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Die Orgel der ev.-ref. Kirche Pilsum

Informationen zur Orgel
Disposition


Informationen zur Orgel

Die evangelisch-reformierte Gemeinde schreibt: „Die Pilsumer Kreuzkirche verdankt ihre architektonische Qualität der Verbindung mittelalterlicher Gestaltungselemente unterschiedlicher Herkunft. Das Langhaus ist aus der heimischen Tradition ostfriesischer Einraumkirchen entwickelt. Chor und Querschiffe gestalten in Vergrößerung des Langhauses das Gotteshaus als Kreuz, dessen Form durch die Chorapsis und die beiden Nebenapsiden horizontalmaufgelockert wurde. Weithin sichtbar von Meer und Land überragt der quadratische Vierungsturm Kirche und Ort Pilsum.“
Und aus anderer Quelle erfahren wir, dass die Bauart des in der Mitte der Kirche stehenden Turmes auf normannischen Einfluss schließen lässt. Die Kirche – einst dem heiligen Stephanus geweiht - beherbergt eine Orgel des Orgelbauers Valentin Ulrich Grotian. Grotian stammte aus Goslar, ab 1688 war er in Aurich ansässig und hatte es nicht leicht, sich gegenüber dem mächtigen Konkurrenten Arp Schnitger zu behaupten, der überaus großes Ansehen genoss. Alle Notizen über Grotians 1694 erbaute Pilsumer Orgel betonen deshalb, dass sie ‚das bedeutendste erhaltene Werk aus der Zeit um 1700 im Nordseeküstengebiet ist, das nicht aus der Werkstatt von Arp Schnitger stammt. Und das ganz Besondere dieser Orgel? Die ‚glasklare Kathedralakustik’ der Pilsumer Kirche, so dass sich ‚der Orgelklang ungehindert in ihr ausbreiten’ kann! Der besondere Klang dieser Orgel wird als ‚singend und sehr farbig’ charakterisiert.

Lassen wir uns zum mächtigen Klang der Grotian-Orgel in Pilsum von Uda von der Nahmer (
aus: Windgesang. Orgeln, Wind und Verwandte) eine kleine Geschichte erzählen: „ Das erinnert mich an den Festgottesdienst vor einigen Jahren anlässlich der frisch restaurierten Orgel zu Pilsum durch die Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend. An der Orgel saß Harald Vogel, der dann auch die Bedeutung einer für den Gemeindegesang konzipierten Orgel erklärte und verschiedene Klangbeispiele vorstellt. Ehrlich gesagt war ich ziemlich erschrocken über die enorme Lautstärke der Orgel. Doch als dann die zumeist bäuerliche Festgemeinde den ersten Psalm anstimmte, war die Orgel nicht mehr als deren Begleitung. Die bis auf den letzten Platz gefüllte romanische Kirche bebte buchstäblich vor Musik, Inbrunst und Freude.“ (S. 37).
Auch dem Orgelprospekt wurde durch die 1991 abgeschlossene Restaurierung der Pilsumer Orgel durch Jürgen Ahrend wieder zu originalem Bild verholfen. Die Entfernung der weißen Farbfassung war zeitlich eingebunden in die umfangreiche bauliche Restaurierung des Kirchenraumes. Nun ist der schöne Eichenholzprospekt wieder sichtbar, der sein farbliches Pendant auch in der Kanzel mit ihrem imposanten Schalldeckel findet.


Disposition
erbaut 1694 von Valentin Ulrich Grotian

Werck CDEFGA - c"' Brustpositiv CDEFGA - c"' Pedal CDE - d'

Principal (z.T. P) 8' o

Gedact (H) 8' o

angehängt

Quintadena 8' r

Gedactfloit 4' o/r

Octav 4' o/r

Super-Octav 2' o

Gemshorn 4' o

Quint 1 1/2’ o

Nassat 3' o

Scharf II o

Octav 2' o

Regal 8' ?/r

Flachfloit 2' r

Sexquialter II r

Mixtur IV-V o/r

Trompet 8' r



Pfeifenwerk:
o = Valentin Ulrich Grotian (1694)
r = Jürgen Ahrend (1991)

Windladen o
Klaviaturen r
Schiebekoppel r
Pd.-Koppel
2 Keilbälge r
Tremulant

Winddruck: 65 mm
Tonhöhe: ca. 1/2 Ton über normal
Stimmung: modifiziert mitteltönig (nach Norden)

Mit freundlicher Genehmigung der Organisatoren des Krummhörner Orgelfrühling



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