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Die Orgeln der Konstantin-Basilika in Trier

Geschichte
Disposition der Schuke-Orgel
Die Eule-Orgel (ab Dezember 2014)

Disposition der Eule-Orgel


Geschichte

Bis 1944 stand auf einer großen Empore an der Rückwand der Konstantin-Basilika eine große, den Raumverhältnissen angepasste Orgel. Das Instrument war 1856 von den Gebrüdern Uebach aus Barmen erbaut worden und hatte 40 Register auf drei Manualen und Pedal. In den beiden Pedaltürmen standen sichtbar die Pfeifen des Pedalregisters Prinzipalbaß 32′. 1913 wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Friedrich Weigle (Echterdingen) umgebaut und auf 50 Register (auf Membranenladen) erweitert. Die Trakturen waren pneumatisch. Dieses Instrument wurde bedauerlicherweise 1944 durch einen Bombenangriff zerstört.

Nach dem Wiederaufbau der Basilika erhielt die Basilika eine kleine Orgel aus dem Hause Schuke. Das sehr stark neobarock disponierte Werk besteht aus 30 Registern, verteilt auf 2 Manuale und Pedal.
Die Orgel befindet sich in einer (Fenster)Nische an der Ostwand der Basilika, annähernd auf Höhe des Altares (rechts von diesem). Die Pfeifen der Spanischen Trompeten ragen in den Kirchenraum.

Quelle: Wikipedia

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Disposition der Schuke-Orgel
Karl Schuke Orgelbau Berlin, 1962

Hauptwerk 1. Manual - C-g3 Oberwerk 2. Manual - C-g3 Pedal C-f1
Prinzipal 8' Gedackt 8' Prinzipal 16'
Rohrflöte 8' Praestant 4' Oktave 8'
Oktave 4' Gedacktflöte 4' Hohlflöte 4'
Gemshorn 4' Feldpfeife 2' Nachthorn 2'
Nasat 2 2/3' Sesquialter 2fach Baßaliquot 3fach
Oktave 2' Quinte 1 1/3' Hintersatz 5fach
Mixtur 6-8fach Mixtur 5-7fach Posaune 16'
Scharff 4-6fach Cymbel 4fach Trompete 8'
Trompete 16' Fagott 16' Clairon 4'
Spanische Trompete 8' Oboe 8'
Spanische Trompete 4' Tremulant

Normalkoppeln
2 freie Kombinationen, Plenum
Zungenabsteller im Plenum
Mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur


Die Eule-Orgel (ab Dezember 2014)

Die neue Eule-Orgel der Basilika wird technisch in jeder Hinsicht ein Instrument des 21. Jahrhunderts sein. Es bietet klanglich vielfältige Möglichkeiten zur Darstellung jeglicher Orgelmusik ab dem 18. Jahrhundert bis heute.

Beauftragt wird eine Orgel mit 87 Registern (Klangfarben) auf vier Manualen (Tastenreihen) und Pedal (Tastenreihe für die Füße). Jedem der insgesamt fünf Klaviaturen ist ein bestimmtes Werk zugeordnet:

Das erste Manual spielt das Hauptwerk an, das zweite Manual das Schwellwerk, das dritte Manual das sogenannte Récit und das vierte Manual nennt sich Orchestral / Solo. Hinzu kommt die Pedalklaviatur.

Die Werke des zweiten, dritten und vierten Manuals stehen in einem Schwellkasten, dessen frontseitig angebrachte Holzjalousien sich vom Spieler mittels eines Balanciertritts öffnen und schließen lassen. So wird eine stufenlose Steigerung und Zurücknahme der Klangstärke ermöglicht - ein wesentliches Erfordernis für die Orgelmusik der Romantik und Moderne.

Schon in der Benennung der einzelnen Werke wird deutlich, dass hier länderspezifische Klangcharakteristika eine besondere Rolle spielen.

Das Hauptwerk ist dabei dem deutschen hoch- und spätbarocken Registerfundus verpflichtet (z.B. J.S. Bach). Das Schwellwerk ist deutsch-romantisch disponiert (z.B. für Werke von Max Reger, Franz Liszt etc.). Das Récit orientiert sich an der französisch-romantischen Klanglichkeit (z.B. für Musik von César Franck, Charles-Marie Widor oder Marcel Dupré). Im vierten Manual finden sich Klangfarben der englischen Romantik (z.B. ein voll ausgebauter Streicherchor) sowie besondere Hochdruck-Register wie die Tuba imperialis. Weitere anglo-amerikanische Farbtupfer sind über die ganze Orgel verteilt.

Wie ein Maler Farbmischungen für seine Bilder oder ein Koch bestimmte Zutaten zum Gelingen eines besonderen Gerichtes gezielt einsetzt, wird es in Zukunft möglich sein, mit genau den Klangfarben zu arbeiten, die den Komponisten ab dem frühen 19. Jahrhundert für ihre Orgelwerke vorschwebten - von den geradezu unerschöpflichen Möglichkeiten für improvisierte Musik ganz zu schweigen.

Geplant ist - neben dem Hauptspieltisch direkt am Orgelgehäuse auf der Südwand - ein fahrbarer Zweitspieltisch zu ebener Erde. Dieser wird einen nahtlosen Wechsel zwischen Orgelspiel und Chordirigat sowie das Zusammenspiel mit jeder denkbaren Instrumental- oder Vokalbesetzung ermöglichen.


Disposition der Eule-Orgel

I Hauptwerk
C – c´´´´
II Positiv
(schwellbar) - C – c´´´´
III Récit expressif
(schwellbar) - C – c´´´´
Praestant 16´ Lieblich Gedeckt 16´ Quintaton 16´
Gedackt 16´ Geigenprincipal 8´ Diapason 8´
Principal major 8´ Konzertflöte 8´ Flûte traversière 8´
Principal minor 8´ Zartgedackt 8´ Cor de nuit 8´
Gambe 8´ Quintatön 8´ Viole de Gambe 8´
Flûte harmonique 8´ Salicional 8´ Voix célêste 8´ ab c°
Rohrflöte 8´ Aoeline 8´ Octave 4´
Erzähler 8´ Vox coelestis 8´ Flûte octaviante 4´ ab c´
Octave 4´ Geigenoctave 4´ Nasard 2.2/3`
Gemshorn 4´ Fugara 4´ Octavin 2´
Quinte 2 2/3´ Flauto traverso 4´ Tierce 1.3/5`
Octave 2´ Waldflöte 2´ Piccolo 1´
Mixtur major 5fach 2´ Progressio 3-5fach 2´ 49. Plein jeu 5fach 2 2/3´
Mixtur minor 3fach 1 1/3´ Harmonia aetherea 3-4fach 2 2/3´ Bombarde 16´
Cornet 2-5fach 2 2/3´ Aeoline 16´ Trompette harmonique 8´
Trombone 16´ Clarinette 8´ Basson-Hautbois 8´
Trompete 8´ Oboe 8´ Voix humaine 8´
Clairon 4´ Celesta Stahlspiel Clairon harmonique 4´

Tremulant

Tremulant




IV Orchestral / Solo
(teilw. schwellbar) - C – c´´´´
Pedal (C-g´)

Orchestral: enclosed

Majorprincipal 32´
Contra Gamba 16´ Untersatz 32´
Orchestral Viola 8´ Principalbass 16´
Viola célêste 8´ ab c° Violonbass 16´
Clarabella 8´ Subbass 16´
Violine 4´ Gedacktbass 16´
Harmonic flute 4´ Salicetbass 16´
Flautino 2´ Open wood 16´
Cornett d´violes 3fach 3 1/5´ Octavbass 8´
Cor anglais 16´ Violoncello 8´
Clarinet 8` Bassflöte 8´
French Horn 8´ Octave 4´
Solo: unenclosed Großcornett 4fach 5 1/3´
Principalis romanus 8´ Hintersatz 4fach 2 2/3´
Konstantin-Flöte 8´ Kontraposaune 32´
Tuba imperialis 8´ Posaune 16´
Chimes Trompetenbass 8´
Clarine 4´

Normalkoppeln (elektrisch bzw. Koppelbarker):
I/P; II/P; III/P; IV/P; II/I; III/I; IV/I; III/II; IV/II; IV/III;
Solo/I; Solo/II; Solo/III; Solo/IV; Solo/P; Orchestral/I; Orchestral/II; Orchestral/III; Orchestral/P;

Superkoppeln: II/I; II/II; II/I; III/III; IV/I; IV/III; IV/IV; II/P; III/P; IV/P
Subkoppeln: II/I; II/II; III/I; III/III; IV/I; IV/IV; 

Generalcrescendo (Walze) mit fünf frei programmierbaren Crescendi
Schwelltritt Positiv (II)
Schwelltritt Récit (III)
Schwelltritt Orchestral (IV)

Technische Angaben:

Mechanische Spieltraktur : -hängende Trakturen für HW und Choir, vollständig einarmig
- Barkermaschinen für Swell, Orchestral und Pedal
- elektrische Anspielung der Hochdruckstimmen
Elektrische Registertraktur mit Manubrien
Schleifladen

Setzeranlage: - Kombinationen mit Zehnertastatur direkt anwählbar
- Speichermedium: codierte Chipkarten
- fünf abschließbare Sektoren mit jeweils 1.000 Kombinationen
- Sequenzschalter vorwärts und rückwärts
(rechts und links für Registranten, über Pedal: rechts nur vorwärts, links vorwärts und rückwärts, sowie unterhalb des ersten Manuals)
- Unterhalb des ersten Manuals größere Tastenfelder von 0 bis 9 für gezielten Aufruf bestimmter Kombinationen bei Improvisation

Registerfessel
MIDI-Schnittstelle
Replay-System
höhenverstellbare Orgelbank (mit Maßbandangaben)
Parallelpedal, zweifach geschweift

Winddrücke:
ca. 90 – 130 mm
Großpedal + Orchestral: ca. 150 mm
Solo (Hochdruckstimmen): ca. 380 mm

Extras:
LCD-Flachbildmonitor
Lautsprecheranlage am Hauptspieltisch inkl. Kopfhörerausgang
Transportables funkgesteuertes Tastendrückgerät
Fahrbarer Zweitspieltisch (Übertragung durch Glasfaserkabel): - identische Ausstattung wie Hauptspieltisch
- Manualumschaltung: HW auf I, Choir auf II bzw. umgekehrt


Informationen: Wikipedia / Jörg Becker
Foto: Berthold Werner (gemeinfrei)
Fotomontage und Informationen zur Eule-Orgel: Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Martin Bambauer)



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weiterführende Links


Die Orgeln der Konstantinbasilika


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