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Nachruf Dr. Gustav A. Krieg

R E Q U I E S C A T I N P A C E

In stillem Gedenken an

Dr. Gustav A. Krieg

geboren am 29. Juni 1948 in Dortmund, verstorben am Wochenende zum 12. April 2026 in Leipzig.

Jesaja Kapitel 41, Vers 10:
„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir;
weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

Mit großer Trauer habe ich davon erfahren, dass ein langjähriger Kollege im Institut für Kirchenmusik und auch schon in der vorhergehenden Abteilung für Kirchenmusik der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf am Wochenende zum Sonntag Quasimodogeniti (2. Sonntag der Osterzeit, „Weißer Sonntag“), 12. April 2026, verstorben ist.

Mit ihm verlieren viele Menschen einen hochverehrten Mentor und treuen Freund. Bis zuletzt war Gustav A. Krieg klar und präsent, und er wird uns unglaublich fehlen. Ich bin tief betroffen über den Verlust eines so außergewöhnlichen Denkers und Musikers. Er war ein bedeutendes Vorbild darin, als Kirchenmusiker und Theologe liturgische und künstlerische Belange miteinander zu verbinden.



Gustav Adolf Krieg (29. Juni 1948 in Dortmund - 12. April 2026 in Leipzig) studierte Theologie und Kirchenmusik, er war Kirchenmusiker, Pfarrer, Lehrbeauftragter und Professor.

Zu Beginn der 1990er Jahre war er als Pfarrer im Amt für Gottesdienst der Evangelischen Kirche im Rheinland tätig, schon vorher, bereits seit 1987, unterrichtete er bis 2014 an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf das Hauptfach Liturgisches Orgelspiel, Musikgeschichte mit Schwerpunkt Kirchenmusikgeschichte, Hymnologie und Liturgik, wie auch an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, als Professor für besondere Aufgaben lehrte er außerdem praktische Theologie an der Universität Bonn. Somit betreute und prägte er zahlreiche evangelische Studierende der Kirchenmusik und der Theologie und konnte einiges für ein besseres gegenseitiges Verständnis beitragen.

2005 wurde Gustav Adolf Krieg wegen seiner Verdienste in der Ausbildung von Kirchenmusikstudierenden zum Kirchenmusikdirektor (KMD) ernannt.

Zu seinen Schülern:innen gehörte unter sehr vielen anderen prominenten Kirchenmusiker:innen Manuel Gera (* 1963), der bis 1991 an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf evangelische Kirchenmusik studierte, seine Lehrer waren dort unter anderen Hartmut Schmidt (Chorleitung), Hans-Dieter Möller (Orgel) und Gustav Adolf Krieg (Orgelimprovisation); nach Stationen als Kantor in Oberhausen und Soest wurde Manuel Gera 2001 an die Hamburger Michaeliskirche berufen und war dort 20 Jahre als Chorleiter und Organist tätig, und 2006 wurde auch er zum Kirchenmusikdirektor (KMD) ernannt.

Als evangelischer Theologe und Kirchenmusiker war er insbesondere im Blick auf die liturgischen Gemeinsamkeiten mit katholischen Traditionen in der gottesdienstlichen Praxis gleichwohl ökumenisch ausgerichtet. Johann Sebastian Bach hat als Beitrag zur Ökumene schon 1739, zum damaligen 200jährigen Jubiläum der Reformation in Gustav A. Kriegs Wahlheimat und Altersruhesitz Leipzig, im III. Theil der Clavieruebung Bearbeitungen von Kirchenliedern zu den Artikeln des Kleinen Katechismus, mithin Grundlage evangelischer Ethik und Dogmatik, die hierin inzwischen auch von der katholischen Kirche als ökumenisch anerkannt wurden, komponiert. Diesen hat er als lutherische Missa brevis Choralbearbeitungen zum Kyrie und Gloria vorangestellt, allerdings deutschsprachig, so wie es infolge des II. Vatikanischen Konzil auch in der katholischen Messe erforderlich wurde. In dieser daher sogenannten „Orgelmesse“ umschließen Praeludium und Fuge mit jeweils drei Themen, die die Dreieinigkeit als theologische Grundlage der Ökumene mithilfe musikalischer Rhetorik in der heroischen, heldenhaften oder heiligen, mithin trinitarischen Tonart Es-Dur darstellen, die Bearbeitungen der insgesamt sieben Choräle, und vier Duette, die vier Elemente, vier Temperamente, vier Jahreszeiten, vier Tageszeiten, vier Himmelsrichtungen repräsentieren mögen, integrieren die weltliche Ebene der Immanenz des dreieinigen Gottes. Der III. Theil der Clavieruebung („Orgelmesse“) von Johann Sebastian Bach war die Musik, die aufgrund der engen Verbindung mit der Theologie von Gustav Adolf Krieg am höchsten geschätzt wurde.


Autor: Torsten Laux

Mit freundlicher Genehmigung von Torsten Laux
Foto: Ars-Organi-Nova
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