Daniel Kunert - Musik-Medienhaus
Das Portal der Königin

- Startseite - Rezensionen - Tschaikowski - Nussknackersuite opus 71 a


Nussknackersuite opus 71 a
in einer Transkription für Orgel

Komponist: Peter Iljitsch Tschaikowski
Bearbeiter: Alexander Därr
Verlag: Musicantum Edition


Zu diesem Geniestreich kann man Alexander Därr herzlichst gratulieren. Es gibt zwar bereits ein Tschaikowski-Album: Orgeltranskriptionen von William Wolstenhome (1865-1931), neu herausgegeben von Hans-Peter Bähr im Dr. J. Butz Musikverlag Sankt Augustin (2003). Doch in diesem Heft geht es lediglich um für die Orgel adaptierte Klavierwerke Tschaikowskis.

Somit dürfte Alexander Därr der uneingeschränkte Verdienst gebühren, als erster eine stimmige Orgelfassung der Nussknackersuite herausgebracht zu haben. In dieser vitalen (Ballet-)Musik merkt man nichts von der Melancholie, nichts von Depressionen, nichts von der Nervosität, unter denen Tschaikowski sein Leben lang litt. Exakt passend zu dieser unbeschwerten energiegeladenen Heiterkeit und sprühender Lebensfreude wurde auch das
ansprechende Titelbild: Ölgemälde „Tänzerin“ von Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) ausgewählt.

Auf 24 Seiten Hochformat finden sich konkret:
I. Ouverture miniature
II. Danses Charactéristiques B-Dur
a) Marche G-Dur
b) Danse de la Fée-Dragée e-Moll
c) Danse russe Trepak G-Dur
d) Danse des Mirlitons D-Dur
III. Valse des Fleurs D-Dur

Die Ouverture miniature lebt von einer köstlichen Linie, die ganz klassisch durch figurative Bewegungen und harmonische Ausweichungen gesteigert wird. Bei den folgenden Tanzformen wurde in der Orgelausgabe auf “Danse arabe“ und „Danse Chinoise“ verzichtet. Marche ist von Triolen-Fanfaren auf leichtem Taktteil geprägt, Danse de la Fée Dragée zaubert eine exotische Atmosphäre. Danse russe Trepak ist ein derber, kräftig aufstampfender
Bauerntanz. Die Bassführung ist hier hervorragend gelungen. Danse de Mirlitons (mirliton heißt übrigens nichts anderes als „Rohrflöte“) ist eine wunderbare
Miniatur mit aufsteigenden 32-steln Bewegungsfiguren. Ein echter Walzer mit Ohrwurmqualität ist (mit seiner rondoartigen Form) die Nr. III.

Tschaikowski in Orgelkonzerten – warum auch nicht. Allerdings ist hier ein souveräner Interpret mit pianistischen Fähigkeiten gefragt, der vor allem nicht an den „Tasten klebt“. Wie passend daher auch die Bezeichnung quasi pizz(icato) zur Pedal (Bass-) Stimme.


Christoph Brückner
November 2018 / März 2019


Diese Noten sind im gut sortierten Buch-/Musikhandel erhältlich
- unter anderem im Notenkeller in Celle (tel. Bestellung 05141-3081600 oder per Mail an info@notenkeller.de möglich).