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The Steinmeyer Organ in Nidaros Cathedral Trondheim (N)

Interpret: Magne H. Draagen
Label: LAWO


Die 1930 anlässlich der 900-Jahr-Feier der Schlacht von Stiklestad - sie führte zur vollständigen Christianisierung und zur Reichswerdung Norwegens - im nördlichen Seitenschiff des Olafdoms in Trondheim als Opus 1500 erbaute Steinmeyer-Orgel hatte nach ihrem Umzug 1960 in den nun wieder aufgebauten Westteil der Kirche und 1994 infolge der Restaurierung/Rekonstruktion der Wagner-Orgel im nördlichen Transept die historische Gehäusefront verloren. Die nach einigen Veränderungen von 1960 von Orgelbau Kuhn AG auf die ursprüngliche Disposition von 1930 zurückgeführte und mit einem neuen Freipfeifen-Prospekt versehene Orgel wurde 2014 wiedereingeweiht. 17 Register wurden rekonstruktiv ergänzt oder neu gebaut, ein neuer viermanualiger Spieltisch vor dem Westeingang ist dem historischen Spieltisch von 1930 nachempfunden, aber mit modernster Technik ergänzt. Das Instrument verfügt über 125 klingende Register, 12 transmittierte Register und zwei Effektregister.

Auf der ersten CD nach der Einweihung spielt Hausorganist Magne H. Draagen eine Folge von 14 Werken, die meist gut zur Entstehungszeit der Orgel passen. Modernstes Werk dabei ist Petr Ebens „Moto ostinato“ aus seiner Sonntagsmusik (1958), ältestes eine Transkription aus Händels Wassermusik. Hier findet die butterweiche Tuba des Solowerks, das sich im Südtriforium des Langhauses neben der Vierung befindet, eine herrlich antiphonale Wirkung zu den Grundstimmen des Hauptwerks. Die Aufnahme kann bei der Länge der Kirche von fast 100 Metern und der Größe der Orgel natürlich nicht Einzelheiten des Steinmeyer-Klangbildes einfangen. Die Sinfonik der Orgel erschließt sich ja auch erst aus einiger Entfernung, wie es die Aufnahmetechnik ja dann auch bringt. Draagen wechselt also zwischen Piano-, bzw. Pianissimoklängen, die sehr berücken können, und Forteklängen, die bei Steinmeyer immer eingebunden sind in eine runde, fast zurückhaltende Klangästhetik.

So wie Draagen auf dieser CD nur eine kleine Auswahl der so vielfältigen Klangmöglichkeiten vorführen kann, kann auch der Rezensent nicht über detaillierte Klänge berichten. Was bei vielen CD-Aufnahmen gilt, gilt auch hier: hinfahren und hören!

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Februar 2019 / August 2019


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