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BACH

Interpret: Kare Nordstoga
Label: LAWO


In seiner Bach-Gesamteinspielung hat nun Kare Nordstoga, seit 1984 2., seit 1994 1. Organist der Kathedrale von Oslo, die CDs 9 und 10 vorgelegt, eingespielt an der von Rudolf von Beckerath 1953 denkwürdig wieder hergerichteten Orgel der Johanniskirche Lüneburg. Die Orgel, die in ihren ältesten Teilen auf 1553 zurückgeht und 1715 in der Amtszeit Georg Böhms von Matthias Dropa zum großen Barockwerk (III/47) umgeformt wurde – zu dem es in Bälde wieder zurückgeführt werden soll – gehört natürlich in das Umfeld Bachs, denn Bach ging offenbar im Haus Böhm ein und aus, benutzte jedenfalls sein Notenpapier. Eingespielt sind etliche der großen Praeludien und Fugen, dazu die Partiten O Gott, du frommer Gott und Christ, der du bist der helle Tag, die Fuge g-Moll BWV 578 und die Corelli-Fuge BWV 579.

Nordstoga spielt unaufgeregt korrekt und kompetent, seinem abgeklärten Spiel hört man gerne zu ohne genau sagen zu können, warum. Andererseits ist auch nichts Aufregendes zu vermelden, irgendwelche Experimente und Extravaganzen liegen ihm vollkommen fern. Die vom Programm bedingten vielen Plenumklänge behindern leider aber auch die Chance, die Orgel in ihren vielfältigen weiteren Möglichkeiten vorzuführen.
Die CD wird wohl das letzte Klangzeugnis einer großen Epoche dieser Orgel sein, denn Beckeraths Arbeit setzte damals Maßstäbe. Andererseits sind diese edlen Klänge zwar untadelig, aber nicht mehr den Möglichkeiten heutiger Rückführungen gewachsen. So darf man gespannt sein, wie die Orgel in einigen Jahren klingen wird – und mit dieser schönen CD sich an eine große Zeit dieser Orgel nachhaltig erinnern.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Dezember 2018 / Juni 2019


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