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Werke von Alexander Därr

Komponist: Alexander Därr
Verlag: Edition Musicantum

A Merry Christmas, Traditional, Arrangement für Orgel von Alexander Därr 2015
Bereits 2015 entstand diese schöne Orgelbearbeitung. Als früherer Chorsänger weiß ich um den Beliebtheitsgrad dieses Ohrwurms. Die Freude, die (Gospel-) Chöre damit verbreiten, das sollte auch Organisten/innen analog ebenso möglich sein. Das schmissige Arrangement lebt vom Wechsel vollgriffiger Akkorde, fugierter Passagen und wohlproportionierten Punktierungen. Wie wäre es z.B. als Postlude nach „O du fröhliche“? Sicher wird diese (Spiel-) Freude „zwischen den Jahren“ des Orgelinterpreten viele Adressaten/innen finden. Somit lautet meine Kurzformel als Prädikat: wohlbekömmlich für alle Generationen.

Zu Bethlehem geboren, Arrangement für gemischten Chor (SAM oder SATB), Gemeindegesang und Orgel
Ein Klassiker unter den Weihnachtsliedern und zudem immer harmonisch im satten F-Dur. Verschiedene Aufführungsmöglichkeiten sind hier möglich. Für einen flexiblen Chor samt begeisterungsfähiger Gemeinde ist alles spontan und ohne weitere Hürden erreichbar. Auch bei dreistimmiger Chorbesetzung fehlt es -dank des Orgelparts- nie an harmonischer unterstützende Fülle. Und nicht immer heißt im Chorsatz "schwieriger" auch automatisch "besser". Somit stehen unisono-Passagen nicht ohne Grund hier absolut gleichberechtigt.

Engel auf den Feldern singen, Arrangement für gem. Chor (SAM oder SATB), Gmd.gesang und Orgel
Nach Statistiken eines der bekanntesten und meistgeliebten Weihnachtsliedern (nach Stille Nacht!). Die Orgelstimme beginnt „alla francais“ mit einem schönen Thema (Carillon-Toccaten lassen grüßen), dann bringt das Pedal die beliebte Melodie hervor. Auf einem 4-taktigen Orgelpunkt auf dem tiefsten Pedalton C  gibt es harmonische Exkurse und nach 34 Takten beginnt der wunderbare Choral. Den dynamischen Anweisungen ist hier unbedingt Folge zu leisten – vom „mp“ bis zum „ff“ bei:  in excelsis deo. Höhepunkt des Arrangements ist die Zusammenführung des c.f. der Gemeinde und des drei-/vierstimmigen Kontrapunktes durch den Chor.

Maria durch ein Dornwald ging, Thema und II Variationen
Zunächst wird (Adagio) in Sopranlage das bekannte Motiv in Tonart g-moll vorgestellt. In Var. I wandert die Melodie vom Sopran in den Tenor. Von Vorteil ist für die gewünschte Klangfarbe „Klarinette 8 Fuß“ o.ä. In Var. II übernimmt die R.H. eine schöne Figuration in lebhafter Sextolen-Bewegung die durch das Melodiemotiv geformt ist. Wunderbar ist dabei der harmonische Verlauf. Wem die Bearbeitung zu kurz erscheint, der möge nocheinmal als Abrundung (ad lib.) Seite 1 wiederholen. Die Zuhörer werden es danken.

Zu Bethlehem geboren, Variationen für Orgel
I. Wiegenlied: Der Einstieg erinnert mich an an die Listz-Version zu Ave Maria von Arcadelt.
Zunächst nur 2-stimmig verdichtet sich der Klang immer mehr, bis endlich das Pedal den c.f. bringt. (bitte ohne verdickenden plumpen 16´ !)
II. Tanz
Mit schöner Ostinato-Bass-Figuration ein überzeugendes Stück. Hier könnten Melodie und Bass auch auf 2 verschiedenen Manualen gespielt werden.
III. Grave
Hier erscheint die Melodie umspielt und augmentiert in d-moll. Die Tonsprache erinnert an Brahms und Bruckner.
Vielleicht ist es eine Anspielung darauf, dass Krippe und Kreuz „aus demselben Holz geschnitzt“ sind?
Das Stück, erfordert „große Hände“, die deutlich über die Oktave hinaus greifen müssen oder aber als Spielerleichterung: Koppel bzw. „Pedal angehängt“.
IV. Halleluja
Hier darf die Orgel richtig aufbrausen mit Pedal-Posaune und was diese sonst noch zu bieten hat. C.F. im Pedal. Der Rhythmus der Begleitung gibt diesem Satz eine besondere Ausprägung. Die Freude der Engel eben. Ein klein wenig erinnert die Variation an L. Bernstein; zumindet wird ein Motiv aus der „West-Side Story“ zitiert...
V. Rezitativ und Adagio
Im entrückten Des-Dur und im 6/8 Takt - ein versöhnlicher Ausklang, der mich deutlich an die Orgel-Sonaten von Mendelssohn Bartholdy erinnert.
Ohne eine Note zu verändern habe ich das Stück auch in D-Dur probiert. Aber in Des-Dur wirkt es überzeugender. Zweifelsohne ein Zusatz-(Übe-)Aufwand, der sich aber sicherlich auszahlen wird.

Kyrie für 3- oder 4-stimmig gemischten Chor
Ein bewegendes Stück im 3/4-Takt, wobei durch viele wechselnde Stimmeneinsätze ein gehöriges Maß an Disziplin gefordert ist. Die Orgelstimme ist hierbei unverzichtbare Stütze und Bereicherung. Der Chorsatz in weiter Lage wird seine Wirkung nicht verfehlen und auch der Tonart-Wechsel von D- nach F-Dur wird ein Übriges als berührendes Steigerungselement dazu beitragen. In Kanon-Technik klingt das Stück beruhigt und beruhigend auf Ton F aus.   


Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Dezember 2018


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