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Arp-Schnitger-Festival zum 300. Todestag des Orgelbauers
Elf Konzerte von Groningen im Westen bis Hamburg-Neuenfelde im Osten

Seit 2010 beleuchtet das Musikfest Bremen mit seinem Arp-Schnitger-Festival das Schaffen des 1648 in der Wesermarsch geborenen Orgelbauers. Am 28. Juli 2019 jährt sich zum 300. Mal der Tag seines Begräbnisses in der St. Pankratius Kirche in Hamburg-Neuenfelde. Anlass genug, den bedeutendsten Orgelbauer der Barockzeit mit dem nunmehr 10. Arp-Schnitger-Festivals gebührend zu würdigen – mit (einem bereits vergangenen Konzert am Geburtstag des Orgelbauers und - Anm.d.Red.) nun noch folgenden zehn Konzerten vom 25. August bis zum 1. September!

In Schnitgers Grabeskirche St. Pankratius in Hamburg-Neuenfelde erstrahlt sein mit 34 Registern größtes zweimanualiges Instrument seit Sommer 2017 wieder in der ursprünglichen Klangfülle. Der Start des Arp-Schnitger-Festivals erfolgt am Sonntag, 25. August, um 17 Uhr somit in eben dieser Kirche. Lionel Meunier und sein Ensemble Vox Luminis widmen sich dann dem reichen Motettenschaffen der Bach-Familie. Johann Sebastian als heute berühmtester Spross hatte in seiner Familie große Vorbilder von Format und sorgte mit seiner Sammeltätigkeit dafür, dass uns heute wertvolle Zeugnisse des Wirkens seiner Vorfahren erhalten sind. In der ersten Hälfte noch im Altarraum positioniert, werden die Künstler dann im zweiten Teil von der Empore aus zusammen mit der großen Schnitger-Orgel musizieren.

In St. Sixtus und Sinicius, der größten und ältesten Kirche des Wangerlandes, bringt am Montag, 26. August, um 20 Uhr der junge französische Tastenvirtuose Benjamin Alard die Orgel von Joachim Kayser, einem Zeitgenossen Arp Schnitgers, zum Klingen. Als großer Bach-Experte setzt Alard Werke des Leipziger Thomaskantors in den Mittelpunkt, flankiert von den ihn prägenden Komponisten Pachelbel und Buxtehude sowie Georg Böhm.

In der Kirche St. Laurentius in Dedesdorf steht ein 1698 von Schnitger erbautes Instrument. Sein besonderer Reiz darin liegt, dass nahezu alle Pfeifen als originaler Schnitgerscher Bestand erhalten und die alten Spielverhältnisse von 1698 wieder vollständig hergestellt sind. Die Belgierin Els Biesemans, 2012 Gewinnerin des Arp-Schnitger-Orgelwettbewerbs beim Musikfest Bremen, vereint in ihrem Programm am Dienstag, 27. August, um 18 Uhr einige der bedeutendsten Vertreter der Norddeutschen Orgelschule mit mittel- und süddeutschen Orgelmeistern des Barocks, ergänzt um Werke von Johann Sebastian Bach.
Das zweite Konzert des Tages findet um 20 Uhr in Arp Schnitgers Taufkirche St. Bartholomäus in Golzwarden statt. Violinistin Stéphanie Paulet, ihr Ensemble Aliquando, das Arp-Schnitger-Ensemble und Organist Edoardo Bellotti stellen zusammen mit dem jungen britischen Countertenor Alexander Chance Klagelieder und Lamenti von Dieterich Buxtehude und Johann Christoph Bach in den Mittelpunkt, flankiert von Kompositionen von Heinrich Schütz, Samuel Scheidt, Nicolaus Adam Strungk und Johann Adam Reincken.

Am Mittwoch, 28. August, steht um 20 Uhr in der Ludgerikirche Norden die zweitgrößte in Deutschland noch erhaltene Schnitger-Orgel im Mittelpunkt. Gli Angeli Genève musizieren mit Gesangssolisten unter der Leitung von Bass Stephan MacLeod von der Empore aus mit dem prächtigen Instrument und stellen in dieser akustisch reizvollen Aufstellung geistliche Konzerte von Matthias Weckmann und Johann Christoph Bach gegenüber.

Am Donnerstag, 29. August, geht es um 20 Uhr in Grasberg weiter, wo seit 1788 die ursprünglich von Arp Schnitger für die Kirche des Hamburger Waisenhauses erbaute Orgel steht. Das Ensemble L’Armonia Sonora wird von der Empore aus mit der Orgel als Continuo-Instrument musizieren. Im Zentrum des Programms stehen Kantaten von Georg Philipp Telemann und ein geistliches Konzert von Matthias Weckmann, die der renommierte niederländische Bassist Peter Kooij interpretiert.

Dem Instrument in der Kirche St. Peter und Paul in Cappel gebührt der Rang der heute am besten erhaltenen Orgel Schnitgers. Der französische Organist Michel Bouvard kündigt für sein Konzert am Freitag, 30. August, um 19 Uhr eine Doppel-Hommage an. Zum einen erinnert er an Helmut Walcha mit Bach-Werken, die dieser in Cappel eingespielt hat, und zum anderen verneigt er sich vor dem großen französischen Organisten André Isoir (1936-2016), der wunderbare Transkriptionen von Bach-Konzerten für Orgel solo hinterlassen hat.

Am Samstag, 31. August, steht ein Doppelschlag an zwei Instrumenten Schnitgers in Groningen an. Die prächtige Orgel in der Martinikerk enthält Pfeifen aus dem Zeitraum von 1481 bis 1984 und eignet sich für viele Ton-Sprachen. Das wird dort um 18 Uhr der schwedische Organist Hans-Ola Ericsson eindrucksvoll demonstrieren, indem er mit Werken von Georg Muffat über Bach, Buxtehude und Haydn bis zu John Cage und György Ligeti einen Bogen von über 300 Jahren umspannt.
Die nur ein paar Schritte entfernte Aa-kerk beherbergt eine der bedeutendsten Barockorgeln Nordeuropas. Von den wenigen erhaltenen Stadtkirchenor-geln Schnitgers ist sie die einzige große mit vollständig erhaltenen Prospektpfeifen. Harald Vogel, der Musikfest-Preisträger von 2012, vereint an ihr um 20 Uhr Werke von Vertretern der Norddeutschen Orgelschule wie Heinrich Scheidemann, Jan Adam Reincken oder Dieterich Buxtehude mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach.

Das Finale des 10. Arp-Schnitger-Festivals findet mit der neben Grasberg zweiten nahe bei Bremen gelegenen Arp-Schnitger-Orgel in Ganderkesee statt. Am Sonntag, 1. September, umkreist hier um 19 Uhr in der St. Cyprian- und Corneliuskirche das groß besetzte Abschlusskonzert Werke aus der Zeit von 1619 bis zum Todesjahr des Orgelbauers 100 Jahre später. Unter der Leitung von Wim Becu werden das Bläserensemble Oltremontano, das Arp-Schnitger-Ensemble sowie das Vokalensemble Cinquecento hier zusammen mit der Orgel (gespielt von Edoardo Bellotti) als Continuo-Instrument auch in großer mehrchöriger Aufstellung im Kirchenraum musizieren.

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Pressemeldung Musikfest Bremen
Foto: David Samyn
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