suitensätze variierte Diskantverläufe zeigen und zeitgleich auf einem zweiten Cembalo gespielt werden können. Wie in einem Baukasten setzte Le Roux 1705 diese Suiten auch noch als Trios hinzu ohne jede Bestimmung der Instrumente.
Der zweite Band bringt neben einer Gigue in G die sieben Suiten noch einmal, jetzt aber - wie im ersten Band mit den Contreparties - klanglich opulent dupliziert mit einem zweiten Cembalo – aus eins mach zwei, einfach und einfach genial! Der Klangzuwachs ist fürstlich und macht zweifachen Spaß. Diese Methodik lässt vermuten, dass Le Roux ein ausgebuffter Pädagoge war.

Ein ausführliches Vorwort informiert über die Forschungen zu Le Roux, die Quellen, Spielweise und Editionsgrundsätze. Dem ersten Band fügte der Herausgeber noch korrigierte Verläufe der Préludes non mesurés hinzu. Dem Kritischen Bericht folgt noch eine Verzierungstabelle. Der Druck ist augenfreundlich klar, um Wendestellen zu vermeiden, sind einige Faksimiles eingefügt. Der stabile Leineneinband lässt allerdings ein völlig planes Aufblättern nicht zu, was bei schwierigen Beleuchtungsverhältnissen problematisch werden könnte.

Le Rouxs Satzkunst ist vergleichbar mit den Werken seiner Zeitgenossen Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665 – 1729), Charles Dieupart (um 1667- um 174), François Couperin (1668 – 1733) und 1732). Herausragend ist neben der Suite VI in fis, deren letzter Satz mit La vaforitte betitelt ist, die VII. Suite in g, die zusätzlich auch nach der zweiten Quelle, einem (Raub-)Druck Amsterdam 1708,  ediert ist. Deren Saraband hat nicht weniger als 12 Couplets. Die prächtige Musik fußt wie wohl fast alle Cembalomusik aus der Zeit des Sonnenkönigs Louis XIV. auf den Arbeiten von Louis Couperin (1626 – 1661). Deutlich ist das zu sehen an den Préludes non mesurés und den Chaconnen. Der Normalfolge von (Prélude), Allemagne, Courante, Sarabande, (Gigue) folgen meist weitere Sätze wie Menuet, Passepied, Gavotte und eben Chacone.

Wie des Sonnenkönigs bravuröse Brillianz der Selbstdarstellung nach wie vor bewundernswert ist, so ist auch diese Musik erstklassig brilliant und fürstlich klangvoll. Mehrere Einspielungen auf CD liegen inzwischen vor, aber auch ohne das ist das Studium dieser Musik verlockend – schön!


Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Februar / September 2018


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