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Die Klais-Orgel der Ruhe-Christi-Kirche Rottweil

Interpreten: Thoma, Peter & Weis, Wolfgang / Küchler-Blessing, Sebastian
Label: organum classics

Da ist sie nun: die Klais-Orgel mit II/16, mit Wechselschleifen und im Ahorngehäuse, so das Booklet. Von 1928 bis 1990 existierte die Späth-Vorgängerorgel, auf die leider nicht weiter eingegangen wird.

Etwas vollmundig ist dann weiter von geometrischer Struktur des Orgelprospektes die Rede, der an  an klassizistische Vorbilder erinnern soll. Für die Klais-Orgel mit Standort linke Seitennische im Altarraum würde ich lieber das Wort „futuristisch“ nehmen. Meiner Ansicht nach ist die jetzige Orgel weniger eine Integration, sondern mehr ein Kontrast zum übrigen Barockstil. Aber das ist die Privatmeinung des Rezensenten.

Auf der CD gibt es 18 Titel von Barock, Klassik, Jazz. Die Orgel überzeugt eher in Einzelfarben als im Gesamtklang. Leider kommt bei JSB (BWV 545) eher ein Klangbrei daher. Vielleicht liegt es an der tiefen Terz 3 1/5´in der Mixtur, die dann durch Sub II-I nochmals tiefer wenig klangverschmelzend, sondern eher als Fremdkörper erscheint. Subtiler und gefälliger sind Mozart (Glasharmonika), C. Ph. E. Bach und die Einspielungen Saxofon mit dezenter Orgelbegleitung. Leider sehr kurz geraten (Füllstück?) ist mit nur 2:05 der Rottweiler Narrenmarsch. Hier hätte ich mir z. B. eine Wiederholung oder Variation (Sequenz) gut vorstellen können.

Gelungen sind die Formulierungen im Booklet: Jazz in der Kirche: Kein Widerspruch. Und Improvisieren: Komponieren ohne Radiergummi, welche wunderbaren Bilder. Und so gibt es auf dieser CD eben neben Steigleders Tabulatur auch Musik aus unserer Zeit, Jazz-Standards. Und die Orgel ist dazu ein guter Partner. Das finde ich besonders gut gelunden in „Caravan“, Latin –Jazz-Standart „Morning“, Oh When the Saints Go Marching In, Just a Closer Walk with Thee. Zu allen Interpreten gibt es aussagekräftige Details und Portrait-Fotos.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / November 2021

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Die Orgel in St. Jakobi zu Stralsund

Interpret: Martin Rost
Instrument: Wegscheider-Orgel St. Jakobi Stralsund
Label: Querstand

Nach einigen Pannen in der Orgelhistorie enthält der monumentale, eindrucksvolle Prospekt von 1741 mit der Wegscheider-Orgel zum ersten Mal in seiner Geschichte ein künstlerisches ebenbürtiges Instrument. Das ist der Eindruck, der sich anhand der geschichtlichen Ereignisse verdichtet. Bedenklich und ja, sehr traurig, sind da zunächst frühere statische Mängel. Unbedingt zu nennen: Principal 32´ und Contraposaune 32´. Kriegsbedingter Vandalismus um 1945 war bedauerlicherweise ein weiteres Negativargument. Umso erfreulicher, dass es danach positive Tendenzen gab.

Insofern ist diese CD mit dem Interpreten OSV Martin Rost, Jahrgang 1963, mehr als lobenswert. Mit fast 71 Minuten Spielzeit gibt es kurzweilige und angenehme Musik vom Feinsten. Dafür stehen Komponisten: Buxtehude, JSB, Johann Pachelbel, Christoph Wolfgang Druckenmüller, Daniel Erich, Daniel Magnus Gronau, G. F. Händel, Georg Dietrich Leyding, Johann Ludwig Krebs. Viel Beachtung fand Martin Rost bei der Wiederentdeckung der verschollenen Choralvariationen D.M. Gronaus und bei der mit Krzysztof Urbaniak realisierten Gesamtausgabe dieser Kompositionen beim Ortus-Verlag Beeskow.

Die CD ist ein herausragendes Klangportrait mit dazu passender vielfältiger Orgelmusik von Barock bis Klassik mit wunderbaren Detailfotos von Kirche, Spieltisch, Orgelprospekt. Dazu unbedingt lesenswert: Orgelwerkstatt Wegscheider, Dresden – ein persönlicher birografischer Streifzug.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / November 2021

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Florentine Romantic Organ Music
Casini, Casamorata, Maglioni

Interpret: Matteo Venturini
Label: Brilliant

Lange Jahrzehnte haben die italienischen Kollegen gezögert, die leider verpönte italienische Orgelmusik des 19./20. Jahrhunderts auf CD einzuspielen. Seit einigen Jahren schließen sie nun peu a peu diese Lücke, wobei sich wahre Schätze auftun aus einer bisher wenig aufbereiteten Vergangenheit.

So ist von dem ersten Komponisten Padre Antonio Casini (19. Jh.), von dem vier Messesätze zu hören sind, außer seinem Namen fast nichts bekannt. Umso mehr freut es den Hörer, hier echte Orgelmusik im Opernstil hören zu dürfen, die auf den einmanualigen italienischen Orgeln aufwändig dargestellt werden kann. Die Vincenzo Colonna (1602 – 1606) - Filippo Tronci (1899) -Orgel in San Michele Arcangelo in Corsanico (LU), 2005 restauriert von Riccardo Lorenzini, ist ein Prachtinstrument, gebaut für solche bombastische Musik. Auch die anderen beiden Komponisten, Luigi Ferdinando Casamorata (1807 – 1881) mit seinen 12 brevi esercizi in forma di versetti per organo (1874) und seiner Missa completa (1877) sowie Giovacchino Maglioni (1814 – 1888) mit seinen Istituzioni Teorico-Pratiche per Organo – Parte terza - beide setzten sich sehr für eine Reform der Musik nach den Vorstellungen des Caecilianismus ein – ist hierzulande kaum etwas bekannt. Wenn sie auch in ihre Beispielstücke Kontrapunkte, Kanons und Fugenähnliche Takte einbeziehen, es klingt so bravourös und effektvoll, dass man nicht genug davon hören kann. Dazu leistet die Serassi-Orgel (1832, op. 465) in der Basilica Santa Maria Nazareth in Sestri Levante (GE), 2012 restauriert von Dell’Orto e Lanzini, ihren glänzenden Teil. Matteo Venturini interpretiert gekonnt und virtuos, so dass keine Wünsche übrig bleiben, außer dem nach einer weiteren Einspielung zeitgleicher Komponisten Italiens.

Rainer Goede
Mai 2021 / Oktober 2021

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"Ein feste Burg" Vocal- und Orgelmusik von Michael Praetorius

Interpreten: La protezione della Musica, Jeroen Finke
Instrument: West-Orgel St. Marien Lemgo
Label: arcantus

Diese CD ist ein besonderes Geschenk zum 450. Geburtstag und 400. Todestag des wohl wichtigsten Komponisten um 1600, Michael Praetorius (* 15. Februar 1571 in Creuzburg bei Eisenach; † 15. Februar 1621 in Wolfenbüttel)! Nicht nur Corona stand dem entgegen, sondern vor allem eine dominierende langjährige Vernachlässigung des Musikschriftstellers und Hofkapellmeisters in Wolfenbüttel und Dresden. Sein immenses Schaffen, grundlegend für die Barockzeit, ist zwar fast vollständig überliefert, aber in der Praxis nur lückenhaft greifbar, weil die Vollendung einer Gesamtedition auch nach hundert Jahren nicht in Sicht ist.

In die Orgelgeschichte ist Praetorius eingegangen vor allem durch seine detailgenaue Beschreibung des seinerzeitigen Orgelbaus in seinem Hauptwerk Syntagma musicum (Wolfenbüttel 1615 – 1619). Die Kenntnisse hatte er sich erworben beim Bau der David Beck-Orgel in der Schlosskapelle des Residenzschlosses Gröningen (1596, II/59), dem universellen Prunkwerk des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel und Administrators des Stiftes Halberstadt. Außerdem ist seine Zusammenarbeit mit den Orgelbauern Esaias Compenius (1610 „Compenius-Orgel“ in Schloss Hessen, 1616 verschenkt an König Christian IV. von Dänemark, dort unverändert erhalten als „Orgel von Schloss Frederiksborg“) und Gottfried Frietzsch durch die Abnahmeprüfung von dessen neuer Orgel in der Bayreuther Stadtkirche 1619 gemeinsam mit Scheidt, Schütz und Johann Staden sowie dem Orgelneubau in der neuen Kirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel 1621 nachgewiesen.

Von den (nur) drei großen überlieferten Choralphantasien spielt Lisa Bork, Kirchenmusikerin in Borgfeld und Studentin der HfK Bremen, die Phantasie über „Ein feste Burg“, die der ganzen Einspielung auch den Titel gab. Ideal ist die Rowan West-Rekonstruktion der Fritz Scherer-Orgel von 1613, zu der das Booklet leider total schweigt, obwohl die Registrierungen angegeben werden. Gleich zu Beginn sind die Principale, die als einzige Pfeifen bis heute im Prospekt überdauert haben, zu hören, wertvolle und wunderschöne Stimmen einer großen Vergangenheit. Außerdem ist die Orgel noch zweimal als Continuo-Instrument zu hören.

Das 14-köpfige Ensemble La protezione della Musica unter der Leitung von Jeroen Finke, wohl allesamt der HfK Bremen angehörig, musiziert auf Zink, Posaunen, Laute, Theorbe und Regal, dazu sieben Vokalisten, die sich auf die verschiedenen zwei- bis achtstimmigen Besetzungen verteilen. Zu hören sind aus Musae sioniae I, III; V und IX sowie aus Polyhymnia caduceatrix Choralsätze, bzw. –konzerte zu „Ein feste Burg“, „Vater unser im Himmelreich“, „Christe, der du bist Tag und Licht“, „Lobet den Herren, denn er ist sehr freundlich“ und das Te Deum (deutsch). Alle musizieren auf hohem Niveau in einem herrlich geschlossenen Ensembleklang, so dass man der Gruppe nur wünschen kann, in Zukunft beisammen zu bleiben und sich ganz frei zu musizieren. Die etwas zu langen Pausen zwischen den einzelnen Versen sowie die kaum merkbare akustische Trennung beim mehrchörigen Musizieren sind das einzige, was neben den fehlenden Informationen zur Orgel zu bemängeln ist. Mit dieser CD beschert Finke und sein Ensemble dem Jubilar des Jahres eine gebührende Ehrung!


Rainer Goede
Juni 2021 / Oktober 2021

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Charles-Marie Widor – Symphonie V Op.42,1

Herausgeber: Georg Koch
Verlag: Carus

Die 5. Sinfonie von Widor zählt wohl zu den meistgespielten Orgelwerken aus Widors Schaffen, insbesondere die ikonische Toccata, der letzte Satz, wird häufig, viel und gern zu diversen Anlässen zu Gehör gebracht.Das Werk gliedert sich in fünf charakterlich äußerst verschiedenartige Sätze, beginnend mit einem brillianten Variationssatz, weiter geführt über ein von einer charaktervollen Melodie überspannten Allegro cantabile und ein eigentümliches, scherzoartiges Andantino quasi allegretto, hin zu einem eher statischen Adagio, welchem im größten Kontrast die triumphale Toccata als Schlussatz gegenübergestellt wird. Mehr Worte will der Autor zum Werk nicht verlieren, die Sinfonie ist hinlänglich allen Orgelfreunden bekannt.

Georg Koch legt das Werk nun im Carus Verlag in einer umfangreichen Neuedition vor, bei der berechtigt die Frage zu stellen ist: Hat diese Ausgabe neben den diversen anderen eine Daseinsberechtigung? Der Verfasser dieser Rezension meint: vollumfänglich „Ja!“, will aber hierbei auf den Vergleich mit anderen Editionen verzichten, um den Rahmen nicht zu sprengen. Eines dürfte klar sein: Nach dem Studium des in drei Sprachen vorliegenden Vorwortes (deutsch/englisch/französisch) in all seiner Ausführlichkeit bleiben wenige Fragen zu einer „authentischen“ Interpretation des Werkes offen. Koch spannt, ausgehend von der Zielformulierung einer neuen Urtextausgabe auf Basis der letzten Änderungen von Widor, einen weiten und fachlich sehr kompetenten Bogen von Widors Biografie über den Orgelbau und die -musik in Frankreich, die Orgelsinfonien Widors und deren Bezug zu den Orgeln der Zeit, hin zur Interpretation und einer ausführlichen, sich aber nicht im Kleinen verlierenden Beschreibung des Werkes, abschließend mit Informationen zur Ausgabe und einigen Dankesworten. Das ganze Vorwort ist in angenehmer Sprache formuliert und animiert zum ausführlichen Studium desselben. Am Ende schließt sich ein sehr ausführlicher kritischer Bericht an, der die Sätze übersichtlich und einzeln auflistet. 

Das Wichtigste, das Notenbild selbst ist, mit einigen Zugeständnissen an heutige Gepflogenheiten, an die letzte Ausgabe Widors von 1928/29 angelehnt und vereint Übersichtlichkeit mit Zweckmäßigkeit. Will sagen: Es ist schön, sich diese Noten anzusehen, das Format des hochwertigen Heftes (B4) ist zum Daraus-Spielen einfach ideal, das nicht weiße, sondern leicht beige Papier fühlt sich hochwertig an, nimmt auch Bleistiftnotizen willig und ohne Durchdrücken auf andere Seiten an, auch Registrierzettel halten sehr gut auf diesem Papier, welches auf dem Notenpult angenehm blendfrei und mit gutem, Kontrast bedruckt ist. Die Wendestellen sind großteils so gelegen, dass man ohnehin eine Hand frei hat, lediglich an einigen Ecken wird man sich wahlweise mit Extra-Kopieren oder einem Blätterer abfinden müssen – diese Anlage des Formates gefällt und ist angenehm, auch wenn man oft beim Blättern recht fix sein sollte – dass dies nicht für den motorischen Rhythmus der Toccata am Ende gilt, dürfte von selbst erklärend sein.

Was bleibt als Fazit? Die knapp 30 Euro, die man für diese Ausgabe auf den Tisch legt, sind gut angelegtes Geld, man erhält ein qualitativ hochwertiges Heft mit vielen hilfreichen Informationen, gut recherchiertem Vorwort und Informationen sowie einem angenehmen Notenbild und wohl überlegten Blätterstellen. Am Ende kann man nur sagen: Ja, der Versuch einer neuen Urtextausgabe ist geglückt, und jene hat neben all den anderen Editionen durchaus ihre Daseinsberechtigung.


Johannes Richter - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Max Reger Organ Works 1-8

Interpret: Peyrot, Irénée
Instrument: Schuke-Orgel der Marktkirche Halle (Saale)
Label: Querstand

Manchmal kreuzen sich Wege auf die ungewöhnlichste Art und Weise an den ungewöhnlichsten Stellen – Max Reger, der „Orgeltitan“ der deutschen Romantik trifft in der Geburtsstadt eines der bekanntesten Barockkomponisten – Georg Friedrich Händel – unter den Händen eines französischstämmigen Organisten (KMD Irénée Peyrot) auf eine eher neobarock verortete Orgel – auf die Schuke-Orgel der Marktkirche in Halle (Saale), mit 56 Registern auf drei Manualen und Pedal, zuletzt 2007 durch Sauer aus Frankfurt/O. erneuert. Wie geht das zusammen?
Die Antwort ist: Sehr gut, aber in manchen Momenten anders, unkonventioneller, als man es vielleicht gewohnt ist – die Bereitschaft, sich auf eine Aufnahme unvoreingenommen einzulassen, ist hier vom Hörer auf jeden Fall zu erwarten.

Zuallererst: Der Klang der Orgel. Neobarock disponiert, durch Sauer 2007 etwas abgemildert, aber mit großem Schwellwerk versehen, in vielen Momenten etwas terassendynamischer als man es gewohnt ist, vielleicht auch härter, als man es angenommen haben mag, dennoch aber sehr gut zu großen Crescendi und Decrescendi fähig, wenn auch manchmal die Wucht der Grundstimmen der hochromantischen Orgel zu vermissen ist.
Regers Musik gewinnt dadurch sehr viel an Durchsichtigkeit, besonders die leisen Flöten entfalten eine reiche Farbigkeit in den gedeckteren Stücken zusammen mit den streichenden Stimmen, wie im Praeludium cis-Moll Op.85/1, welches sehr gut zu dieser Orgel zu passen scheint.

Zweitens: Die Spielweise des Interpreten schlägt einen gekonnten Bogen von Max Reger, der seine Werke eher langsam hörte (wie er einst zu G.Bunk sagte: „Spielens' halt meine Werke nicht so schnell...“) hin zu den Gegebenheiten von Orgel und Akustik – Romantik und Neobarock treffen nebeneinander, aber doch füreinander und miteinander aufeinander in einer gelungenen Synthese. Peyrot wählt in vielen Momenten schwerere, gravitätischere Tempi, getreu dem oben genannten Satze Regers, ohne dabei das Feuer, die Leidenschaft vermissen zu lassen. Das Argument, welches an anderer Stelle genannt wurde, dass Peyrot z.B. bei Op.46 mit 21 Minuten eher im hinteren Mittelfeld läge, zählt nicht – führen die Tempi doch eben bei „B-A-C-H“ bei der durchweg komplexen Musik zu einer schwer zu erreichenden Durchsichtigkeit und Verständlichkeit – schneller ist eben nicht immer besser, zumal Peyrot weder Feuer, Flamme, noch Ausdrucksfähigkeit und Emotion vermissen lässt, dies alles aber in einem angemessenen, erträglichen, erhabenen Maße zur Anwendung bringt. Insbesondere die Orgelsuite Op.16 entfaltet dadurch, ebenso wie die Choralfantasien auch in Verbindung mit der gekonnt-durchsichtigen Registrierung und Intonation der Orgel eine Klanglichkeit, die Regers Inspiration durch Bach, seine Bewunderung für den Meister aller Meister deutlich macht. Ist dies ein Nachteil? Sicher nicht, lässt die Aufnahme doch die Reger zugehörige Erdenschwere und Depression nicht vermissen, schlägt andererseits aber einer Reminiszenz an die berühmt-berüchtigten Scherze des Komponisten gleich den Bogen zu einer aetherisch anmutenden Leichtigkeit, sodass der Hörer nicht von der Musik erdrückt wird, Zeit zum Aufatmen hat – exemplarisch mögen dafür die vier Präludien und Fugen Op.85 stehen. Peyrots Spielweise ist dabei durchweg tadellos und erhaben, technisch einwandfrei und musikalisch von großem, aber nicht unmittelbar emotionalen Ausdruck geprägt, sein Reger ist eher fast retrospektiv zu verstehen, mit zeitlichem Abstand zu früheren Emotionen, was dem Ganzen eine Art kosmische Dimension ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit verleiht – umso bemerkenswerter diese Einspielung, da der Interpret sie neben der normalen Tätigkeit einer 100%-A-Stelle vorlegt.
Zu Preziosen geraten die Einspielungen z.B. von Op.135a, welche großes Verständnis für Choral und Verarbeitung zeigen, den kleinen Werken eine große Ernsthaftigkeit verleihen. Mag er auch an einigen Stellen die, teils berüchtigten und umstrittenen Metronomangaben nicht berücksichtigen, so ist dies doch auch der Orgel geschuldet, letztlich ist die Symbiose aus Neobarock und Spätromantik als gelungen zu bezeichnen. Auf jedes Werk hier einzugehen ist bei über 200 Werken nicht möglich, als Highlights seien jedoch genannt: Op.16, Op.27, Op.46, Op.85, Op.135b. Die Aufnahmequalität ist transparent, direkt, aber sehr räumlich und dreidimensional.

Leider gibt es alle Aufnahmen nur als Download, wodurch ein Booklet in irgendeiner Form leider nicht vorhanden ist – schade! Dennoch: Für Liebhaber eines transparenten, nicht von Emotionen, sondern von Geist geprägten Regers abseits bekannter Pfade sei diese Einspielung herzlichst empfohlen – Langeweile kommt nie auf.

Johannes Richter - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Joseph Callaerts - Organ Works

Interpret: Peter van de Velde
Instrument: Pierre Schyven Orgel, Our Lady's Cathedral, Antwerpen
Label: Aeolus

Immer bleibt Geschichte geheimnisvoll und rätselhaft und bestimmt gibt es da (immer noch- oder schon wieder-) einige Unschärfen in der Perspektive von Über-/Unterbewertungen? Dazu einige nüchterne Fakten:  Boellmann, den Namen kennen wir doch bestimmt alle (Stichwort „Suite gothique“). Aber daneben Joseph Callaerts?  Vergessen…nie gehört? Immerhin fällt aber auch gerade dieser Name in die Epoche der (Hoch-)Romantik. Brahms, Smetana, Bruckner, Wagner, Guilmant, Rheinberger, Mailly lassen grüßen und in genau diesem Umfeld ist ebenbürtiger Platz für Joseph Callaerts (1830-1901).

Prestigeträchtige Titel brauchen sich nicht zu verstecken: Adoration, Elegie, Grand Choeur, Scherzo, Toccata, Marche triomphale. Klangästhetisch bewegen wir uns zwischen den Begriffen Orgelsonate und Orgelsymphonie, sicher auch manchmal angereichert mit (un-)bewusst wagnerianischen Akzenten. Und da spielt der Faktor Zeit immer eine besondere Rolle. Es ist mir überaus angenehm aufgefallen, dass selbst bei der „Total playing time“/Gesamtdauer von immerhin 81:19 niemals der Eindruck von Übersättigung entstand! Im Gegenteil! Besondere Aufmerksamkeit muss hier unbedingt Nr. 10 erfahren: Larghetto (bislang unveröffentlichte Transkription nach dem Originalmanuskript: after Wolfgang Amadeus Mozart´s Clarinet Quintet KV 581): welch wunderbare Symbiose aus Klassik und Romantik! Nicht umsonst wird wohl die 1893 entstandene Symponie den erklärenden Namen „pastorale“ bekommen haben! (Nr. 4 bis 8). Stichwort: Weltersteinspielung.

Das Booklet bringt sehr viel Hintergrundwissen und hochinteressant ist allein schon die Orgeldisposition. Wer kennt wirklich solche exotischen Orgelregister: Ophicleide? Mélophone ? (Mélophone = Unda maris), Voix angélique… ? Zudem wird die Pierre-Schyven-Orgel von 1891 (im historischen Pracht-Prospekt von 1657) gewürdigt. Damals waren im Ausschreibungsverfahren involviert: E. F. Walcker, Ludwigsburg / A. Cavaille-Coll, Paris. Zur mustergültigen Restaurierung von 2014-18 und zum Interpreten sei eigens auf das mehrsprachige Booklet verwiesen. Hier heißt es u.a.: Peter Van de Velde ist der fünfte Titularorganist der großen Schyven-Orgel der Kathedrale von Antwerpen. 1972 geboren begann er seine Orgelstudien als Autodidakt in Doel (Ostflandern) im Alter von zwölf Jahren. Als Kathedralorganist seit Anfang 2002 spielt er abwechselnd sowohl an der Schyven-Orgel (1891) als auch an der Metzler-Orgel (1993).

Diese CD ist aufgrund der Vielfalt ein non-plus-ultra. Kaufen, reinhören, weiterempfehlen! Fazit: eine wunderbare CD für alle Sinne, optisch und musikalisch und überhaupt.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Carl Loewe und die Orgel

Interpret: Peyrot, Irénée
Instrument: Rühlmann-Orgel der Stadtkirche St. Petri zu Löbejün
Label: Querstand

Löbejün – eine beschauliche Kleinstadt nördlich von Halle, am Petersberg, malerisch im weiten Feld gelegen, in der Mitte die Stadtkirche St.Petri mit ihrem massiven, viereckigen Turm. Hier wurde Carl Loewe als Sohn eines Kantors 1796 getauft – damit war der Anfang für eine lange und erfolgreiche Karriere als Komponist, Musikpädagoge, Begleiter, aber auch als Kirchenmusiker und Organist gelegt.  Nach einem Studium in Halle wechselte er 1821 nach Stettin an St.Jacobi, wo er alsbald zu einem gefeierten und beachteten Künstler aufstieg, der mit seiner Musik europaweiten Ruhm erlangte, doch heute nur durch einige wenige Werke, vornehmlich Balladen wie „Die Uhr“ oder „Prinz Eugen“ bekannt ist – doch sein Schaffen, vielfach kirchlich in verschiedenste Richtungen geprägt, umfasste auch Oratorien, Klaviermusik nach biblischen Motiven („Biblische Bilder“), ebenjene Balladen, denen er seinen Ruhm verdankte, und einige wenigniedergeschriebene Orgelwerke, vornehmlich zu pädagogischen Zwecken als Improvisationsmuster („Musikalischer Gottesdienst“) - dennoch war er zeitlebens als Organist und Improvisator hoch angesehen. 

Carl Loewe und die Orgel – eine zeitlebens währende Verbindung und Liebe bis über den Tod hinaus – Loewe verfügte, dass sein Herz in einem Pfeiler unter der Orgel in Stettin eingemauert werden solle... Dieser Thematik widmet sich die vorliegende CD mit demselben Titel, darauf hindeutend, dass es nicht vorrangig (aber auch!) um Loewes wenige Orgelwerke gehen soll, sondern eher um seine intensive Tätigkeit und die Verbindungen zur Orgel, welche in seinem Werk oftmals spürbar sind. So finden sich auf der CD, unterstützt von der Internationalen Carl-Loewe-Gesellschaft Löbejün, nicht nur Titel aus seinem „Musikalischen Gottesdienst“, sondern auch Ausschnitte aus den „Biblischen Bildern“ sowie Nummern aus Oratorien und Balladen, deren Transkriptionen der Interpret Irénée Peyrot anfertigte, zeigt. Peyrot, seines Zeichens Organist, Kantor und Kirchenmusikdirektor an der Marktkirche in Halle, ist in der Verangenheit schon mit groß angelegten Aufnahmezyklen wie dem Reger- und Zachow-Gesamtwerk in Erscheinung getreten und legt hier erneut eine wunderbare Einspielung, diesmal an der Rühlmann-Orgel in der Stadtkirche Löbejün (die Loewe leider nie erlebte, aber sie dürfte ihm gefallen haben!) vor.

Eins vorneweg: Man mag Trankriptionen bewerten, wie man möchte, dennoch ist festzustellen: Ist man kein kundiger Hörer und nicht tiefer in die Materie von Carl Loewe involviert, fallen einem die Übertragungen nicht auf – das liegt auch an der gediegenen, von Verve und Spielfreude geprägten Interpretation von Peyrot, der die Stücke wirklich „orgelmäßig“ anlegt, nicht versucht, vokale oder orchestrale Klänge nachzubilden – nein, er schafft daraus durchaus vollgültige Orgelwerke, einfallsreich registriert unter Ausnutzung der vollen Bandbreite der restaurierten Rühlmann-Orgel (weiche, perlende Soloflöten, mischfähige, zahnige Streicher, strahlende, gravitätische Plena, schmetternde Zungenstimmen) ausnutzt, einfühlsam und frisch interpretiert. Nur wer die Werke kennt, wird hier und da den Text vermissen. Die Registrierungen überhaupt sind auf Farbe angelegt – nicht auf bloßes Plenum-Spielen, nein, so viel Farbe findet man selten – das Plenum bleibt Werken wie „Nun danket alle Gott“ vorbehalten. Zu besonders eindrucksvollen und anrührenden Preziosen geraten „Tom der Reimer“, „Herr, bleibe bei uns“ und „Martha und Maria“, ausdrucksvoll registriert und gespielt, ohne die Grenzen des guten Geschmacks zu sprengen. Peyrots Spieltechnik ist dabei über jeden Zweifel erhaben, stets überlegt und kontrolliert, doch immer voller Freude und inniger Musikalität. Recht direkt geriet die Aufnahme an sich, doch immer mit großer Raumtiefe und Differenziertheit. Ein informatives Booklet mit Informationen zu Werk und Leben sowie zur Orgel in Deutsch und Englisch und einigen schönen Bildern, geschrieben von C. Timm-Hartmann aus Halle, runden die liebevolle und originelle Einspielung ab – nur die Registrierungen wären aus Sicht des Autors noch eine Angabe wert gewesen.
Damit gerät die Einspielung nicht nur für Loewe-Freunde zu einer lohnenswerten Entdeckung und Kaufempfehlung.

Johannes Richter - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Sunrise

Interpreten: Kay Johannsen, Julie Stewart (Flöte), Stiftsphilharmonie Stuttgart, Mihhail Gerts
Label: Carus

Unter dem bezeichnenden Titel „SUNRISE“ (Morgenrot, Sonnenaufgang) gibt es „die“ Orgel in völlig verschiedenen Kombinationen und Konstellationen zu hören und zu erleben: Orgel solo, Orgel und Flöte, Orgel und Orchester. Da sind neben dem impulsiven „Fierry Dance“ auch eher kurze „Encore“ (Zugabe) Stücke zu nennen, die teilweise bereits 2001 entstanden. Noch weiter zeitlich zurück geht "Pièce pour flute et orgel": nämlich bis ins Jahr 1983. Das 2014 entstandene Concerto for organ, strings andpercussion hat IV Sätze und zeigt Einflüsse von Poulenc auf.

Mit der Mühleisen-Orgel von 2004 (IV/81, mit Extras/Besonderheiten/Exotica wie: Glockenspiel, Glocken, Zimbelstern, Winddrossel, Windschweller Clarinette) hat Stiftskantor und Komponist Kay Johannsen ein wahrlich opulentes und innovatives Instrument zur Verfügung. Ein Instrument, das mit reichhaltigen Grundstimmen, Aliquoten, Zungenreichtum wohl keine Wünsche offen lässt. Sonderfall: selbst im Rückpositiv (!) sind großzügig Fagott 16´, Trompete 8´ Krummhorn 8´ vertreten!

Innovativ bis impressionistisch, mit Vorlieben für exzentrische (poly-) rhythmische Rafinessen (Tango!) und Ostinati-Formen, erscheinen folgende Werke mit differenzierten Titeln: The Great Wall (2015, einer imposanten Klangcollage und Hommage an die Chinesische Mauer), Orgeloper „Nachtbus (2010/2017), Song of Hope (2016). Es sind quasi musikalische Reiseabenteuer-Erlebnisse mit gewaltigem Potential, sinfonische Klangkaskaden, emotionalen Engführungen und rhythmisch vorangetriebenen Crescendi-Effekten. Alles das verschmilzt homogen zu einer neuen Gesamtform. Der Höreindruck ist dabei stets angenehm und abwechslungsreich kurzweilig. Werbetechnisch und somit clever strategisch gibt es auf der Rückseite des Booklets noch Hinweise auf weitere CD-Veröffentlichungen von Kay Johannsen im Carus-Verlag. Warum auch nicht. Wem das nicht genügt, unbedingt beim Youtube-Kanal des Interpreten vorbeischauen. Es lohnt sich!

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Die Domorgeln von Friedrich Ladegast - Merseburg

Rekonstruktion des Programms des Weihekonzertes von Friedrich Ladegasts erster Großorgel von 1855

Interpreten: Michael Schönheit, Britta Schwarz, Alt; Andreas Hartmann, Violine; Andreas Scheibner, Bariton
Label: Querstand

Der Interpret Michael Schönheit bleibt der Musik nichts schuldig. Rechtzeitig zum 200. Geburtstag von Friedrich Ladegast am 30.August 2018, hat er das „Weihe“-Konzert rekonstruiert. Immerhin bestritten 1855 vier Organisten das Programm: Domorganist David Hermann Engel, Franz Liszt, Alexander Winterberger, Hermann Schellenberg.

Aufgelockert war damals das Programm durch eingefügte vokale Beiträge, die jedoch nicht mehr ermittelt werden konnten. So erklingen auf der CD jetzt adäquat zwei geistliche Lieder des Barockmeisters Johann Wolfgang Franck: Gottvertrauen / Dem dreieinigen Gott. Im zweiten Teil des damaligen Festkonzertes stand die Arie „Es ist genug“ aus F. Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“. Franz Liszt erstellte damals eine Bearbeitung für Bariton und Orgel, das Manuskript ist erhalten in der Universitätsbibliothek Hamburg. Mit dieser CD-Aufnahme wird die Arie in der Bearbeitung von Liszt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, so die Ausführungen im Booklet. Bei Schellenberg werden die Meinungen auseinander gehen. Für den einen „bieder“ für den anderen „pompös“. Zu Schellenbergs Fantasie op. 3 übernehme ich daher gerne die Booklet-Ausführungen: Diese ist die erste seiner insgesamt drei Orgelfantasien und lässt den (starken) Einfluss von Mendelssohn erkennen. Durch kräftige Dynamik verfehlt das Stück seine Wirkung beim Publikum keinesfalls und bildet ein plakatives Postludium.
Freilich wird es damals besonders um  das Großwerk von Franz Liszt gegangen sein. Da Präludium und Fuge über B-A-C-H nicht rechtzeitig fertig wurde, erklang alternativ „Ad nos, ad salutarem undam“. Die deutsche Übersetzung lautet: „Zu uns, zur rettenden Woge, kehrt zurück, ihr Elenden! Kommt zu uns, ihr Völker!“ (Aus der Oper „Le Prophète“ von Giacomo Meyerbeer).

Neben opulenter Orgeldisposition finden sich im umfangreichen Booklet Vita aller Interpreten*innen: Michael Schönheit, Andreas Hartmann, Britta Schwarz, Andreas Scheibner. Fazit: Eine wunderbare gültige CD, nicht nur für Freunde romantischer Musik.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / Oktober 2021

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Organ goes Opera - Band 4

Herausgeber: Hielscher, Hans Uwe
Verlag: Butz

Endlich ist die Fortsetzung da: für alle Fans and Friends from „Organ goes Opera“ gibt es nun Band 4. Diesesmal steht Franz von Suppè (1819-1895) mit der beliebten Ouvertüre zu „Leichte Kavallerie“ für Orgel solo im Mittelpunkt. Hans Uwe Hielscher ist wahrlich kein Unbekannter in Sachen originale und originelle Orgelmusik. Dafür stehen als Markenzeichen überaus gelungenen Transkriptionen (Stichwort: Ketèlby, Ravel, Saint-Saens).

Wie nicht anders zu erwarten, überzeugt auch die hier präsentierte Notenausgabe durch angenehmen Notensatz, übersichtliche und transparente Darstellung. Dynamische konkrete Angaben lassen keine weiteren Wünsche offen. So gilt es am sympathischen Vorwort festzuhalten: einprägsame Melodien und flotte Rhythmen sind das Markenzeichen der Musik des österreichischen Komponisten Franz von Suppè, der es verstand, das Wiener Publikum mit seinen eleganten und leicht zugänglichen Kompositionen zu verzaubern. Die „Leichte Kavallerie“ war die erste Wiener Operette in zwei Akten, die lange vor dem „Zigeunerbaron“ (1895, Johann Strauss)  ungarische Elemente musikalisch einbrachte. Eine farbige und konsequent lebendige Umsetzung dieser genialen Transkription kann und wird der Orgel jede immanent „statische“ Beharrlichkeit nehmen. Bester Dank gilt somit Hans Uwe Hielscher und dem Musikverlag Dr. J. Butz gleichermaßen. Auf 18 Notenseiten gibt es 252 Takte wunderbarer Musik mit Schluss in leuchtendem A-Dur. Vorsicht! Ideal nicht nur für Sylvesterkonzerte und als jederzeit ultimative „encore“ Zugaben (weil „hochexplosiv“). Übrigens: ebenfalls in A-Dur ist das bekannte Filmmotiv „Miss Marple Thema“, ein weiterer „GAG“ von Hans Uwe Hielscher.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / September 2021

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Nicolò Corradini - 12 Ricercari / Mattia Vendi - Canzoni

Interpret: Federico del Sordo
Instrument: Antegnati-Orgel Mantua
Label: Brilliant

Das überlieferte Werk von Nicolò Corradini (um 1585 - 1646), seit 1611 Organist an der Kathedrale von Cremona und der dort existierenden „Capella delle Laudi“, seit 1635 deren Kapellmeister und seit 1636 Kapellmeister der Kathedrale, ist überschaubar: Die Motettensammlung „Alcuni concertati con instromenti“, Libro 1 (Venedig, 1613), Ricercari a 4 (Venedig, 1615), 5 – 8stimmige „Madrigali, con sinfonie de viole“ (Venedig, 1620), „Primo libro de Canzoni Francese (Venedig, 1620), und die „Motetti a 1, 2, 3, 4 voci …“ (Venedig, 1624).

Der in Rom am Konservatorium „Santa Cecilia“ tätige Organist und Musikwissenschaftler Federico del Sordo hat diese durch alle 12 Kirchentöne gehenden Ricercari, die auf zwei bis fünf Themen („fughe“) basieren, auf der Graziadio Antegnati-Orgel (1565, I/12, 2006 restauriert von Giorgio Carli) der Basilica Palatina di Santa Barbara in Mantrua und einer 17. Jh.-Kopie eines Cembalos von Tony Chinnery (2009, in wohltuend tiefer Kammertonstimmung) eingespielt und sie mit sechs überkommenen Canzoni des unbekannten Fr. (?) Mattia (?) Vendi konfrontiert. Die motettenartig aufgebauten Ricercari gehen einen glücklichen Gegensatz zu den vokalen Themen der Canzonen ein. Mit gekonntem Zugriff versieht Federico del Sordo sie mit geschmackvollen Verzierungen. Diese Ergänzung der italienischen Barock-Literatur gerät so zu einer wohl gelungenen Einspielung.

Rainer Goede
Mai 2021 / September 2021

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Sebastián Aguilera de Heredia - Organ Music

Interpret: Miguel del Barco Diaz
Instrument: Renaissance-Orgel von St. Maria de la Consolación, Garovillas de Alconétar, Cáceres/SP
Label: Brilliant

Sebastián Aguilera de Heredia (1561 - 1627) wurde 1585 Organist an der Kathedrale von Huesca und 1603 Hauptorganist der Kathedrale von Saragossa, wo José Ximénez sein Nachfolger urde. Neben seiner Magnificat-Sammlung von 36 Sätzen für vier, fünf, sechs und acht Stimmen sowie für Doppelchor (Canticum Beatissimae Virginis deiparae Mariae) haben sich 18 Orgelstücke erhalten, die Miguel del Barco Díaz, Professor für Orgel und Tasteninstrumente am Conservatorio Oficial de Música “Hermanos Berzosa” in Cáceres, an der Renaissance-Orgel von St. Maria de la Consolación, Garovillas de Alconétar, Cáceres/SP (gebaut vor 1578, 1677 von Juan Amador ’el joven‘ umgebaut zu Halbzügen (Bass 5, Diskant 6 Stimmen, C-a‘‘ mit kurzer Oktave), dem einzigen aus Heredias Zeit erhaltenem spanische n Instrument, eingespielt hat. Eine bessere Kombination ist also gar nicht zu haben, umso mitreißender erklingt Heredias‘ Musik. Die zweigeteilte Klaviatur schreibt Heredias vor bei mehreren Stücken, deren Solostimme denn auch klar macht, dass nach der dominierenden Zeit flämischer Polyphonie selbst in Spanien andere Zeiten anbrechen, Zeiten der Solomusik und des Affektes bei den Stücken ‚de falsas‘, wenn auch kontrapunktische Vierstimmigkeit und Cantus firmus-Bezüge weiter dominieren. So vereint Heredia seriöse Tradition mit neuer aufregender tänzerischer Eleganz.

Das Booklet bringt eine kompetente Einführung zum Komponisten und seinen Kompositionen von Díaz, eine Bibliographie, eine Kurzbeschreibung des Instruments mit der Disposition und seine Vita. Díaz‘ Tempi sind überzeugend, wenige kluge Verzierungen lockern das Klangbild auf, etliche allerdings so verwischt gespielt, dass man nicht weiß, ob es sich hier vielleicht um einen Fehlgriff gehandelt haben könnte. Auch sein zu kurz artikuliertes Spiel, fast ein ständiges Staccato, bräuchte zumindest einen Quellenbeweis. Trotzdem und allein schon wegen der brillanten Orgel (leider leicht übersteuert): eine ganz tolle Produktion!

Rainer Goede
Mai 2021 / September 2021

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Ludwig Thiele (1816-1848) - Orgelwerke Band 3

Herausgeber: Tobias Zuleger
Verlag: Butz

Wer soll, wer will das spielen? Der technische Aufwand steht jedenfalls in keinem gesunden Verhältnis zum musikalischen Ergebnis“.
O je! Zu diesem Urteil kam jedenfalls 2018 KMD Klaus Uwe Ludwig (1943-2019). Ich möchte das aber differenzierter und relativierter sehen dürfen. Immerhin folgte nach den beiden Vorgängerausgaben (Butz 2846 und 2917) im Mai 2020 Band 3. Dieser enthält Concertsatz es-Moll (!) mit 19 Seiten sowie Thema mit Variationen C-Dur: ein schlichtes Thema steigert sich allmählich aber (be-)ständig bis zum Finale, das allerdings erst von G. E. Stehle 1894 ergänzt wurde. Technisch äußerst schwierig und hochvirtuos erscheint dabei Variation V, die auf drei (!) Manualen und mit Doppel(!)pedal zu interpretieren ist, ein seltenes Beispiel für den Orgelstil des jungen Komponisten und seiner Zeitgenossen Schneider, Hesse, Kühmstedt, Ritter, Flügel, Brosig, Markull, Merkel, Gulbin. So ist diese Musik für Organisten, die adäquate Instrumente im Stil von z. B. Sauer, Ladegast u.a. haben, zugleich eine besondere Herausforderung und sei daher diesen Repräsentanten besonders empfohlen.

Zur Biografie finden sich laut Vorwort diese Angaben: Ludwig Thiele, 1816 in eine Lehrerfamilie hineingeboren, erhielt seine Ausbildung in Berlin bei August Wilhelm Bach (1796-1869). 1839 wurde Thiele an der 1945 kriegszerstörten Parochialkirche mit der untergegangen Wagner-Orgel von 1733 (II/34) Organist. Thiele ist 1848 frühzeitig an Chorela verstorben. Sein befreundeter Nachfolger August Haupt (1810-1891) engagierte sich für dessen Kompositionsveröffentlichungen. Das Verdienst von Tobias Zuleger liegt in der Gesamtausgabe, denn vorher gab es lediglich Einzelwerke Werke (Neuausgaben) von Sieling und Stockmeyer.

Fazit: für alle Interpreten/innen sicher keine leichte Kost. Doch geht es auch immer um die Liebe zum Details, die sich an den „richtigen“ Instrumenten einstellen werden. Dementsprechend ist der Notensatz freundlicherweise immer sehr großflächig und großzügig gestaltet.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / September 2021

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Divertimento für Trompete (in B oder C) und Orgel

Komponist: Andreas Willscher
Verlag: Butz

Bekanntermaßen gilt Andres Willscher als Komponist für besondere Stimmungsmomente. Mit „Divertimento“ entstand ein Zyklus mit vier reizvollen Stücken für die beliebte und bewährte Kombination Trompete/Orgel. Egal ob verträumte Kantilene (schottische Idylle im 5/8-Takt, Andacht), pointierter Satz (Don Quijote quasi Batalla) oder ein fröhlich-neckisches Scherzo: immer werden Spieler und Zuhörer gleichermaßen erfreut sein über diese willkommene Repertoireerweiterung. Alle Titel können somit sowohl gesamt-zyklisch als aus einzeln solistisch vorgetragen werden. Zudem ist der Orgelpart auch rein manualiter („locker“) spielbar.

Laut Vorwort entstand diese Notenveröffentlichung bereits im Mai 2018. Das kreative Titelbild zeigt die farbenfrohe künstlerische Dimension Divertimento: Acryl auf Leinwand, entstanden im Vorjahr 2017. Garantiert gute Laune? Mit dieser durchaus gewollten unterhaltenden und unterhaltsamen Musik: Ja, unbedingt!

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / August 2021

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Intrada

Komponist: Ivar Jarle Eliassen
Verlag: Cantando

Im Stil einer fröhlich, festlichen, barocken Ouvertüre ist die Intrada gehalten. Das fast 60-taktige Werk eignet sich somit wunderbar für liturgische bzw. konzertante Einsätze gleichermaßen. Nur an wenigen Stellen wird dabei gewohnter 4/4-Takt (Seite 6) kurz in 6/4-Takt modifiziert. Tonrepetitionen sorgen im Baß für eine wirksame, weil angenehme und stabilisierende Struktur. Dafür wird andererseits die Melodie mehrfach mit aufsteigenden virtuosen Läufe intensiviert. Sehr erfreulich sind dabei immer jeweilige kompositorische, detailreiche Ausarbeitungen, die deutlich über einen schlichten gewohnten vierstimmigen Choralsatz hinausgehen. Somit hat man selbst bei Kleinst-Instrumenten immer noch ein äußerst dankbares und sehr wirkungsvolles Stück.

Einzige momentane Anregung noch meinerseits: bestimmt könn(t)en bei weiteren Einzel-/Folge-Ausgaben alle jeweiligen Komponisten*innen kurz noch mit Vita/Wirkungskreis/spezifica vorgestellt werden. Dazu also Direktlink zum Komponisten/zur Komponisten als kundenfreundlicher Lösungs-/Ergänzungs-vorschlag: https://shop.cantando.com/OriginatorDetail/23968


Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / August 2021

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Johann Sebastian Bach - The complete Works for Keyboard - Folge 3

Interpret: Benjamin Alard
3 CDs
Label: harmonia mundi

Unter dem Titel „In the French Style“ hat der Cembalist und Organist  Benjamin Alard, seit 2005 Organist an der Aubertin-Orgel zu St-Louis-en-l’Île in Paris, die englischen Suiten BWV 806 und 809, die einzeln stehenden Suiten 818a, 819, 823, die Ouverture 820 und die Suite aufs Lautenwerk BWV 996 nebst einigen kleineren Stücken wie das Praeludium BWV 921, einigen Menuetten aus dem Klavierbüchlein für WFB und Stücke von Couperin und Fischer (Chaconne) vereint. Gespielt sind sie auf einer Fleischer-Kopie von 1720 und einem historischem französischen Cembalo aus dem frühen 18. Jahrhundert. Alard merkt man sein Studium in Rouen und Basel bei Zehnder und Marcon an, das perlt sorgsam gestaltet und nie getrübt durch übertriebene Tempi oder Verzierungen dahin. So wünscht man sich eine kompetente Interpretation!

Sein Programm für die Silbermann-Orgel in Marmoutier beinhaltet die Aria BWV 587 nach einer Couperin-Vorlage, natürlich das Pièce d’Orgue, die Passacaglia nach der Raison-Vorgabe, die dann auch gleich noch mit erklingt, Grignys Récit aus dem Pange –Lingua-Zyklus sowie einige Choralbearbeitungen und die gewichtige Magnificat-Fuge BWV 733. Seine Registrierungen sind neuesten Forschungen folgend stark zungenbetont und kaum über 8‘-Stimmen hinausgehend bis auf die Plenum-Stücke natürlich. Das führt leider nicht zu einer klaren Durchhörbarkeit wie bei Thüringer oder norddeutschen Orgeln der Bachzeit, dazu sind die französischen Zungen schlichtweg zu eigen. So engagiert Alard auch spielt, erweist sich die Wahl dieses Instrumentes für die gestellte Aufgabe denn doch als die falsche Wahl.

Neben einer Einführung in Interview-Form und einem Beitrag von Peter Wollny bringt das Booklet noch Bild und Disposition der Orgel. Die Registrierangaben und eine genauere bebilderte Vorstellung der Cembali fehlen. Auch empfiehlt sich eine Lupe zum Studium der Texte. Das ändert nichts an der herausragenden Leistung des Interpreten, der inzwischen auch die vierte Folge seiner Gesamteinspielung auf den Markt gebracht hat.

Rainer Goede
Mai 2021 / August 2021

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Variations on America - Organ Spectacular

Interpret: Simon Preston
Label: Decca

Virtuos und brilliant, aber manchmal doch arg banal: Simon Preston spielt Entdeckenswertes und Vergessenswertes.

Um eines vorweg zu schicken: Dieser Organist steht außerhalb jeder Diskussion. Simon Preston steht gerade für das Repertoire abseits der großen barocken Orgelmusik für Qualität und Souveränität verbunden mit großer Spielfreude. Dass bei Preston eigentlich immer alles so klingt als könnte man die Stücke gerade mal locker herunterspielen, das lässt den Hobbyorganisten zwar fast erstarren, aber das fasziniert auch.

Auf dieser CD jedoch gilt das letztlich nur für die Hälfte der Spielzeit. Einige Stücke sind einfach nur reißerische Banalmusik oder substanzloser Kitsch wie John Philip Sousas „Stars and Stripes“ und noch mehr Dudley Bucks „The Last Rose of Summer“. Die Werke von Saint-Saens, Bossi und Lemare verkörpern da schon ein anderes Niveau. Und die große d-moll-Sonate von Alexandre Guilmant ist dann schon fast ein Meisterstück, auf jeden Fall ein höchst hörenswertes Stück, das wunderbar französische Effekthaftigkeit mit kompositionstechnischer Raffinesse verbindet. Der Knaller dieser Produktion, die übrigens eine Wiederauflage ist, ist Charles Ives Variationszyklus „America“ über die alte amerikanische Nationalmymne.
Herrlich, wie Preston diese Musik zwischen Pathos, Ironie und Groteske spielt. Da wird die amerikanische Nationalhymne zum überdrehten Gesellschaftstanz genauso wie in einigen Passagen zu einem Versuch bitonalen Komponierens. Und das wohlgemerkt ungefähr 1911. Hier wird die Hymne kompositorisch verzerrt und wieder scheinbar gerade gebogen, um dann gleich wieder so hergerichtet zu werden, dass man nur noch staunt. Mal klingt sie nach nationalem Pathos, mal nach Comic, aber auch mal lustvollem Drauflosspielen. Wenn man weiß, dass es zu Ives Zeiten in seinem Lebensumfeld üblich war, im Gottesdienst die Nationalhymne zu singen, dann nimmt man erst recht wahr, welch kritisches Potential in dieser Musik steckt. Ives musste nicht von seiner Musik leben. Das hat er immer wieder ausgenutzt und den Zeitgenossen verzerrende Spiegel vorgehalten. Ganz klar aber: Preston spielt Ives wie auch Guilmant kongenial.

Das einzig  Negative ist, dass die Aufnahmetechnik alles so hergerichtet hat, dass der Klang immer irgendwie aus weiter Ferne kommt. Das ist sehr schade. Ein direkterer Klang würde dies CD alleine schon wegen der Ives-Einspielung zu einem unbedingten Muss machen. So kann man auch ruhig stöbern, ob diese großartige Preston-Aufnahme der Ives-Variations nicht auch noch in einer anderen CD-Produktion dieses Musikers zu finden ist, die klanglich besser aufbereitet ist. Die Ausstattung der CD ist leider armselig. Schade.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / August 2021

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Bernardo Storace - Complete Harpsichord and Organ Music

Interpret: Enrico Viccardi
2 CDs
Label: Brilliant

So wenig von dem Vizekapellmeister der Stadt Messina, als den er sich selbst im Vorwort seiner Sammlung Selva di varie compositioni d’intavolatura per cimbalo ed organo ove si contengono capricci, e partite sopra diversi arie, toccate, canzoni, e recercari, correnti, gagliarde, balletti, ciaconne, passagagli sopra varii toni e nel fine una pastorale, (Venedig 1664) bezeichnet, bekannt ist – 1783 hat ein Erdbeben alles schriftliche Material, das von Storaces Wirken Auskunft hätte geben können, vernichtet - Bernardo Storace (c 1637 – nach 1664) gehört zu den besten Komponisten seiner Zeit. Die Sammlung enthält vornehmlich Variationswerke: Drei Variationen über Passamezzo, dann über bekannte Themen seiner Zeit wie  Romanesca, Spagnoletta, Monica, Ruggiero, Cinque passi und Follia, dann vier Passacaglien, eine Ciaccona, Variationen über Balletto, Ballo della Battaglia, zwei Correnten, zwei Paare Toccata e canzon, zwei Ricercare und eine ausgreifende Pastorale. Er nutzt für eine Gliederung seiner weiträumigen Variationen klare Kadenzen, zum ersten Mal das Mittel der Modulation (vergl. Buxtehude) und motivische Entwicklungen. Die vierteilige Pastorale ist ausschließlich über einem Orgelpunkt meist auf einem Quart-Sext-Akkord geschrieben. Die Stücke sind entweder für Cembalo oder für die Orgel gesetzt. So ist Storaces Sammlung allemal eine Entdeckung.

Es ist nicht die erste Einspielung dieses Werkes, die hier Enrico Viccardi, Dozent am Konservatorium in Como, vorlegt. Aber es ist eine hoch kompetente, spielfreudig mit spitzer Nadel gestrickte Version entstanden, die alle Wertschätzung verdient. Zur Verfügung standen zwei Orgeln aus dem 18. Jh., eine Grimaldi-Kopie eines Cembalos und eine Kopie eines anonymen venezianischen Spinetts aus dem 17. Jh., die alle über sehr klare und reizvolle Klänge verfügen. Für das Booklet schrieb Viccardi eine treffende Einführung. Insgesamt eine sehr gelungene Einspielung!

Rainer Goede
Mai 2021 / August 2021

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Mallorca-Edition - Historische Orgeln

Interpret: Martin Schmeding
6 SACDs
Label: Cybele

Kompositionen von Soler, Scarlatti, Lidon, Bruna, Heredia plus Gespräch mit dem Organisten

Welch fantastische Edition! Immer wieder bestaunt man die Aktivitäten des Labels Cybele Records. Da gibt es ambitionierte Produktionen mit zeitgenössischer Musik in mustergültiger Aufmachung, manch Rarität und vor allem Orgelaufnahmen, die ihresgleichen suchen. Und kaum finden.
Welch eine Lust an Orgelmusik und welch eine Freude am Fördern von Orgelaufnahmen der ganz besonderen Art müssen die Verantwortlichen dieses Labels haben, dass sie mit solch einem riesigen Aufwand so brilliante und immens aufwändige Orgelaufnahmen produzieren, dass man immer wieder staunt. Ganz besonders bemerkenswert sind die Produktionen mit Musik von Oskar Gottlieb Blarr und Wolfgang Rihm. Und die sogenannte Mallorca Edition, um die es hier gehen soll, eine Box mit 5 Musik-CDs, wobei eine spektakulärer als die andere ist. Jeweils einem spanischen Komponisten ist eine CD gewidmet, wobei man wissen muss, dass Scarlatti zwar Italiener war, aber durch seine Tätigkeit in Spanien musikalisch-künstlerisch gleichermaßen in Spanien zuhause war.
Dazu kommt noch eine aufschlussreiche Interview-CD. Auf ihr kann man ein Gespräch zwischen der Herausgeberin und dem deutschen Orgelbauer Georg Grenzing hören. Grenzing hat seine sehr renommierte Orgelwerkstatt bei Barcelona und gilt als Spezialist für den spanischen und mallorquinischen Orgelbau. Und außerdem äußert sich in einem zweiten Gespräch auch Organist Martin Schmeding zu diesen Orgeln und seinem Musizieren an diesen. 

Otto-Normalhörer können diese Instrumente leider wohl nur im extremen Ausnahmefall mal selbst hören, denn diese tollen Instrumente werden zwar wohl regelmäßig im Gottesdienst genutzt, aber nur selten konzertant gespielt. Und wenn, dann erfährt man das kaum. Und da ja kaum jemand einfach mal schnell in den Flieger springen wird, um auf Mallorca ein Orgelkonzert zu hören, darum unter anderen hat diese Edition einen so unschätzbar hohen Wert. Diese Aufnahmen sind nur wegen der Instrumente großartig, sondern auch weil mit Martin Schmeding ein Orgelcharismatiker am Werk ist, der mit einem Sinn für die Klangeslust dieserMusik, diese Instrumente so geschickt registriert, dass wirklich annähernd jedes Stück ideal dargeboten scheint. Das liegt aber natürlich auch an der Phrasierungskunst und Artikulationsvielfalt dieses begnadeten Musikers, der zudem ein fast einzigartiges Gespür für diese Musik hat. Dazu kommt noch, dass Schmeding offensichtlich und hörbar keine technischen Grenzen gesetzt sind. Bei ihm klingt alles so als ob er selbst die schwierigsten Passagen fast lässig spielen kann. Speziell auf der Scarlatti-CD sind Interpretationen zu finden, die in dieser Virtuosität kaum je live zu hören sind. Und außerdem reizt er auch noch die gesamte Klangvielfalt des Instruments aus, dass man nur noch gebannt zuhören kann. Was Martin Schmeding speziell auf dieser CD, aber auch auf denjenigen mit Werken von Antonio Soler und José Lidon  auf der Jordi-Bosch-Orgel in Santanyj macht, das ist auch in Superlativen kaum zu vermitteln. Man muss diese Art des Umgangs mit diesem Repertoire kongenial nennen.

Dass die Musik von Soler vielleicht nicht so einfallsreich ist wie die von Scarlatti, aber auch dass die durchaus reizvolle Musik des hierzulande vollkommen unbekannten Lidon sich eher wiederholt als die Musik der beiden genannten anderen Meister, das fällt alleine schon deshalb kaum auf, weil Schmeding diese Musik so einfallsreich registriert und mit untrüglichem Gespür die Tempi und Chraktere trifft, so dass diese Werke optimal zur Wirkung kommen.

Die weitaus frühere Musik von Heredia und Bruna wirkt im Vergleich zu diesen Komponisten natürlich wie aus einer anderen Welt. Und sie sind es natürlich rein zeitlich auch. Natürlich ist deren Musik nicht so eindrucksvoll, weil sie noch nicht die künstlerische Freiheit atmet wie die Musik eines Scarlatti oder Soler. Aber man hört klar den gleichen kulturellen Hintergrund und staunt über manch Wendung in diesen Werken, die man nicht unbedingt in dieser Zeit vermutet hätte. Aber möglicherweise liegt das auch daran, dass man diese frühe spanische Orgelmusik eben zu wenig kennt.

Bleibt noch zu ergänzen, dass diese CD-Box durch ein sehr umfangreiches und äußerst kenntnisreich verfasstes und dabei gut verständliches Booklet ergänzt wird. Einzig ein paar nähere Ausführungen dazu, dass und warum und mit welchen Effekt diese Orgeln mit geteilten Laden für Bass und Diskant versehen sind, fehlen hier. Das ist etwas schade, denn so bleiben für den Laien die abgedruckten Dispositionen der drei Orgeln etwas rätselhaft. Aber egal: Diese Edition ist grandios.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / August 2021

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The New Organ at St. Stephen‘s Cathedral, Vienna

Interpret: Konstantin Reymaier
Label: Deutsche Grammophon

Was die 125 Register der neuen Riesen-Rieger-Orgel - im Wiener Stephansdom auf vier Standorte verteilt - so alles können, ist natürlich auf der ersten CD-Einspielung dieses Instrumentes nur in Ausschnitten zu hören. Das Instrument kann natürlich alles, überwältigende Plena, feinste Farben, diverseste Dynamik, überragende Technik der Herstellerfirma bürgt für überragende Qualität aller Parameter. Kann es auch Musik machen, wirklich verschiedenen Stilepochen gerecht werden?

Bachs epidemische Toccata lässt ersten Zweifel aufkommen, die groben Pedalstimmmen haben keinerlei Ähnlichkeit zu Bach-affinen Instrumenten Mittel- oder Norddeutschlands. Ganz anders und sehr sympathisch kommen drei Kantatensätze daher, die Reymaier für die Orgel umgearbeitet hat, nuancenreich und durchhörbar und durchaus Bach-affin. Wie sie in dem großen Raum des Doms klingen, kann die Aufnahme natürlich nicht wiedergeben, die stumpfe Akustik der Sandsteinmauern begünstigt solche Klänge nicht. In seinem Milieu ist Reymaier mit Elgars G-Dur-Sonate von 1896, symphonische Klänge verschiedenster Couleur liegen Orgel und Organist hervorragend. Musikalisch wirklich interessant wird es dann mit den drei Impressionen op. 108 von 1923 des vernachlässigten Leipziger Sigfrid Karg-Elert, sinnliche hochromantische Musik von delikater Erfindungskraft. Und populistisch muss so eine Erstlings-CD ja auch sein, Lefébure-Wélys Boléro de concert op. 166 und Filmmusik von John Williams erfüllen diese Pflichtaufgabe. Dass Reymaier daraus auch Musik zu machen versteht, ist ein Pluspunkt dieses Programms.

Die Aufgabe, ein solches Riesen-Instrument akustisch einzufangen, ist der Tontechnik sehr gelungen, alles ist gut zu hören, wofür ihr ein spezielles Lob gebührt. Das Booklet kann natürlich nur weniges aus der Geschichte der Domorgeln und zu dieser Riesen-Orgel wiedergeben, dafür gibt es ein auch ganzes Buch extra. Kein Platz war da für die Disposition und die Registrierungen, immerhin aber für einige Fotos aus schrägen Positionen. Dafür enthält die Hülle noch eine Pure Audio Blu-Ray für Audio-Technik-Freaks. Die Edition beschreibt so eine Haltung zwischen Anspruch und Popularität. Dass ihr eine prominente Stellung auf dem CD-Markt gehört, versteht sich von selbst.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Mai 2021 / August 2021

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Padre Davide da Bergamo - Complete Organ Symphonies Vol. 2

Interpret: Luca Scandali
Label: Elegia

Ein Hörgenuss: Orgelmusik des Padre Davide da Bergamo gespielt von Luca Scandali

Natürlich: Gelegentlich kann man mal einzelne Stücke dieses von 1791 bis 1863 gelebt habenden, genauso wie Gaetano Donizetti aus der Schule Siman Mayrs kommenden Komponisten hören, aber oft gibt es eine solche Gelegenheit in deutschsprachigen Gegenden nicht. Und das ist sehr schade, denn dieser Komponist hat nicht nur sehr effektvolle Musik geschrieben, er hat dabei auch das Kunststück fertig gebracht, gleichzeitig die Orgel singen zu lassen und wie als kleines Blasorchester oder auch Streichorchester erscheinen zu lassen. Er hat eine große Anzahl an Orgelwerken geschrieben, von denen besonders die sogenannten „Sinfonien“ für Orgel bemerkenswert sind. Der Begriff Sinfonia bezeichnet dabei nicht das, was man später als die große Gattung Sinfonie bezeichnet, sondern eher das, was man im späten Barock und in der Wiener Klassik noch Ouvertüre nannte und häufig auch diejenige Kompositionsform darstellt, die als Eingangsstück für Opern geschrieben wurde. Ein dramatisches Ankündigen all dessen was der Zuhörer bald auf der Bühne beziehungsweise aus dem Orchestergraben erleben kann.

Meist sind das zwei- oder dreiteile Musikstücke, die verschiedenste Themen vorstellen und in Beziehung zu einander setzen und so eine Art „Best of…“ darstellen. Nur dass es bei dieser Art von Ouvertüren alias Sinfonien die dazu gehörenden Opern gar nicht gibt. Aber diese Sinfonie wirken ganz häufig wie eine Aneinanderreihung musikalischer Szenen, die einen sofort an Donizetti, Rossini, Bellini oder auch Mercadante denken lassen. Da marschiert eine Banda durch die Szene, die eine Szene einleitet, in der dramatisch gestritten wird. Es folgt mal eine Arie, mal ein Ensemble oder ein Chor, aber gelegentlich auch eine tänzerische Szene. Und das Tolle an dieser Aufnahme ist, dass es Organist Luca Scandali ganz problemlos schafft, einerseits die Orgel so gesanglich zu spielen, dass es nie albern wirkt, andererseits voller Lust alle Dramatik auskostet, die man sich nur denken kann.
Mehr als einmal stellen sich beim Hören Bildern aus Opern beim Hörer ein. Aber die Eindrücke dieser CD gehen sogar noch weiter: Da gibt es sogar Passagen, bei denen man an eine Jahrmarktsorgel denkt, während wenig später ein verdichteter musikalischer Satz zeigt, in welch Vielfalt dieser Komponist schreiben kann. Padre Davide da Bergamo gehört zu den wenigen unentdeckten Komponisten, deren Entdeckung wirklich lohnen würde. Wie dieser Mönch aus Bergamo den Opernzeitstil Italiens in die Kirche übertragen hat, so etwas kann es nur in Italien geben, diesem damals wie vielleicht auch heute noch so opernverrückten Land. Oder kennt jemand einen Komponisten, der bereits vor 200 Jahren Orgelmusik geschrieben hat, die wie eine Übertragung aus einer Oper erscheint?

Ein Grund, warum man die Musik dieses Komponisten nur so selten hören kann, besteht bestimmt darin, dass sie am besten auf italienischen Orgeln mit schönen Zungenregistern und den besonderen italienischen Mixturen klingt. Spanische Orgeln passen ähnlich gut, französische Orgeln der Romantik sowieso, obgleich die Stücke dann möglicherweise ihre Leichtigkeit verlieren. Aber die durchschnittliche deutsche Orgel, gleich ob in barocker oder in romantischer Klangart, die lässt den Reiz dieser Musik nicht so recht erblühen. Dabei würde es, wenn es denn die örtlichen Verhältnisse nicht anders hergeben, bei manchem Stück schon reichen, wenn man gelegentlich ganz wenige Zungenstimmen in Kontrast zu den sogenannten Labialen einsetzen würde.

Ganz klar ist, dass diese Musik des Davide da Bergamo von einer Lebenslust geprägt ist, die wohl jeden ansteckt. Dazu braucht man kein Fachmann sein. Organist Luca Scandali lässt sich wunderbar auf diese Musik ein und kostet ihren speziellen Reiz bis an die Grenzen aus. Das ist insgesamt schon sehr faszinierend, aber auch der spezielle Klang der hier gespielten Orgel der Gebrüder Serassi von 1821 in Caluso bei Turin ist ein Genuss. Eine CD für jeden Orgelfreund und jeden Freund der italienischen Oper. Da stört es auch nicht, dass das Booklet nur in Italienisch verfasst ist.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / August 2021

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Klangraum Augustinerkirche Würzburg

Interpreten: Christian Bischof, Erwin Horn, Hans-Bernhard Ruß
Label: Organum Classics

Das ist eine zwiespältige Eindrücke hinterlassende Produktion: Einerseits hat man sehr wohl den Eindruck, dass dieses Instrument in der Live-Begegnung sehr beeindruckend sein könnte, andererseits ärgert einen diese Aufnahme doch arg.

Die Orgel wurde ursprünglich erbaut von der renommierten Firme Johannes Klais aus Bonn, 2011 aber im Zusammenhang mit einer aufwändigen Renovierung des Kirchenraums komplett neu intoniert. Die ohnehin bereits von Klais „romantisch-sinfonisch“ angelegte Orgel wurde dabei von der Firma Seifert nach Aussagen im Booklet in ihrer Grundausrichtung noch verstärkt. Ob das so glücklich gewesen ist, das kann man nach dem Hören dieser CD nicht recht beurteilen. Zweifel entstehen und bleiben auch nach mehrmaligem Hören bestehen. Dieses ganz auf das deutsche Repertoire des 19. Jahrhunderts ausgerichtete Instrument ist eine ideale Reger-Orgel, aber die Akustik des Raumes oder vielleicht auch nur Akustik dieser Produktion stellt alles in Frage.
Auf jeden Fall verfügt das Instrument in der Tiefe und im grundtönigen Bereich über eine phänomenales Volumen und eine enorme Farbenvielfalt. Jedoch fehlt dem Instrument der Glanz und vor allem die Möglichkeit, so zu spielen, dass man auch eine Struktur wahrnehmen kann. In dieser Aufnahme wirkt der Raum extrem überakustisch. Da hätten die Mikrofone viel näher an die Orgel gemusst. So schwimmt alles. Man hört oft nur Soße statt gestaltete Klangmassen und Klangbewegungen.

Das ist bei Regers großer Phantasie und Fuge über BACH fatal, denn so hört man von den gigantischen Klangwellen des Stückes nichts außer diffusem Brei. Und das ist sehr schade, denn Organist Christian Bischof scheint das Stück sehr virtuos und auch in der Gesamtanlage sehr souverän spielen zu können, was in Anbetracht der technischen und musikalischen Schwierigkeit des Stückes keineswegs selbstverständlich ist. Die beiden gleichfalls von ihm gespielten Stücke von Olivier Messiaen und von einem anonymen Meister des 17. Jahrhunderts funktionieren da viel besser, weil mehr mit kleinereun Registerkombinationen gearbeitet werden kann. Allerdings wirkt die frühe Orgelmusik auf diesem sinfonischen Instrument ziemlich deplatziert. Nie würde ich behaupten, dass man eine solche Musik zwingend auf einer entsprechend alten Orgel spielen müsste. Aber wenn man diese Musik auf einem modernen Instrument spielt, dann muss man dieses Instrument auch so nutzen, dass eine optimale Wirkung entsteht. Hier wollte man wohl nur demonstrieren, dass man auch so etwas auf diesem Instrument spielen kann. Ja, das kann man. Klingt aber nicht.

Als zweiter Organist dieser CD spielt Erwin Horn eine eigene Phantasie, die in äußerst eklektischer Art Anton Bruckners Klangsprache auf die Orgel zu übertragen versucht. Das funktioniert aber nicht besonders gut, denn Horns Komponieren ist mehr eine akademische Fleißarbeit und Stilkopie denn in irgendeiner Weise inspiriert. Man wartet 18 Minuten auf wenigstens eine melodische oder rhythmische Idee, findet aber keine. Und relativ bald langweilen auch die immer gleichen harmonischen Wendungen, die sich wohl irgendwie steigern sollen. Dazu hätte das Stück aber besser registriert werden müssen. Sorry, die Orgelstücke von Bruckner sind eigentlich nichts anderes als Improvisiervorlagen, dieser Brucknerverschnitt will wohl mehr sein, ist es aber nicht. Lauter laute und leise Langeweile.

Wie gut, dass danach mit Cesar Francks a-moll-Choral ein Meisterwerk folgt, das Hans Eberhard Ruß bestens zur Wirkung bringt. Und auch die drei nachfolgenden Stücke von Vierne und Langlais lassen erkennen, dass diese Orgel eigentlich beeindrucken könnte. Wenn sie denn richtig gespielt wird.
Möglicherweise kommt die Stärke dieser Orgel viel mehr zur Wirkung, wenn man live zuhört und der Raum voll besetzt ist. Vielleicht reduziert sich dann der Hall so stark, dass man nicht nur halliges Durcheinander hört, wie so oft auf dieser Aufnahme. Sehr schade, denn diese Orgel hat eine bessere CD als Porträt verdient.


Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

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Klangfarben aus Reiste

Interpret: Gabriel Isenberg

Dem Rezensenten ist es in der Vergangenheit schon öfter passiert, dass die versteckten Perlen unter den Orgel-CD-Neuerscheinungen zunächst übersehen wurden. So auch fast hier im Fall der Einspielung aus Reiste. Beim flüchtigen Blick auf das sehr schöne Cover glaubt man zunächst, eine kleinere Ladegast-Orgel oder einen Buchholz-Prospekt im herrlich naturbelassenen Zustand zu sehen. Die Neugier, sich mit dieser CD ausführlich zu beschäftigen, wird vollends durch den Verweis auf die Orgelsonaten (!) von Pater Chrysologus Heimes geweckt. Pater wer? Obwohl der Rezensent über ein Archiv von inzwischen über 1.000 Orgel-CDs verfügt, ist dieser Name eine echte Neuentdeckung. Und beim Lesen des kompakten, aber nicht minder informativen Booklets erweist sich die CD gleich in dreifacher Hinsicht als Glücksgriff und Perle.
  1. Die Aufnahme wurde im April 2020 eingespielt. Eine Orgel-CD mit überwiegend unbekannten Orgel-Sonaten im ersten Corona-Lockdown einzuspielen ist mutig und das rundum gelungene Ergebnis kann auch vor diesem Hintergrund nicht hoch genug gewürdigt werden – künstlerisch wie auch als Statement.

  2. Die Reister Orgel wurde von der Firma Eule aus Bautzen ab 2016 renoviert mit dem Ziel, die Fischer-Orgel in den Zustand zurückzuversetzen, den sie zu ihrer Erbauungszeit vor über 150 Jahren nie erreicht hatte. Sie wurde also im Zuge der Renovierung entsprechend den Ideen ihrer Erbauer erst vollendet. Mit 29 Registern und einer eigentlichen Erbauungszeit ab 1852 weist das Instrument den Weg aus der Klassik in die Frühromantik, u. a. mit Viola di Gamba und Gemshorn 8‘ als originale Streicherstimmen im Hauptwerk und dem Salicional 8‘ als Streicher im Positiv und dem Violonbass 16‘ im Pedal – alles Originalregister von 1854. Die Besonderheit sind allerdings auch mehrere schon damals wieder eingebaute barocke Register von 1633 in höherer Tonlage, wobei 2018 dann u. a. die gewichtigen Zungenstimmen wie Trompete 8‘ im Hauptwerk und die 16‘-Posaune im Pedal ergänzt wurden.

  3. Die vorgestellten Sonaten wurden von Pater Heimes in Reiste (im Sauerland) komponiert. Er war ab 1822 über 13 Jahre als Pfarrer tätig und komponierte dort u. a. seine 6 Orgel-Sonaten, wovon allerdings die erste gar nicht und die sechste nur in Teilen überliefert sind. Da die Orgel originale Register aus dieser Zeit hat, bietet die CD also die nicht so oft gegebene Möglichkeit, über die Zeit vergessenes, regionales Repertoire am Originalinstrument wiederzuentdecken. Die CD neben Bach mit Werken von Mozart und Rinck zu vervollständigen ist ebenso schlüssig und gelungen. Wie im Booklet ausgeführt wird, verband Heimes und Rinck eine langjährige Freundschaft.

Obwohl die CD eine kleine regionale Produktion ist (ohne Major-Label im Hintergrund), erfreut die Klangqualität auch den anspruchsvollen Hörer mit hochwertigen Lautsprechern (der Rezensent nutzt eine Anlage mit Air-Motion-Transformer nach Dr. Heil im Hochton). Die Orgel klingt direkt, aber nicht steril trocken, sondern alle Stimmen und Register sind klar und gut durchhörbar ohne Schrillheit in den Klangkronen. Sehr positiv zu bewerten ist der Ansatz des Organisten Dr. Isenberg, die Farbigkeit der Musik in voller Strahlkraft zu zeigen, ohne dabei auf vordergründige Effekthascherei mit extremen Tempi zu setzen. Die Orgel-Sonaten von Pater Heimes sind im positiven Sinne verspielt (es kommt einem durchaus etwas C.P.E. Bach in den Sinn), wodurch aber auch die Schönheit der Solo-Register wunderbar zum Tragen kommt. In der 4. Sonate (die Registrierung ist leider nicht angegeben) dürften es die Hohlflöte bzw. die Flauto Travers sein, die anmutig und gefühlvoll den lyrischen Vortrag übernehmen. Gleiches gilt für das zart und gefühlvoll gespielte „Andante cantabile“ aus der 3. Sonate. Im Adagio F-Dur vom Mozart hören wir den emotionalen Vortrag der barocken Vox Humana ergriffen zu – eine ganz tolle Solo-Stimme, der man stundenlang lauschen könnte, denn die Noten haben Raum, dürfen im Vortrag atmen. Die Sonaten von Heimes folgen zwar dem klassischen Schema schnell-langsam-schnell, aber es sind gerade die langsamen Sätze, in denen sich ganz viel Poesie und Klangschönheit entdecken lässt. Aber auch das Tutti der Reister Orgel ist von edler Strahlkraft. Die Mixtur gibt dem Werk einen funkelnden, aber gut integrierten Glanz, die Pedal-Posaune verfügt genau über die richtige Mischung aus trockenem Schnarren und frühromantischer Noblesse. Es fügt sich einfach alles in bemerkenswerter Farbigkeit zu einem großen Gesamtklang zusammen, was nicht zuletzt das Präludium und Fuge über B-A-C-H von Rinck eindrucksvoll zu Gehör bringt.

Man kann St. Pankratius in Reiste nur gratulieren zu diesem klangschönen Instrument, das auch einmal mehr die Kompetenz der Firma Eule für Restaurierungen ganz im Sinne des mitteldeutschen Klangideals unter Beweis stellt. Bleibt für den Hörer zu hoffen, dass dies nicht die letzte CD von Herrn Dr. Isenberg aus Reiste war.

Heiko Andersch - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

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Apocalyptica Covid-19: Silent Infection for Organ

Komponistin: Ann-Helena Schlüter
Verlag: Laurentius-Musikverlag

Die Corona-Zeit hat tiefe Spuren hinterlassen, vieles abverlangt, aber ebenso auch kreative Leistungen erzeugt. So ist „Silent Infection“ (siehe Titelblatt / nochmals in abweichender Schreibweise „Silent Infektion“ auf Notenseite 1) dem schwedischen Komponisten und Organisten Hans-Ola Ericsson gewidmet: ein herausragendes Beispiel für das Engagement zeitgenössischer Orgelmusik. Laut Geleitwort des Weimarer Komponisten Prof. Wolf-Günter Leidel kann dieses Werk den Horizont  „bei noch allzu brav Orgelnden“ erweitern.
Das Künstlerportrait der Künstlerin ist ebenso aufgeführt wie auch die virtuose YouTube-Einspielung der Komponistin auf der 2013 erbauten zweimanualigen Beckerath Orgel in St. Stephanus in 59073 Hamm-Heessen. Diese lohnt sich mehrmals anzuhören, um Details herauszuhören und ja: Kompliment für das Auswendig-Spielen! Allerdings: Interpretatorische improvisative Spielweise ist eine Sache, eine nachträgliche Niederschrift oft eine andere.

Die Musik klingt teils dissonant bis spröde, aufgrund von Zwei- (reduziert auf Einstimmigkeit) auch stellenweise etwas dünn. Wenige Pedaltöne (sehr hell, glitzernd) sind vorgesehen. Registrierungsangabe: für Pedal ist Prinzipal 8´ genannt, somit ein Verzicht auf 16´-Wirkung. Zunächst sind die Registrierungshinweise und detaillierte Angaben zur Verteilung der beiden Manuale (SW: Schwell-, HW: Hauptwerk), Hinweise RH, LH hilfreich. Ebenso eine Vielzahl von Nuancenangaben, die sowohl Tempo (keuchend, hysterisch) , Registrierung (spitzer Klang), interpretatorische Raffinessen (vom Tremolo ins Trillern übergehend) betreffen. Auch an Assoziationen zu Kunstwerken wurde gedacht, und so kommen die Farbbegriffe „dunkelgelb“ (HW) und „blau“ (SW) auf Seite 5 vor.

Ein Vorteil ist, dass  bereits ein zweimanualiges Instrument für diese Komposition genügt, das aber unbedingt farbige Aliquotregister (Terz, Quinte)  enthalten sollte, ebenso einen 16´ im SW. Ärgerlich hingegen sind die viel zu kleinen Taktangaben bei ständigen Taktwechseln, und insbesondere fehlende Oktavierungsangaben, weil die gewählte Notation doch den üblichen Manualumfang (C bis g´´´) mehrfach übersteigt.

Gott sei Dank ist auf exotische Schlüssel (Tenor-, Bratschenschlüssel etc.) verzichtet, dafür kommen aber Pedaleinsätze im Violin(!)schüssel daher. (Warum? Vorsicht Falle? Oder ein Transponierungstest?). Sicher eine Kleinigkeit, aber gleichermaßen gewöhnungsbedürftig ist auch die Innenseitenpaginierung.

Wirkung: Das quirlige Stück mit enormen spieltechnischen Hürden (Hände überkreuzt etc.) beginnt zunächst „Paralysiert“ und endet (senza Ped.) „aussterbend“ mit Terzfolge e, #g versöhnlich. Passagen in Triolen, Quintolen, Sextolen sind bewusste Stilmittel und weitere  Herausforderungen. Der Notensatz ist angenehm, allerdings wäre eine Notierung, die mehr auf reduzierte Orgelmanualtastatur (anstelle Klavierumfang!) Rücksicht genommen hätte, noch spielerfreundlicher gewesen. Vielleicht können diese Schönheitsfehlerchen, um nicht zu sagen Desiderata bei einer Neuauflage noch berücksichtigt werden.
Der virtuose Charakter des Stückes bleibt hingegen unvermindert erhalten.
Somit liegt hier ein lohnendes Werk in einer außergewöhnlichen Konstellation vor, wobei die Hürden und Hindernisse bewältigbar scheinen.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Juli 2021

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Johannes Brahms - Sein Orgelwerk

Interpret: Klaus-C. van den Kerkhoff
Label: harp

Gute Orgel, akademisch gespielt

Das Orgelwerk von Johannes Brahms ist sehr überschaubar. Und es gehört weitgehend nicht zu den meisterhaften Werken dieses in anderen Sparten doch so bedeutenden Komponisten. Gerade die freien Werke von Brahms wirken doch wenig inspiriert. Sie verlangen vom Interpreten schon eine sehr mutige Herangehensweise um aus ihnen all das herauszuholen, was an Besonderheiten oder auch Kantigkeiten, die vielleicht befremdlich, vielleicht aber auch faszinierend wirken, aus den Stücken herauszuholen. Genau das aber ist bei dieser Produktion nicht zu erleben. Organist van den Kerkhoff spielt zu brav und auch oft zu wenig pointiert.

Keine Frage ist hingegen, dass van den Kerkhoff die 1994 gebaute, 2016 überarbeitete und mit einer Setzeranlage versehenen Orgel in der Aachener Annakirche registrieren kann. Er verblüfft immer wieder mit reizvollen Klangfarben, die mehr sind als Selbstzweck. Es gelingt ihm sehr wohl, die musikalischen Strukturen dieser Musik zwischen klassischem Formbewusstsein und romantischem Ausdruckswillen erlebbar zu machen. Aber immer, wenn er innerlich befreit spielen müsste, er es im Tempo laufen lassen müsste, nicht sklavisch im einmal gewählten Tempo bleiben sollte, da spielt er akademisch sauber, aber ohne dass er sich die Freiheiten nehmen würde, die man braucht um diese Musik, speziell die der Choralvorspiele, in ihrer existentiellen Dimension auszuloten. Und das gilt auch für die Registrierung, was sich allerdings möglicherweise dadurch erklärt, dass die Aufnahme vor dem Einbau der Setzeranlage gemacht wurde. Bei den ohnehin nicht sonderlich bedeutenden freien Orgelwerken mag das lässlich sein, bei den teilweise genialen und auch erstaunlich modernen 11 Choralvorspielen aus Brahmsens letztem Lebensjahr bräuchte es den Mut des Organisten, die Musik auszuloten bis in die letzten strukturellen, aber auch emotionalen Winkel.

Diese Musik spiegelt Gefühlsextreme und dabei ganz häufig Melancholie, Verzagtheit, Zerrissenheit oder auch Verzweiflung wider, aber immer wieder bricht auch Licht durch in dieser Musik, die manchmal wie die Musik eines Depressiven klingt. Und es gibt Passagen, in denen es so klingen muss als ob man die Kontrolle über das eigene Spiel verloren hat. Das mag im Konzert riskant sein, bei einer CD-Aufnahme kann das doch aber kein Problem sein, außer wenn man gar nicht merkt, was diese Musik eigentlich braucht. Hier müsste man in Tempo und Lautstärke immer wieder viel mehr in die Extreme gehen als das hier zu erleben ist. Gerade die langsamen Stücke sind am Anfang fast durchweg zu schnell. Da müssten manchmal geradezu stehende Klänge erklingen wie im Requiem dieses Komponisten. Und die Stücke im mittleren Tempo würden oft etwas mehr Zug vertragen. Feinste Schattierungen im leisesten Bereich sind in dieser Musik enorm wichtig, aber diese wird man hier kaum einmal hören.

Insgesamt wird dieses Orgelspiel weder der Orgel noch dem Komponisten gerecht. Aber gerne würde man diese Orgel einmal live hören. Oder mit anderem Repertoire. Diese Orgel ist mit 34 Registern verteilt auf 3 Manuale plus Pedal nicht besonders groß, aber sie scheint schon ziemlich gut zu sein. Und sie ermöglicht es mit Sicherheit auch, sowohl ältere als auch neuere Musik an ihr zu spielen.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

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Giuseppe Verdi

Interpret: Roberto Cognazzo
Label: Elegia Records

Verdi auf der Orgel, da zuckt man doch erst einmal zusammen. Aber wer weiß, wie weltlich die italienische Orgelmusik des 18. und 19. Jahrhundert klingen kann, der ist dann vielleicht doch gespannt darauf, wie und ob das klingt. Wenn man diese CD gehört hat, ist man allerdings nicht unbedingt klüger betreffs der Sinnhaftigkeit der Übertragung von Verdi auf das Instrument Orgel. Die Eindrücke sind nämlich außerordentlich zwiespältig. Dafür verantwortlich ist nicht der hervorragende Organist Cognazzo. Und auch nicht die sehr klangvolle Turiner Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts von Tiburzio Gorla. Aber die Auswahl der Stücke, die hier in Orgelbearbeitungen zu hören sind, ist doch problematisch.

Keine Frage, die Musik einer italienischen Banda, also Musik von Militärkapellen, wie sie Verdi oft adaptiert hat als Bühnenmusik, die kann sehr reizvoll wirken auf einer Kirchenorgel, denn die italienischen Orgeln des 19. Jahrhunderts zeichnen sich nicht zuletzt durch eine Vielfalt bei den Zungenstimmen aus. Da passt das Klangbild gut für die Übertragung einer Bandamusik in den Kirchenraum. Und Sonderregister wie in die Orgel integrierte Schlaginstrumente sind natürlich ideal dafür.

Überhaupt sind die italienischen Orgeln in ihrer Art generell infiziert von der Opernliebe der Italiener, vor allem von ihrer Liebe zum dramatischen Gesang. In Italien ist man im 19. Jahrhundert sehr flexibel gewesen in der Verwendung weltlicher Klänge im Kirchenraum. Der praktizierte Katholizismus hat eben immer versucht nah am Alltagsleben zu sein. Und darum klingt so manch italienische Kirchenorgel für unser von Bach und Co geprägtes Kirchenmusikohr eher weltlich, manchmal bekommt man vielleicht gar die Assoziation, dass italienische Kirchenorgeln dieser Zeit wie Jahrmarktsorgeln klingen. Und so ist dann auch das Repertoire dieser Zeit und dieser Region. Man schaue oder höre sich mal die gerade erschienen kleinen Orgelwerke Puccinis an. Die sind sehr erhellend für  den Orgelbau und den Zeitgeschmack Italiens. Und insofern verbietet sich ein abwertendes Naserümpfen über derlei Orgelmusik an einer Kirchenorgel.

Jedoch: Wenn man auf einer Orgel versucht Opernarien zu spielen, dann kann es doch leicht skurril werden. Bei den beiden Arien aus Verdis Schillervertonungen „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“, bei Verdi dann „Luisa Miller“ ist das hier der Fall. Diese wirken in diesen Orgelarrangements eher unfreiwillig komisch als irgendwie überzeugend. Bei den Vorspielen diverser Opern, vor allem aber den Ballettmusiken aus der „Sizilianischen Vesper“ und „Aida“ ist das schon eine andere Sache. Diese haben in diesen Fassungen durchaus ihren Reiz. Und werden von Cognazzo auch hervorragend gespielt. Problem bei den meisten anderen ausgewählten Stücken ist es, dass es sich doch zumeist um zweitrangige Werke aus der Frühzeit Verdis handelt, bei denen dem später so oft so genialen Verdi nicht viel eingefallen ist. Und das kann dann auch auf einer Orgel nicht kaschiert werden auch wenn Cognazzo teilweise interessanter und reizvoller registriert als Verdi die Stücke selbst instrumentiert hat.
Zwei Ausnahmen wären noch zu benennen. Das Finale von „Ernani“ ist sicher eines der ersten kleinen Meisterwerke Verdis. Die Bearbeitung allerdings ist teilweise ungeschickt, weil die internen Proportionen des Stückes zerstört werden. Cognazzo spielt dieses Stück zwar so, dass man zunächst fasziniert zuhört, aber sich dann doch wundert über die Seltsamkeit einzelner Übergänge. Da wäre es einfach besser gewesen, wenn der Organist den Mut gehabt hätte, diese Bearbeitung selbst noch weiter zu bearbeiten. Entweder freier und kreativer damit umzugehen, oder sich eben doch mehr ans Original zu halten. Sehr gelungen hingegen ist das Arrangement der „Tarantella“ und des „Rataplan“ aus der „Macht des Schicksals“, nur ausgerechnet hier wirkt Cognazzo gehemmt und etwas steif in der Umsetzung. Er spielt dieses Arrangement zwar gekonnt, aber fast so als sei er kein Italiener. Da fehlt der Esprit und die Klanglust. Seltsam. Und etwas schade.

Als Exotikum ist diese CD sehr reizvoll. Die Ausstattung des Booklets mit Texten beinhaltet leider nur Ausführungen in Italienisch und Englisch, aber wer sich die Mühe macht, sie trotzdem zu lesen, der wird Interessantes erfahren. Die Disposition der Orgel ist auch abgedruckt, wenngleich die italienischen Orgelfachbegriffe doch teilweise schwer verständlich sind.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

You'll never walk alone

Komponist: Oscar Harmmerstein II & Richard Rodgers
Arranged for organ by Robert Coates
Verlag: Cantando

You´ll Never Walk Alone.
Die Frage nach dem unterschiedlichen Einsatz (Berechtigung!) in Fußballstadion oder Trauerhalle stellt sich für mich nicht mehr. Ich denke, in vielen Situationen ist dieses Musikstück legitim, weil es auch immer darum geht, Musik als persönliche Inspirations- , Energie- und Trostquelle zu erfahren. Immerhin fand der Song auch Eingang in das Zusatzheft EG+ (genannt EG plus). Im Liedtext geht es ja kurz gesagt darum, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Wer denkt da nicht automatisch an momentane Corona-Turbulezen?

Robert Coates hat am 6.4.2020 sein stimmiges Arrangement in 68 Takten mit luftiger Achtelbegleitung in Tonart C-Dur geschaffen. Zunächst geht es darum, die Melodie (mf) gegen Begleitung (p) auf verschiedenen Manualen hervorzuheben, ab Takt 18 sind beide Klangflächen additiv (Manualkoppel!) zu betrachten, ein crescendo (poco a poco) ist zu beachten, damit es Steigerungseffekte gibt (Takt 31 forte / Takt 35 fortissimo).
Ideal dafür ist hier sicher ein romantisch disponierte Orgel mit Jalousieschweller. In Takt 43 ist die Soprannote von (e in f analog Takt 7) zu korrigieren und ab Takt 55 wird ein Manual 16´ gute Wirkung leisten. Überhaupt muss der Manualempfang bis g3 reichen (Takt 63), ansonsten sind hier
Alternativlösungen (Oktavieren) gefragt.

Musik verbindet Menschen unter- und miteinander. Mit diesem wunderbaren emotionalen Arrangement kann dieser Anspruch gut gelingen:
Geh weiter mit Hoffnung in deinem Herzen. Du wirst niemals alleine gehen. Danke für diesen Zuspruch!

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Februar 2021 / Juli 2021

Meditasjonsmusikk hefte 4

Komponist: Robert Coates
Verlag: Cantando

Laut den erfolgten Datumsangaben von 1994 und 1995 und auch beim Copyright mit genanntem Veröffentlichungsjahr 1995 enthält dieses Notenheft die folgenden Titel (Tonarten sowie Taktangaben dazu in Klammern) :

1. De vaere aere (D – 75)
2. Requiem Aeternam (e - 55)
3. Den dag du gav oss (D – 64)
4. Eg veit i himmerik ei borg (d – 38)

In diesem Heft findet man gottesdiensttaugliche Miniaturen augenfreundlich gesetzt zu unterschiedlichsten Gelegenheiten.
Nr. 1 bringt Händels Ohrwurm „Tochter Zion“ in einer neuen Variante im 3/4-Takt. Warum nicht! Im angelsächsischen Raum ist diese populäre Melodie auch bekannt unter Maccabaeus bzw. Thine Be The Glory.
Nr. 2 eignet sich aufgrund des meditativen Charakters für Trauerfeiern und ähnliche Anlässe mit dezenter Registrierung. Aufgrund von Stimmenkreuzungen sind unbedingt zwei Manuale erforderlich. Besonderen Hinweis verdient das eingängige Girlanden-Achtelmotiv das hier sogar vom tiefen E0 bis zum hohen E3 (Takt 28 bis 30) hinaufreicht. Eine Streicherschwebung dürfte hier besondere Wirkung entfalten.
Nr. 3 ist ein echter Evensong, ein Abendlied (hier mit Überschrift „St. Clement“) zum Tagesausklang: Den dag du gav oss (findet sich im Gotteslob GL 96 in F-Dur-Melodienotierung unter „Du lässt den Tag, o Gott, nun enden“ bzw. Im Evangelischen Gesangbuch EG 266 in G-Dur-Melodiefassung unter „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“). Auch hier die Hinweise SV – HV (Schwell- Hauptwerk). Auch hier sind dezente Register angesagt, die den eleganten Eindruck verstärken werden.
Nr. 4 ist wohl eher wenig(er) bekannt unter: Ich weiß ein ewiges Himmelreich / I know there is a castle in Heaven. Hier findet sich die erklärende Angabe: Norsk folketone. Die Tempobezeichnung ist Adagio, wobei manche Dissonanzen und Akkordrückungen schon etwas bemüht wirken. Ein
Tremulant könnte solche Härten sicher etwas kompensieren, wobei auch hier wieder die Devise angesagt ist: Probieren geht über Studieren.

Gut gelöst ist die Zusammenstellung auf Seite 16. Hier gibt es in einer alphabetischen Übersicht weitere Komponisten und deren Werke, die nach den
Sparten Orgel Solo, Orgel 4 händig, Klavier, Diverse, Trompete mit Orgel, Orgel mit weiteren Instrumenten gelistet sind. Abwechslungsreiche Musik für den gottesdienstlichen Alltag.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Februar 2021 / Juli 2021

Wolfgang Rihm improvisiert an der Orgel in Karlsruhe-Durlach

Interpret: Wolfgang Rihm
Label: Cybele

Welch Entdeckung! Wolfgang Rihm als cirka 18-jähriger jugendlicher Stürmer und Dränger an der Orgel – eine unglaubliche CD, die jedem Freund von Orgelmusik genauso ans Herz gelegt sei wie jedem Freund zeitgenössischer Musik. Und außerdem jedem, der Lust hat mal Orgelmusik zu hören, bei der es so zur Sache geht, dass man es kaum glauben mag. Das liegt nicht nur daran, dass Rihms pianistische Qualitäten schon als Jugendlicher so groß waren, dass diese ihn auch dazu befähigten auf einer Orgel zu brillieren. Und wie: Er spielt einerseits einfach drauf los und lässt dabei seinen Gefühlen freien Lauf, ja gibt sich geradezu hemmungslos dem eigenen Musizieren hin und lässt sich dabei in eine Art und Weise gehen, dass man nur so staunt. Da hört man genau die eruptiven musikalischen Prozesse, die er später genau bis in Detail für Orchester ausgestaltet hat in einer jugendlichen Spontaneität und Direktheit, dass man seinen Ohren kaum traut.

Rihm mag als Jugendlicher in seinem Umgang mit anderen Menschen eher zurückhaltend und schwierig gewesen sein, als Musiker ist er wohl immer Expressionist gewesen. Und das hört man hier in jedem Moment. Natürlich erinnert in dieser frühen eruptiven Musik vieles an andere Komponisten, die Rihm wohl zu dieser Zeit wichtig waren. Mal klingt ein ganzer Einstieg in eine Improvisation wie bei Reger oder auch bei Liszt, dann eher wie bei den großen französischen Romantikern oder auch deren Nachfahren im 20. Jahrhundert. Aber keine Improvisation dieser CD bleibt in einem Stil. Rihm arbeitet mit gigantischen Kontrasten und wellenartigen Steigerungen, in denen er auch immer wieder auch ganz moderne Klänge kreiiert. Cluster gibt es genauso wie atonale Passage, die dann wieder in etwas ganz anderem münden. Auch Momente archaisch alter Klänge tauchen auf, dann aber auch wieder Ostinate wie im Jazz oder im Barock.

Immer ist es so, dass Rihm die Orgel so bedient als sei es sein erstes Orchester. Er hält sich dabei nicht an irgendwelche klassische Registrierregeln, sondern kombiniert alles mit allem. Das ist im Endeffekt viel reizvoller als die Musik von Organisten die nach  erlernten Mustern improvisieren. Und immer wieder wird diese Musik exzessiv wie im Rausch.

Rihm selbst hat seinerzeit seine nächtelangen Sitzungen, die er selbst aus der Distanz fast ironisch „Obsessions-Seancen“ nennt, auf Tonband mitgeschnitten. Ein Teil dieser Aufnahmen wurden auf dieser CD zusammengestellt. Darunter sind auch Stücke, die zumindest so wirken als seien sie doch weitgehend durchkonstruiert, die dann aber beim Spielen ein Eigenleben bekamen. Natürlich wiederholen sich gewisse Effekte auch ein wenig, aber trotzdem ist diese Produktion spektakulär. Sie ist nicht nur als musikalisches Dokument für die Entwicklung eines der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit von Bedeutung, sondern macht beim Hören ungemeinen Spaß. Und ganz nebenbei lernt man eine Menge über den Komponisten und seine Jugend im so informativen wie gut gemachten Booklet. Eine großartige CD!

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

Charles-Marie Widor - 8. Symphonie

Interpret: Jean-Baptiste Dupont
Instrument: Cavaille-Coll-Orgel Toulouse

Label: audite

Jean-Baptiste Dupont, Organist der Kathedrale von Bordeaux, aufstrebender Orgelvirtuose, hat sich für seine erste Widor-Einspielung die achte Symphonie von 1887 vorgenommen. Zu dem ungewöhnlichen Einstieg hat ihn sein Jugendtraum motiviert und die Cavaille-Coll-Orgel der Basilika Saint-Sernin in Toulouse (1889, III/54, 2018 restauriert von Robert Fréres), Charles-Marie Widor widmete ihr seine 10. Orgelsinfonie, die Symphonie romane. Nachdem die Verbreitung der widorschen Orgelwerke maßgeblich ursächlich für den Bau neuer Orgeln in Deutschland im französisch-romantisch-sinfonischen Stil ist, gewinnt eine solche Einspielung auch für den deutschen Sprachraum besonderes Gewicht.

Im Booklet beschreibt Dupont auf sehr sympathische Art, wie seine Interpretation Gestalt annahm, was an sich nichts Besonderes ist, aber doch Nähe zur Persönlichkeit des Solisten herstellt. Die sechssätzige Symphonie verlangt hohes Virtuosentum, u.a. das Spiel einer Hand auf zwei Manualen gleichzeitig, Widors Improvisatoren-Ruhm gründete sich u.a. auf derlei anspruchsvolles „Kunsthandwerk“. Seine aphoristische Klangsprache spielt mit den Möglichkeiten der symphonischen Orgel, Reger ist da nicht mehr weit, was eine Nähe zu Duponts viel beachteter Gesamteinspielung der Reger-Orgelwerke herstellt. So wirkt das Orgelbrausen Widors hier ähnlich dem Regers, etwas überladen, ruhelos und selbstbezogen. Was nichts ändert an der stupenden klavieristischen Leistung des Interpreten, die man nur bewundern kann. Der etwas stumpfe Klang der Orgel, typisch natürlich für die Zeit, macht das Zuhören anstrengend, analytisches Hören weicht dem großen Rauschen und Wellen des Widorschen Klangflusses. Vielleicht hat der Komponist das ja so gewollt, Weltruhm aber erlangte nur die viel schlichtere Toccata der V. Symphonie.

Der mehr als nur überzeugenden Einspielung der achten Symphonie fügte Dupont noch zwei Werke von Joseph Guy Ropartz und Camille Saint-Saens hinzu. Allein der Klang der Cavaille-Coll-Orgel ist so überzeugend eingefangen, dass sich schon deshalb der Kauf der CD rentiert!

Rainer Goede
März 2021 / Juli 2021

Jazz.Spors.Bach - Trio Sonatas

Interpreten: Ulrich Walther / Michael Spors
Label: Organum

Bach goes Jazz

Dass sich Bachs Musik gut eignet zur Verwendung als Ausgangspunkt für Jazz-Improvisationen, das ist eine bekannte Sache. Wenn eine solche Verwendung dann auch sinnfällig herüber kommen soll und zugleich auch als Jazz bestehen können will, dann müssen allerdings schon erstklassige Könner am Werk sein. Selbst beim klassischen Bearbeiter der Musik Bachs als Jazz, Jacques Loussier muss man konstatieren, dass nicht jedes Jazz-Arrangement gelungen ist. Bei der CD von Organist Ulrich Walther und dem Jazz-Trio Michael Spors ist der Jazz-Anteil leider weitgehend so uninspiriert, dass man staunt. Organist Ulrich Walther erweist sich nämlich durchaus als vorzüglicher Musiker, und sowohl auf der klassischen Kirchenorgel als auch auf der Hammondorgel.

Wenn jedoch das Jazz-Trio spielt, da wundert man sich schon ein wenig, dass dann über weite Strecken nur Loungemusik im Plätschersound erklingt. Ja, als Hintergrundgeräuschkulisse mit Niveau mag das gefallen, aber welche Welten liegen denn da zwischen dem Bachschen Original und diesen Arrangements? Da muntert es einen auch nicht unbedingt auf, wenn in den Triosonaten, die vom Jazz-Trio gespielt werden, eine Menge Zitate oder Anspielungen sehr bekannter, aber auch unbekannter Werke Bachs eingebaut sind. Das wirkt vor allem wie der Hinweis, dass man sich doch auskennt in der Welt der Bachschen Musik. Es wird mit diesen bachschen Querverweisen aber leider rein gar nichts gemacht. Nichts führt auf Sie hin, nichts entwickelt sich daraus. Dabei  soll eines von vornherein klar gestellt sein: Gegen eine mutige Bearbeitung der Musik Bachs spricht überhaupt nichts, aber alles spricht gegen solch klingende Belanglosigkeiten.

Dabei  gibt es sehr wohl immer wieder auch Momente positiver Irritationen. Zum Beispiel, wenn sich im langsamen Satz der d-moll-Sonate, der einzigen Aufnahme hier mit Trio plus Hammondorgel, der Pianist und der Organist gegenseitig die musikalischen Bälle zu werfen. Da entsteht für wenige Minuten einmal ein gegenseitiges sich Inspirieren, bei dem das Zuhören Spaß macht. Sobald dann aber der Bassist und der Schlagzeuger dazu kommen, wird es wieder banal. Bei beiden hat man den Eindruck, dass diese einfach keine Ideen haben, wie Sie sich kreativ einen eigenen Weg durch die Musik Bachs bahnen könnten.

Wie gut ist es da, dass es auf dieser CD aber eben auch zwei Triosonaten an der Pfeifenorgel gespielt zu hören gibt, sehr gekonnt musiziert mit viel Sinn für die richtigen Phrasierungen und Artikulationen wie auch für die Tempi.

Die beiden ausgewählten Instrumente bringen verschiedene Farben ins Spiel. Die an die Naumburger Hildebrandt-Orgel gespielte d-moll-Sonate überzeugt nicht nur seitens des hervorragenden Organisten und seiner Registrierung sondern lässt den Klang einer Orgel zur Zeit Bachs erahnen, denn diese Orgel ist ganz im Stil des mitteldeutschen Barock erhalten bzw. restauriert. Und zwar auf hohem Niveau.
Instrumental vielleicht noch interessanter, aber sicher auch strittiger, ist die Ausnahme der c-moll-Sonate an der Walcker-Orgel in Ludwigsburg. In der dortigen Stadtkirche steht ein romantisches Instrument, das von der renommierten Bonner Werkstatt Klais auf Topniveau gebracht wurde und so auf eine gänzlich unhistorische Weise im Stil des 19. Jahrhunderts Bachs Musik so erklingen lässt wie  ein paar Jahrzehnte später als zur Zeit der Wiederentdeckung der vergessenen Werke Bachs im 19. Jahrhundert durch Mendelssohn.

Highlight ist dieser Produktion ist allerdings die Einspielung der C-Dur-Sonate auf einer Hammondorgel. Organist Walther traut sich zwar nicht recht, mit Bach innovativ und innerlich so frei wie offen umzugehen, aber trotzdem stimmt in dieser Wiedergabe alles. Der Klangsinn im Umgang mit der Hammondorgel genauso wie der Sinn für diese Musik Bachs. Walther spielt hier Bach fast notengetreu, denn die Änderungen beziehen sich fast nur auf rhythmische Momente, aber diese sind dermaßen stimmig, dass man gerne mehr Bach von Ulrich Walther auf der Hammondorgel hören würde. Und vielleicht gewönne er dann ja die Freiheit, sich mehr mit eigenen Ideen in diese Musik hinein zu begeben wie in dieser Aufnahme.  Das ist aber möglicherweise einfach auch eine Sache, die live entstehen muss und nur so als produktive Aneignung historischer Musik fasziniert. Eine CD, die sich wegen der Hammondorgelaufnahme und der beiden Pfeifenorgel-Produktionen sehr lohnt.

Reinald Hanke - für www.orgel-information.de
April 2021 / Juli 2021

Two Organ Pieces for a Confirmation op. 87

Komponist: Robert Coates
Verlag: Cantando

Komponiert 2010, veröffentlicht 2012, soweit die nüchternen Zahlen. Konfirmation zählt als „Kasualie“ zu wichtigen Lebensereignissen. Dafür geeignete Musik zu haben ist eine große Chance. Robert Coates ist das zu verdanken. Keine Panik zunächst bei 6x # in der Maestoso-Einstiegsphase,
zu der die Erkennungsmelodie in H-Dur ab Takte 9 hinzutritt. Ab Takt 26 folgen zunächst viermal Moll-Ruhepunkte mit Fermaten auf den Basstönen: Dis / B / H / Fis. Harmonischer Wechsel in die neue Tonart G-Dur folgt ab Takt 32, bis es in der Coda wieder zur Ursprungstonart kommt. Ein klanglicher
Reiz der Schluss in klingend GIS-Dur, der sicher einige grifftechnische Kniffe erforderlich macht.

Nachdem bei Konfirmationsanlässen häufig das Motto „sehen und gesehen werden“ zutrifft - um das Wort Modenschau zu vermeiden- darf die Orgel auch hier mit exquisitem Flair mithalten. Dieses farbige Prelude macht´s möglich!

Dafür wird es mit Postlude eher wieder gediegen, weil hier ein klassischer Choral im Tenor-Cantus firmus erklingt. Folgerichtig steht am Anfang auch gleich die Tempobezeichnung Marziale, sowie in Takt 9 zur Pedalstimme der Zusatz non legato. Eine ff Registrierung versteht sich bei (hoffentlich
voller Kirche) von selbst. Wem „Marche triomphale“ von S. Karg-Elert zu schwierig erscheint, der findet somit in diesem Postlude zu „Now Thank We All Our God“ eine dankbare Alternative in Tonart Es-Dur.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Februar 2021 / Juli 2021

Die Orgelbauerfamilie Voit in Schweinfurt

Autoren: Hermann Fischer / Ernst Petersen
Herausgeber: Uwe Müller
Verlag: Hist. Verein Schweinfurt e.V.

Dank der jahrzehntelangen Forschungen des Aschaffenburger Organologen Hermann Fischer (†) hat der Historische Verein Schweinfurt nun posthum diesen Band, der Leben und Arbeiten der Schweinfurter Orgelbauerfamilie Voit beschreibt, herausgeben können. Deren wichtigste Vertreter waren Johann Rudolf Voit (1695 – 1768), sein Sohn Johann Michael Voit (1744 – 1819) und sein Enkel Carl Friedrich Voit (1774 – 1854). In übersichtlicher Reihenfolge folgen Abschnitte zum mainfränkischen Orgelbau vom 17. bis 19. Jh., zur Familiengeschichte, das Werkeverzeichnis, dann Einzelbeschreibungen, Voit-Merkmale und verschiedene Verzeichnisse. Den Hauptteil bilden die gut bebilderten Einzelbeschreibungen, die leider manchmal nicht die vollständige Orgelgeschichte bringen, sondern sich auf die Tätigkeit der Voits konzentrieren.

Die Verzeichnisse erleichtern das Suchen nach speziellen Angaben zu den einzelnen Orgeln, die ansonsten chronologisch behandelt werden, was sehr schön verdeutlicht, wie sich der Stilwandel von Barock zum Klassizismus bei den Voits vollzog. Das Inhaltsverzeichnis gibt leider falsche Lebensdaten zu Carl Friedrich Voit wieder. Verwendet wurde ein sehr starkes Papier, das hinderlich fürs Blättern ist. Anmerkungen finden sich hingegen auf derselben Seite, was Blätterei überflüssig macht. Die Fotos sind von hoher Qualität, manchmal etwas klein, um allen Text für eine Orgel auf einer Seite unterbringen zu können.

Der Band ergänzt Fischers große Orgelbauermonographien zu den Seufferts, Schlimbachers und zum Untermain. Man kann nur dankbar sein, dass er noch vor Fischers Tod verfasst und gesetzt (Satz und Layout: Ernst Petersen) werden konnte. Wer Näheres zum Orgelbau der Voits im 18. Jh. in Mainfranken und Umgebung wissen möchte, der muss hier nachlesen.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
März 2021 / Juni 2021

Francois Benoist "Pièces pour d'orgue" Vol. I und II

Herausgeber: Nanon Bertrand, Tor Nordström, Francois Sabatier
Verlag: Éditions Publimuses (Auslieferung: Butz-Verlag)

Der Verlag Butz hat die Auslieferung der Editionen des Pariser Verlags Publimuses mit Orgelmusik des 19. Jahrhunderts für Deutschland übernommen. Die gesamten Orgelwerke von Boëly, René Vierne, Benoist, Boëllmann, Chauvet, Louis Niedermeyer, Sigismond Neukomm und Ribollet sind damit problemlos auch in Deutschland zu bekommen, wofür der Verlagsleitung sehr zu danken ist.

Beide Bände liegen hier in der zweiten verbesserten Auflage vor (11996), jeder Band (frz./engl.) verfügt über ein gründliches Vorwort (Tor Nordström), bzw. Werkeinführung (Francois Sabatier) sowie den Kritischen Bericht und sind sehr gut lesbar.

François Benoist (1794–1878) wurde 1819 Premier Organist der Roy Chapelle und Professor für Orgel am Conservatoire. Als Orgellehrer war er über 50 Jahre die prägende Figur der Pariser Orgelszene, so zählten zu seinen Schülern u. a. César Franck, Théodore Dubois, Louis Lefébure-Wély und Camille Saint-Saëns. Ab 1840 war er außerdem Premier chef de chant an der Pariser Oper, für die er auch zwei Opern, eine Opera comique und Ballettmusiken schrieb. Aber u.a. auch eine groß besetzte Messe und zwei Requiemvertonungen für Chor und Orgel hat er hinterlassen.

Sein Orgeloeuvre umfasst in 12 Suiten Offertoires, Elévations, Communions, Sorties, Versetten sowie Piècen ohne liturgische Zuordnung. Erschienen zwischen 1841 und 1861 gehören sie also seiner reifen Zeit an. Stilistisch wandelte er sich vom Klassikstil mit der Sonatenform zum Romantiker mit Liedformen etc. Die beiden vorliegenden Bände bringen die Suiten 1 bis 8 aus den Jahren 1840 bis 1859 mit zwei Grand Choeurs, in denen er auch ein Bombarde-Manual verlangt, was ihm selbst nie zur Verfügung gestanden hat. Die Begegnung mit Aristide Cavaille-Coll hat da gewichtige Spuren hinterlassen. Aber auch die damals viel gepflegte Orgue expressiv (Harmoniumzunge) auf einem eigenen Manual wird verlangt. Andere Stücke sind betitelt mit Versette, Prélude, Prière, Communion, Sortie sowie nicht-liturgischen Bezeichnungen wie Solo, Duo, Trio. Benoists Musik ist in den späteren Stücken reich an Modulationen, der Pedalgebrauch ist sparsam, wie es die Pedalklaviaturen im Frankreich seiner Zeit mit einem Umfang von meist AA oder C – f0 vorgaben. Zu seinem Orgelwerk gehören noch weitere Einzelstücke wie die Deux Préludes (1860) und die Sammlung Recueil de quatre morceaux pour orgue: Andante, Fugue sur le Pange lingua, Marche religieuse, Communion (1861). Sie sind in einem weiteren Band zu haben. Die schöne immer gediegene Musik verdient allemal eine Wiederbelebung.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
März 2021 / Juni 2021

Camillo Schumann - Sämtliche Orgelsonaten

Herausgeberin: Antje Wissemann
Verlag: Breitkopf & Härtel

Camillo Schumann (1872 – 1946), geboren in eine Musikerfamilie, ausgebildet am Dresdener, dann am Leipziger Konservatorium von u.a. Carl Reinecke, Salomon Jadassohn und bei Woldemar Bargiel und Robert Radecke in Berlin, war von 1896 bis 1914 Organist an St. Georg in Eisenach sowie an der dortigen Wartburgkapelle, was ihm 1906 den Titel Großherzoglich Sächsischer Musicdirector und Hoforganist einbrachte. Schumann muss ein bemerkenswerter Orgelvirtuose gewesen sein, spielte aber auch noch andere Instrumente. Ab 1914 widmete er sich ganz seiner kompositorischen Arbeit, die kaum überschaubare Mengen an verschiedenster Kammermusik, Liedern, Orchester-, Klavier-, Orgel- und Harmoniummusik brachte. So sind neben den Sonaten viele Choralbearbeitungen zu nennen sowie Choralphantasien, Praeludien und Fugen und nicht weniger als sechs Suiten für das damals allgegenwärtige Harmonium.

Kompositorisch war er bei Mendelssohn und Brahms stehengeblieben, was ihn nach 1918 ins Abseits brachte. So ist es nicht verwunderlich, dass Schumann auch heute noch kaum rezipiert wird. Vermutlich wird daran auch die Neuausgabe von Antje Wissemann, die den Erstdrucken und Autographen folgt, nicht viel ändern, sind doch Schumanns Sonaten gleich in mehreren Verlagen seit vielen Jahren greifbar. Ein nicht nur finanzieller Gewinn ist allerdings die Zusammenfassung aller sechs Sonaten, die zwischen 1899 und 1910 entstanden, in einem Band. Die Übernahme von Schumanns Fingersätzen ist zwar ein philologisch geschichtlicher Gewinn, belastet aber das Notenbild auch, für die Praxis eher unnötig. Musikalisch dankbar sind zumeist die letzten Sätze, in Sonate 1 mit dem Choral „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“, in Sonate 2 eine Fuge über B-A-C-H, in Sonate 3 eine ernste c-Moll-Fuge, in Sonate 4 „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, in Sonate 5 ein Canonsatz und eine Fuge, die eher an Rheinberger erinnert, und in Sonate 6 eine umfangreiche Toccata mit einem melodisch schönen Mittelteil. Wie überhaupt sich Schumanns Musik durch schöne Melodien auszeichnet, die sich auch deshalb gut greifen lässt. Die Ausgabe bringt ein etwas sparsames Vorwort und am Ende den Kritischen Bericht.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
März 2021 / Juni 2021

Wiener Klänge

Herausgeberin: Katharina Hieke
Verlag: Cantando

Spätestens seit Cesar Franck dürfte allgemein anerkannt und klar sein: die Orgel sie ist (m)ein Orchester! Ja und warum müssen es nur immer die Wiener Philharmoniker sein? Dank dieser Noten bekommen viele kreative Musiker/innen endlich neue konzerttaugliche Literatur, die sich als Schmankerln nicht nur für Neujahrskonzerte sondern auch als gefällige Bravour- und Zugabestücke eignen.

Als Herausgeberin für diesen 45-seitigen Notenband zeichnet Katharina Hieke (Lysvik 2016) verantwortlich. Wer mag, findet von der vielseitigen schwedischen Musikerin (Stichwort: organist stream) neben Strauss, ebenfalls Musik von Händel, Buxtehude, Duruflé als soundcloud-Dateien.

Unter dem Titel „Wiener Klänge“ hat sie spannende Orgeltranskriptionen der beiden Komponisten Fritz Kreisler (1875-1962) und Johann Strauss d.J. (1825-1899) veröffentlicht. Unbedingt lesenswert ist schon allein Kreislers schillernde Biografie. Und originell ist seine Musik noch immer. So finden sich von Kreisler folgerichtig die beiden ursprünglich für Violine konzipierten Charakterstücke Liebesfreud und Liebesleid, während es von Strauss („Sohn“) eine fast 10-minütige Konzertwalzerfolge (Rosen aus dem Süden Op. 388) gibt. Hier geht es munter und gekonnt „querbeet“ durch verschiedene Tonarten. Neben diesen Klängen, die ausnahmslos im 3/4-Takt stehen, gibt es die Tritsch-Tratsch-Polka („schnell“!) Op. 214, die von jedem Interpreten gehörige Virtuositätsleistungen abverlangt. Übrigens: keine Angst vor hohen Tönen. Angesagt ist zwar Umfang im Manual bis a 3 und im Pedal bis g1, doch diese wenige Passagen lassen sich oktavieren.

Ich zitiere aus dem Vorwort: Erfahrungsgemäß bringen viele Zuhörer eine größere Offenheit im Umgang mit den klassischen Stücken mit, wenn hin und wieder auch die Grenzen zur Unterhaltungsmusik überschritten werden. Diese auf Seite 2 gemachte Beobachtung kann ich voll und ganz unterschreiben. Somit gratuliere ich zu diesem wunderbaren Notenheft mit stets angenehmem Notensatz. Bitte mehr davon!

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Februar 2021 / Juni 2021

20th Century Organ Music

Interpret: Simon Preston
Label: Decca

The Argo Organ Recordings

Die hier vorliegende CD hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Ursprünglich aufgenommen wurde sie zwischen 1963 und 1971. Somit könnte man schon fast von einer historischen Aufnahme sprechen. Der heute 82-Jährige Simon Preston war damals noch in verschiedenen Kirchen Londons bzw Oxfords angestellt, seine internationale Konzert-Karriere begann erst im Jahre 1987.
Die vorgestellten Werke wurden auf den Orgeln der Kirchen Church of Saint John the Evangelist in Islington, der Orgel der Royal Festival Hall in London und der Orgel der Colston Hall in Bristol eingespielt.

Simon Preston widmete sich auf dieser Doppel-CD den folgenden Werken:

  • Den Orgelsonaten 1 bis 3 von Paul Hindemith
  • Gemeinsam mit dem Chor der Cirenster Grammar School und dem Orchester der selbigen Schule - unter Leitung von Peter Maxwell Davies dem Magnum Mysterium von Peter Maxwell Davies.
  • Weiterhin sind auf der CD eingespielt: die Sonate für Orgel Opus 28 von Sir Edward Elgar, das Werk Paean von Kenneth Leighton, ein Adagio von Frank Bridge, die Rhapsodie für Orgel op. 17 Nr. 3 von Herbert Howells, das Preludio al Vespro di Monteverdi von Sir Michael Tippett und das Prelude and Fugue on a theme of Vittoria von Benjamin Britten.
Es mag durchaus sein, dass es heute modernere und vielleicht auch zeitgemäßere Aufnahmen gibt. Doch trotzdem sind diese Interpretationen von Simon Preston wunderbar anzuhören. Selbst die klanglich etwas ungewohnten Stücke, die nicht immer harmonisch und leicht ins Ohr dringen, sind vom Interpreten sehr durchsichtig und "gut verständlich" gespielt worden. Die Orgeln überzeugen alle durch abwechslungsreiche und angenehme Klänge. Der volle Klang-Reichtum der Instrumente ist niemals spitz oder schrill, sondern auch in Höhen angenehm rund.

Somit empfiehlt sich diese CD vielleicht nicht für den immer auf "das neueste Pferd setzenden Orgel-Freund", ist aber für den Quereinsteiger oder kundigen Orgellaien sehr zu empfehlen.

Daniel Kunert - www.orgel-information.de
Februar 2020 / Juni 2021

Der Schwan von Tuonela

Komponist: Sibelius, Jean
Herausgeber: Arter, Matthias
Verlag: Breitkopf & Härtel

für Englischhorn und Orgel op. 22/2

Nein, hier geht es nicht um das Orgelregister „Cor anglais“, das sich in romantischen Orgeln von Walcker, Koulen, Moser in 16´ und 8´ -Lage nicht gerade unbedingt häufig findet. Matthias Arter hat sich für die Fassung: Soloinstrument Englischhorn plus Orgelbegleitung entschieden.

Aufgrund intensiver Auseinandersetzung mit dem finnischen Nationalepos Kalevala entstand u.a. die „Lemmikäinen-Suite-Vier Legenden op. 22“ als Orchesterzyklus, der sich auf Leben und Wirken des Helden Lemminkäinen bezieht. Der Schwan von Tuonela op. 22/2 bezieht sich auf das Totenreich Tuonela (vergleichbar mit Hades), welches von einem reißenden, schwarzen Strom umgeben ist, auf dessen Wellen ein Schwan, der für den Totengott Tuoni durch seinen Gesang die Seelen der Verstorbenen anlockt, seine Kreise zieht.

In Tonart a-Moll mit Taktmetrum 9/4 lotet Sibelius diese düstere Szenerie mit Streichern, Harfe, Basstrommel in einem dunkel gefärbten Orchestersatz aus, über dessen Klangteppich sich ein intensives Englischhorn-Solo legt, das für den Schwanengesang steht. Bereits Otto Taubmann (1859-1929) hatte diese Tondichtung für Klavier zu zwei Händen arrangiert. Siehe entsprechendes Klangbeispiel in youtube. Für 7,50 € ist diese Ausgabe seinerzeit ebenfalls beim Verlag Breitkopf & Härtel erschienen, denn wohlgemerkt, die von Martias Arter 2019 erfolgte Notenpublikation hat ihren doch sehr stolzen Preis von immerhin 17,90 € für 102 Takte Orgelarrangement (Querformat) samt Einzelstimme Englischhorn (Hochformat). War in Taubmanns Fassung noch die Melodie in den dichten Klaviersatz integriert, so hat sich Martias Arter für einen schlichteren Orgelsatz mit Melodieauslagerung entschieden. Für den Vortrag ist romantisch-orchestral disponierten Instrumenten unbedingt der Vorzug zu geben, die über Streicher-Chöre verfügen. Aeoline und Salicional, oft auch zusammengefasst zu Vox coelestis 8´ und eine Suboktavkoppel, samt Jalousieschwellwerk werden hierbei gute Dienste leisten. Bei neobarocken Instrument könnte eine Gedacktschwebung (Gedackt, Quintatön evt. noch mit Tremulant) zu einem ähnlich adäquaten Vortrag passen.

Zur Ausgabe selbst ist festzustellen: Der großzügige Notensatz ist immer sehr angenehm lesbar und Buchstabenhinterlegungen (A bis H) sind hilfreiche Zusätze für Einstudierung sowie das Zusammenspiel. Bei Ausfall bzw. Ermangelung eines Solisten müsste für einen reinen Orgelvortrag allerdings die Englischhorn-Stimme um eine Quinte herunter transponiert werden, und die derzeitige üppige Begleitung dementsprechend ausgedünnt werden.

Mit dieser besonderen Notenausgabe, die sicherlich zum Bereich Exoten gehört, ist für Freunde romantischer Musik mit Vorlieben für Alterationsharmonik im Stile von Richard Wagner, somit ein weiteres Repertoirestück zugänglich.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Februar 2021 / Mai 2021

The Argo Organ Recordings

Interpret: Simon Preston
Instrument: Orgel Westminster Abbey, London
Label: Decca

Mit Werken von Bach, Mozart, Walton, Clark, Händel, Elgar, Vierne, Wagner, Guilmant, Schumann, Karg-Elert und Widor

Es scheint, als gäbe es tausende Aufnahmen der Schübler-Choräle von Johann Sebastian Bach. Vielleicht stimmt das ja sogar. Auf der mir vorliegenden CD werden diese von Simon Preston gespielt. Die Aufnahme könnte man schon historisch nennen, eingespielt wurde sie zwischen 1963 und 1965 an der Orgel der Westminster Abbey. Prestons Interpretation ist klanglich sehr ruhig und ausgewogen. Man hat nie das Gefühl dass er in Hektik oder überzogene Tempi verfällt. Im Gegenteil: dieser Bach strahlt eine große Souveränität und Ruhe aus. Das hört man sich gerne mehrfach an.

Das Orgelstück (Fantasie in f-Moll KV 608) von Wolfgang Amadeus Mozart kommt schon schwungvoller daher. Kräftig registriert, mit Elan und Mut gespielt, macht auch dieses Werk viel Freude beim Hören. Besonders angenehm ist, dass auch kleine Nuancen und Einsätze gut hörbar sind. Trotz großer Klänge und Spielfreude spielt Preston diesen Mozart sehr durchsichtig. Großartig.

Das Adagio und Allegro in f-Moll KV 594 von Mozart beginnt am Anfang mit sehr verhaltenen und fast düsteren Streicherstimmen. Nach und nach entwickeln sich die zarten Klänge zu größerem Volumen, dabei stets durchsichtig, ja fast filigran. Und als es dann endlich zum Allegro kommt, sind die wunderschönen Stimmen und Klangfarben der Westminster Abbey-Orgel eindrucksvoll zu erleben. Nicht spitz und scharf, sondern in einer runden und weichen Helligkeit. Unbeschreiblich schön gespielt und registriert.

Auf der zweiten CD sind dann Werke von Walton, Clark, Händel, Elgar, Vierne, Wagner, Guilmant, Schumann, Karg-Elert und Widor zu hören. Zum Beispiel der "Imperial March" von Elgar oder der "Coronation March" von Walton. Von Guilmant der "Marsch nach einem Thema von Händel" und von Widor die weltbekannte Toccata aus der 5. Sinfonie. Die Orgel der Westminster Abbey kann mit diesen Werken und dieser Auswahl wunderbar brillieren. Ihre Klangschönheit, ihre Klangfarbenreichtum und die hervorragenden technischen Fähigkeiten von Simon Preston werden aufs Schönste dargestellt. Es bleibt die Empfehlung, diese CD zu kaufen und dem eigenen CD-Regal hinzuzufügen. Es lohnt sich.

Daniel Kunert - www.orgel-information.de
Februar 2021 / Mai 2021

Four Christmas Interludes

Komponist: Henrik Ødegaard
Verlag: Cantando

Henrik Ødegaards Interludien entstanden für eine Aufführung einer Weihnachtskantate, die 1999 entstand und ebenfalls im Cantando Verlag erschienen ist. Die Auskoppelung der „Fire jule-interludier“ ermöglicht eine separate Aufführung der Stücke.
Die Titel der vier kurzen Stücke beziehen sich auf Textstellen aus dem Lukasevangelium:

  1. The Angels message (Lk. 1,28)
  2. Mary’s song of praise (Lk. 1,53)
  3. The birth of Jesus (Lk. 2,7)
  4. The shepherd’s praise (Lk. 2,20)

Die Uraufführung fand 1999 an der damals neuen Orgel der Sauherad kirke in Telemark statt. Die Orgel, die Disposition (II/P 17) ist im Vorwort abgedruckt, stand daher auch Pate für die Registrierangaben in der Ausgabe.

Zur Musik: Die Stücke sind keine Weihnachtsmusik im klassischen Sinne, sondern zeichnen sich durch dissonante Harmoniefolgen aus. Im Weihnachtsgottesdienst dürfte das für Verwirrung sorgen. In einem moderierten Adventkonzert oder musikalischen Andacht können die Miniaturen aber durchaus ihren Platz finden. Ganz leicht sind sie zusätzlich auch nicht. Aber, wer nicht wagt, gewinnt auch nicht…..

Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

Orgelwerke Band 11

Komponist: Andreas Willscher
Verlag: Butz

Acht Kompositionen für Orgel manualiter

Wer Willscher kennt, weiß sofort, was er mit diesem neuen Band bekommt. Gut gemachte, leicht bis mittelschwere Gebrauchsmusik im besten Sinne, geeignet für Gottesdienst und konzertante Abwechslungen.

Miniaturen mit Humor, wie „Der Olmützer Kuckuck“ über ein altes Volkslied, Variationssätze über bekannte deutsche Lieder „Jesus, zu dir rufen wir“ oder „Es geht ein dunkle Wolk‘ herein“, und zwei mehrsätzige Sonatinen sind im vorliegenden Band versammelt. Besonders schön: die Daniel Roth gewidmete 8. Sonatine, die mit zarten Klängen und chromatischer Satztechnik an Karg-Elert erinnert.

Alle Stücke sind auf einmanualigen Instrumenten darstellbar, wenn auch grade für die genannte 8. Sonatine zwei getrennte Werke vorteilhaft wären. Ganz in französischer Tradition kann die Mehrzahl der Stücke auch auf einem, nach Möglichkeit französischem, Druckwindharmonium aufgeführt werden. Lohnend nicht nur für Lernende, auch als leichte Kost zwischendurch bestens geeignet.

Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

Orgel-Codas zu den Halleluja-Rufen im Gotteslob

Komponist: Franz Leinhäuser
Verlag: Bärenreiter


Im Zuge der Begleitmaterialien zum mittlerweile nicht mehr ganz neuen Gotteslob, legt der Bärenreiter Verlag in Person von Franz Leinhäuser Orgelcodas zu allen Halleluja-Rufen im Stammteil vor. Dazu kommen noch sechs Codas zu Rufen aus dem Eigenteil des Bistums Trier und sechs Stücke aus dem „alten GL von 1975“ (532, 2-6). Alle Werke sind übersichtlich kurz und leicht realisierbar, kein Stück ist länger als 20 Takte. Stilistisch den jeweiligen Rufen angepasst, gibt es zu jedem Ruf die Möglichkeit zur Auswahl zwischen zwei Modellen, die zwischen figurierten Variationen bis zu Toccatenähnlichen Sätzen reichen. Ein festlicher Abschluss des Hallelujarufes in Gottesdiensten ist damit immer gegeben.

Ein versierter Kirchenmusiker wird das sicher auch schnell selber improvisieren können, für die schnelle Verwendung im Gottesdienst ist der Band aber durchaus sinnvoll, auch für nebenamtliche Kirchenmusiker mit D- oder C- Ausbildung dürften die Bearbeitungen eine gute Hilfe darstellen.
Empfehlenswert.

Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

Module zur Orgelimprovisation im Gottesdienst
Band 4: Barocke Formen der c.f.-Bearbeitung

Autoren: Torsten Laux / Stefan Antweiler
Verlag: Are


„Back to the Roots“ ist das Motto des vierten Teils der Module von Laux und Antweiler, denn die Publikation schließt nahtlos an Band 1 der Handreichung an. Ist der erste Band noch etwas schmal ausgefallen, finden sich hier umfangreiche Anleitungen zur Melodiebearbeitung in barocken Stilen.

Auf Basis von Choralmelodien aus EG und GL bearbeiten die Autoren auf 156 Seiten etwa 100 verschiedene Arten von Improvisationsanleitungen.
Neben dem klassischen vierstimmigen Satz, rhythmisch figurierten Varianten, Solo-Sätze für verschiedene Registermischungen, Ritornelle bis hin zum Triosatz mit c.f. in verschiedenen Stimmen. Wie schon bei den ersten drei Teilen gibt es am Schluss auskomponierte Stücke als Anschauungsmaterial, hier eine „Suite française“ über „Wer nur den lieben Gott lässt walten“.

Natürlich kann man diese umfangreichen Übungsanleitungen nicht ohne weitere Materialien als vollständig bezeichnen, dazu geben die Autoren Hinweise auf weitere Choräle, die sich zur Improvisation in den verschiedenen Stilen eignen. Eine professionelle Anleitung hilft sicherlich, aber auch zum Selbststudium ist dieser Band geeignet, vielleicht sogar besser als die Bände 2+3.

Druck und Aufmachung sind übersichtlich, die Notenbeispiele sind teilweise etwas groß geraten. Die Bindung ist gut, so lässt sich der Band auch gut aufs Pult stellen. Zusammen mit den Bänden 1-3 hat man eine komplette Improvisationsschule, die sehr gut im Orgelunterricht für liturgisches Orgelspiel eingesetzt werden kann.

Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

Adventsmusikk op. 41 for Orgel

Komponist: Robert Coates
Verlag: Cantando


Der britische, in Norwegen tätige Komponist und Organist Robert Coates legt eine festliche Adventmusik für Orgel vor. Das 1994 entstandene und Til Torkil Baden gewidmete Stück verwendet in 72 Takten die Melodien von „O komm, o komm Immanuel“ und „Nun komm, der Heiden Heiland“.

Die Vorliebe des Komponisten für abgelegene Tonarten ist auch in diesem Stück unverkennbar. Gis-Moll und dis-Moll sind die vorherrschenden Tonarten. Die Musik ist festlich, etwas „quartig“ bis konservativ mit einigen dissonanten Akkordfolgen. Sicher keine ganz große Musik.

Die Partitur ist übersichtlich im typischen Cantando-Outfit mit den immer wieder abfärbenden Coverbildern. Ein Vorwort oder Registerhinweise gibt es nicht. Kann man spielen, muss man aber nicht.

Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

German Romantic Composers

Interpret: Marco Limone
Instrument: Orgel von Carlo Vegezzi Bossi in der Basilica of Corpus Domini, Turin
Label: Elegia


Brahms, Karg-Elert, Mendelssohn, Rheinberger, Reger, Schumann.

Nein, ein 16´ Fuss Zungenregister hat die italienische Bossi nicht, dafür aber Tromba (I), sowie Oboe (II). Es ist deshalb umso erstaunlicher, welche tragfähigen Klangflächen der Interpret Marco Limone, Jahrgang 1973, aus diesem spätromantischen Instrument zaubert. Wunderbar passt dazu auch das sorgsam ausgewählte Repertoire, das von Mendelssohn bis Reger einen großen Bogen spannt. Von Reger ist die Improvisation mit Spieldauer über 8 Minuten auch das längste Stück. Ansonsten gibt es sehr viele facettenreichere Stücke mit deutlich kürzerer Spieldauer. Sehr angenehm fallen die Skizzen von R. Schumann (op. 58) aus, ursprünglich für Pedalflügel (!) gedacht, die eine belebende rhythmische Wirkung ausstrahlen. Deutlich intimer und verinnerlichter wirkt die Cantilene von Rheinberger aus Orgelsonate XI. Natürlich darf auch der pompöse Marche Trionfale von Karg-Elert über „Nun danket alle Gott“ op. 65 nicht fehlen.

Schon der eher klassische, aber doch frühromantische Einstieg mit Mendelssohn (op. 37) und später mit Brahms (Herzlich tut mich verlangen) erwies sich als Glücksgriff. Passend zu den weichen und weiten Klängen ist auch das Cover gewählt, welches ein romantisches Landschaftsgemälde von C.D. Friedrich zeigt. Das Booklet ist zweisprachig (Italienisch und Englisch) und die komplette Orgeldisposition der Bossi-Orgel ist hinterlegt. Für Freude (nicht nur deutscher!) romantischer Orgelmusik bietet diese CD einen guten Einstieg sowie eine gelungene repräsentative Auswahl.

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
Januar 2021 / Mai 2021

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Reformation und Romantik – Historische Orgeln in Hessen

Reformation und Romantik? Man mag im ersten Moment stutzen, denn die Romantik ist nun nach allgemeiner Auffassung eine späte Gegenbewegung zur Reformation. Trotzdem hatte die Tonsprache der Romantik natürlich einen erheblichen Einfluss auf die protestantische Kirchenmusik und so fanden dann die ursprünglichen Antipoden zu einer geglückten Synthese, deren Höhepunkt in ...

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„Das erst gibt dem Gold die Farbe“

Nicht alles, was glänzt, ist auch aus Gold, oder doch? Jedenfalls sind die Labien der Prospektpfeifen golden gefasst. Passend zur barocken Raumgestaltung ist auch der Orgelprospekt integriert, der auf der oberen Empore thront. Klais konnte sich hier 2015 in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einem ...

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December 1705
Max Reger - 30 kleine Choralvorspiele op. 135a
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Bruckner: Vier Orchesterstücke für Orgel / Mozart: Symphonie g-Moll, 1. Satz für Orgel zu vier Händen
Die Johann-Ernst-Hähnel-Orgel in Krippehna
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Ludwig Thiele - Orgelwerke Band 3
Die Walcker-Orgel (1962) der Ev. Trinitatiskirche in Berlin-Charlottenburg
Bach spielen auf der Orgel - eine Leidenschaft
Mons Leidvin Takle: Celebration
Mainmixtures - Komponisten in Frankfurt
Giovanni Benedetto Platti - 6 Trio sonatas
Giovanni Battista Pescetti - Complete Keyboard Music
Die Hey-Orgel der St.-Trinitatiskirche Sondershausen

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Sundlisaeter, Ole Karsten - CESIFL für Altblockflöte und Orgel
Takle, Mons Leidvin - Young Spirit
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Laux, Torsten - Andante und Allegro „Freude schöner Götterfunken“ ...
Rinck, Christian Heinrich - Fantasie und Fuge

Bach – Kittel – Rinck. Anders formuliert: Heinrich Christian Rinck (1770-1846) war Enkelschüler Bachs und nicht nur das - man könnte ihn auch als Brückenbauer zwischen spätbarocker Tradition und früher Romantik betrachten. Zusätzlich war Rinck zu einer Zeit tätig, als Orgelmusik aus der Mode kam und ihre Bedeutung stark verloren gegangen war. Nichtsdestotrotz war der “rheinische Bach”, wie Rinck zu Lebzeiten genannt wurde, als Zeitgenosse ...

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Brahms - Variations
J. S. Bach - Sinfonias from Cantatas
Petrali - Organ Music
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Friese - Norddeutsche Orgeln in fünf Generationen
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ASCENDO AD PATREM MEUM
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Kirchenmusik in Arnstadt - Vol. 4 und 5
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Musiktraditionen in der Itzehoer St. Laurentiikirche
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Mons Leidvin Takle - Rumba Toccata
BACH - Organ Landscapes - Dritter Theil der Clavier-Übung

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John Patrick Thomas - To the end of the World
Acht Fugen für Clavier um Johann Sebastian Bach
BACH - Organ Landscapes
Der komponierende Organist um 1700

„Urschweigen starrt ... Es waltet Finsternis ... Da bricht ein Strahl aus zackigem Wolkenriß…“ So beschreibt Hermann Hesse den Beginn des wohl berühmtesten Orgelstücks in seinem Gedicht Zu einer Toccata von Bach. Musikalisch ausgedrückt erklingt ein Mordent, der sich abwärts in eine Tirata entlädt und nach einem kurzen Stopp am Leitton in den Grundton mündet. Jeder, der diese prägnante musikalische Aussage hört, weiß, dass es sich hierbei um „die Toccata von Bach“ handelt.

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Widor & Vierne
Carlo Curley - Inaugural Concert November 30, 1996
The Organ of Today - Festivity

In den letzten Jahren ist immer wieder die Debatte um Orgelmusik in populären Stilen entbrannt. Inzwischen haben sich zahlreiche Autoren an Kompositionen versucht, die sich an stilistischen Mustern aus Jazz und Pop orientieren. Gleichzeitig ist es fast zur Glaubensfrage geworden, ob eine solche Komposition nun „statthaft“ oder eher nicht ernst zu nehmen sei. Dabei ist die ...

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Bach in Lübeck

Eigentlich seltsam, dass Arvid Gast mit dieser Programmidee eine Lücke im derzeitigen CD-Angebot schließt. Denn dass Bach bei Buxtehude war, ist sicher bezeugt, wenn auch keine Einzelheiten bekannt sind. Ob und welche direkten Auswirkungen dieser Besuch auf Orgelwerke Bachs gehabt hat, ist in den letzten beiden Jahrhunderten vielfältig diskutiert worden, aber nach wie vor nur zu vermuten. Gasts Auswahl von evtl. Buxtehude-geprägten Stücken gibt da einen guten Ansatz, den er als ...

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Die Johann-Franz-Kannhäuser-Orgel in Kašperské Hory / Bergreichenstein (CZ)
Die Onofrio-Zefferini-Organ der Badia Fiorentina
Ein feste Burg / In dulci jubilo / Silent Night

Rezensionen zu Werken von Jostein Dalebo und Audun Frode Ringkjob. Orgelmusik für viele Gelegenheiten

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Wiener Orgelmusik um 1600
Best loved Melodies 4
Johann Simon Kreuzpointner: Sieben Orgelstücke in Form von Choralvorspielen zu Liedern aus dem Gotteslob
Robert Coates: Scottish Fantasy op. 58
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine Kleine Nachtmusik - Werke für eine Orgelwalze
Über die Maßen herrlich
Iván Eröd: Fastenmusik - Böjti Zene op. 79
Mendelssohn Bartholdy - Orgeltranskriptionen Band 4
Bernd Richard Deutsch - Toccata octophonica
Gottfried Holzer - Partita "Alles Leben ist dunkel"
Carson Cooman - Expressions for Organ

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Orgeln 2021 & Straße der Backsteingotik 2021

Blickfang für den traditionellen Bildkalender „Orgeln 2021“ ist in diesem Jahr einer der schönsten norddeutschen Renaissance-Prospekte, derjenige der Scherer-Orgel in St. Aegidien in Lübeck von 1625. [...]
Ferner glänzen die wohl bekannten Prospekte der ...

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Intrada

Der Verlag Dr. J. Butz macht, in Person seines Inhabers, seiner Devise, unbekannte und neue, leichte bis mittelschwere Orgelwerke anzubieten, mit vorliegendem Band alle Ehre. Achtzehn, speziell für dieses Album komponierte festliche Präludien, Intraden, Fanfare und Processionals, bieten dem geübten Organisten eine abwechslungsreiche Sammlung, für den C-Organisten eine anspruchsvolle Edition, die das Üben lohnt.

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History Live – Virtuoso organ music from four centuries
Joseph Haas - O Ewigkeit, du Donnerwort
Mal festlich, mal feierlich
Concertino über „Nun danket alle Gott“ für Orgel
Edvard Grieg – Ballade & Geirr Tveitt – Hundrad Hatdingtonar
Zipoli in Diamantia - Complete Organ Works
Musica Baltica 6
Alessandro Scarlatti - Opera omnia per tastiera Vol. V
Sinnbilder im Sakralraum - Die Kirche in Lucklum
Ralph Vaughan Williams - English Folk Song Suite
Richard Strauss - Festmusik der Stadt Wien
Edward Elgar - Pomp and Circumstance March no.6
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Die Wochenlieder zum EG - Band 2

Mit diesem Band ergänzt der Verlag seine zweibändige Ausgabe der Choralvorspiele zu den neuen EG-Wochenliedern, die die leider wenig begründete neue Perikopenordnung samt einer neuen Ordnung der Graduallieder in der EKD hervorgerufen hatte.

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Orgeln 2021

Von vielen Orgelfreunden wird er alljährlich sehnlichst erwartet: Der Orgelkalender aus dem St.-Benno-Verlag. Es gehört schon zur Tradition, ihn für sich selbst oder gute Freunde zu erwerben und Jahr für Jahr ist es eine Freude, die großformatigen Fotografien zu betrachten.

Auch der Kalender für das Jahr 2021 besticht wieder durch ...

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Mallorca Edition
Schöne Orgeln

[...] 38 Orgeln, wirklich schöne Orgeln, werden ausführlich vorgestellt. Dispositionen sind natürlich enthalten, ebenso ein Überblick über die Geschichte und Besonderheiten der jeweiligen Orgel.

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Kleine große Orgelwelt

Man könnte sagen, die Orgelwelt sei eine Welt voller Widersprüche. Es gibt kleine Orgeln mit wenig Registern und riesige Instrumente, die eine schier unüberschaubare Zahl an Registern bieten. Instrumente, die kaum zu sehen sind und andere, die den Blick des Betrachters stundenlang fesseln. Auch Organisten scheinen widersprüchlich zu sein. Zum einen sind es meist ...

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Johann Pachelbel - Complete Organ Works III
Widor - Organ Symphonies 1+2, op. 13
Edvard Grieg - Geirr Tveitt
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Die Riesenorgel im Wiener Stephansdom

Es hat nicht sollen sein, die Wiedereinweihung der Riesenorgel im Wiener Stephansdom zum Wunschtermin am 12. April 2020, dem Ostersonntag, genau 75 Jahre nach ihrer Zerstörung, Corona diktiert auch in Wien die Termine.

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Cabanilles - Keyboard Music Vol. 3
 

Die Wäldner-Orgel im Dom zu Halle

Das Portrait dieses herausragenden Instrumentes begeistert in hohem Maße. Schon die Geschichte dieser ursprünglichen Dominikaner-Kirche von 1280 ist eine ganz besondere durch die Rolle, die Kardinal Albrecht von Brandenburg dort in der Reformationszeit spielte.
[...]
Das Instrument bannt durch die modernsten Klänge seiner Zeit, warm und charakteristisch, eine Meisterleistung der Wäldners wie von Wegscheider.

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Leben und Werk einer Orgelbauerfamilie

“Begegnungen mit Carl Gottlieb Jehmlich und seinen Söhnen” lautet der Untertitel dieses Buches, zusammengetragen, verfasst und herausgegeben von Siegfried Meyer. Und es sind wirklich viele Begegnungen, die der Autor mit der ...

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Grandes Orgues 1710 Chapelle Royale Versailles
65 Jahre Orgelbau Ahrend

Gratulation, Fazit, auch Rechtfertigung und natürlich uneingeschränktes Lob für 65 Jahre engagierten Orgelbau von 1954 bis 2019, Markus Zimmermann tut sich da...

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Zur Orgelmusik Petr Ebens
Die innovative Orgelschule - Band 1-6

Vor mir türmen sich sechs Bände mit eintausendvierhundertzdreiundsiebzig Seiten… - nein, die Rede ist hier nicht von einer neuen Musik-Enzyklopädie, sondern von der neu erschienenen „innovativen Orgelschule“ der Musikpädagogin, Konzertorganistin und Kirchenmusikerin Dr. phil. Andrea Kumpe (Luzern).

Die Autorin selbst bezeichnet ihr umfangreiches Opus als „kurzfristig aufwendig, langfristig nachhaltig“. Dies erhofft man sich als neugieriger ...

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Orgeln und Organisten der St. Martha Kirche zu Nürnberg / Evangelisch-Reformierte St. Martha Kirche Nürnberg
Haydn - Seven last words
Module zur Orgelimprovisation im Gottesdienst - Band 1-3

Der Are Verlag legt ein dreibändiges Werk „Module zur Orgelimprovisation im Gottesdienst“ von Torsten Laux und Stefan Antweiler vor. Die drei Bände beschäftigen sich mit verschiedenen Themen.

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Franz Liszt - Sonate h-Moll
Zur Orgelmusik Petr Ebens
Inaugural Concert – November 30, 1996
Schneeberger Orgel- und Clavierbuch um 1705
Der Klang der Reformation
Pronkjuwelen in Stad en Ommeland

Der Verlag Butz hat die Auslieferung einer Reihe von stattlichen Buch/DVD/CD-Sets übernommen, die ganz verschiedene Orgellandschaften vorstellen. Stellvertretend für diese Reihe sei hier der Prachtband über die Provinz Groningen aus dem Jahr 2009 besprochen.

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J. S. Bach - 7 Toccatas BWV 910-916
César Franck - Sämtliche Orgel- und Harmoniumwerke Band 1
Robert Jones - Verleih uns Frieden / Grant us peace
Timothy Miller - Organ Sonata Nr. 14
Buxtehude-Studien 3
Peter and the Wolf

Prokofievs vielleicht bekanntestes und populärstes Werk möchte Kindern die Instrumente des Symphonieorchesters im Rahmen einer musikalischen Märchenerzählung nahebringen. [...] Dass auch eine Bearbeitung für Orgel entstehen würde, war nur eine Frage der Zeit, denn die verschiedenen Farben der Orchesterinstrumente können auch mit Orgelregistern dargestellt oder zumindest imitiert werden. Bjørn Vidar Ulvedalen gelang es, den Orchesterpart in eine ...

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Beethoven auf der Orgel
Die Wochenlieder zum EG - Band 1
Basiswissen Kirchenmusik

Es ist inzwischen gut zehn Jahre her, dass mit den vier Bänden „Basiswissen Kirchenmusik“ ein umfangreiches und exzellent redigiertes Kompendium für die ökumenische Kirchenmusikausbildung erschienen ist. [...]Der große Erfolg der Edition gibt den Herausgebern Recht und hat nunmehr eine dritte Auflage nötig gemacht.
Schwere theoretische Kost, höchst lesenswert, attraktiv und nah an der Praxis aufbereitet - das ist der rote Faden, der sich durch die ganze Veröffentlichung zieht. Insgesamt 45 Autorinnen und Autoren haben Artikel beigesteuert, die es inhaltlich und sprachlich ausnahmslos ...

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The Nordic Journey Series

Der vorliegende Band enthält acht Werke zeitgenössischer nordischer d.h. dänischer, schwedischer, norwegischer, finnischer und isländischer Komponisten, durchwegs Auftragskompositionen des amerikanischen Organisten Dr. James D. Hicks, eines Freundes des europäischen Nordens und seiner Musik, der ...

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Mechler "Triptychon - Organum"
Sixten, Fredrik "Symphonia Aurora Borealis"

Der 1962 geborene schwedische Komponist Fredrik Sixten wirkte u.a. in Göteborg und in Trondheim. Seit 2014 lebt er freischaffend dank einer wachsenden Anzahl von Kompositionsaufträgen.

»Aurora Borealis« möchte man zunächst wörtlich mit »Nördliche Morgenröte« übersetzen, gemeint ist aber das geheimnisvolle, selten zu sehende Nordlicht. Die Satzbezeichnungen der sechs Sätze kreisen denn auch ...

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Bach spielen auf der Orgel - eine Leidenschaft

Zu der neuen zehnbändigen Breitkopf-Ausgabe der Orgelwerke Bachs erschien nun noch ein Begleitband, in dem Zehnder auf 128 Seiten Aspekte zur Registrierpraxis der Bach-Zeit über spieltechnische Fragen bis hin zu Überlegungen zu Textbezug, Proportionen und Symbolik beleuchtet.

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Miller, Timothy "Suite Jubilaire"

Der Komponist und Kirchenmusiker Timothy Miller, *1957 in England und dort auch ausgebildet, lebt seit 1990 in Norwegen, wo er u.a. in Stavanger tätig war. Folgerichtig erscheinen seine Werke im norwegischen Cantando-Verlag.

Die vorliegende Suite, entstanden auf Anregung des amerikanischen Organisten Carson Cooman, kann man in das Genre „Neue Musik auf historischen Orgeln“ einordnen, denn ...

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Miller, Timothy - Fragments of Luther
Saint-Saens - Poulenc

In der Nacht zum 1. Dezember 2019 starb Mariss Jansons im Alter von 76 Jahren in St. Petersburg im Kreis seiner Familie an den Folgen einer Herzerkrankung. Die Süddeutsche Zeitung titelte in ihrem Feuilleton-Leitartikel: "Die Welt mit Klang umarmen: Der aufrichtigste, integerste, empathischste Dirigent der Welt ist tot." 

Die CD ist eine Live-Aufnahme aus der Philharmonie im Gasteig vom März 2019, die Konzertatmosphäre ist der Aufnahme anzumerken, es knistert vernehmlich.

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Vickery, Justin - Toccata "Spiritus Vitae"
Orgelschule mit Hand und Fuß - Band 1
Feller, Harald - Beethoven-Variationen für Orgel
Strungk / Mohrhardt
Carl Nielsen - The Organ Works
Lieblingsstücke - Folge 6
Meinhold, Wieland - Mecklenburg-Sequenzen
Arp Schnitger Orgel Neuenfelde Vol. 2
Peter Trom und die Orgelpfeifen-Konferenz
César Franck - L'Organiste (Orgelbearbeitung)
Kay Johannsen - Concerto for organ, strings and percussion
Die Wochenlieder zum EG - Choralvorspiele für Orgel - Band 1

Da am 1. Advent 2018 eine neue Perikopenordnung samt einer neuen Ordnung der Graduallieder in der EKD eingeführt wurde, war es (wieder einmal) notwendig, für diese neue Ordnung - nun mit jeweils zwei Liedern für jeden Sonntag bei verschiedenen Änderungen von Gedenktagen sowie der Epiphaniaszeit -  auch eine neue Choralvorspielsammlung zusammenzustellen. Der Tübinger Stiftskantor Ingo Bredenbach (*1959) hat jetzt den ersten Band mit 88 Vorspielen zu den Wochenliedern von Advent bis Pfingsten herausgegeben, der zweite folgt im Frühsommer 2020.

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Musica Baltica 6
Vickery "Ite, missa est. Deo gratias"
Variations on "Veni Creator Spiritus"

Justin Vickery aus Nottingham stammender britischer Organist, der in Norwegen lebt und arbeitet, legt 6 kurze, nicht sonderlich schwere Variationen über das gregorianische „Veni creator Spiritus“ vor, die sich an französischen Versetten und deren typisch klassischen Reistrierungsvorgaben anlehnen.

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Beethoven-Variationen für Orgel
Vickery - Celtic Suite
Mit Bach durchs Jahr
Sigfrid Karg-Elert - Complete Organ Works Vol. 15
Johann-Ernst-Hähnel-Orgel St. Lukas Krippehna
"Denn Silbermann wird aus dem Werck erkennt"

Die Titel gebende Zeile stammt aus dem Weihegedicht zur Crostauer Orgel (1732, II/20), die der Musik und Literatur liebende damalige Besitzer des Rittergutes Crostau in der Oberlausitz Christian Heinrich Graf von Watzdorff gestiftet hatte. Wie bei den ...

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Splendid Silbermann
Orgelschule mit Hand und Fuß
Magnificat & Nunc dimmittis

Timothy Miller, Jahrgang 1957, studierte am King’s College in Cambridge und wanderte 1990 nach Norwegen aus. In seinen Kompositionen ist viel geistliche Musik vertreten.

Sein Magnificat und Nunc dimittis entstand 2017 für den Stavanger Chathedral Girl’s Choir und wurde im Rhamen eines Evensongs in der Winchester Cathedral uraufgeführt.

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Louis Marchand & Jean-Adam Guilain
Hieronymus Praetorius - Motets in 8, 10, 12, 16 & 20 Parts
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Arp Schnitger

Rechtzeitig zum 300. Todestag Arp Schnitgers am 28. Juli 1719 brachte der Freiburger Musikgeschichtler Konrad Küster, breit bekannt geworden  durch seine Veröffentlichungen zur Orgelkultur in den Marschen und zur Musik zur Lutherzeit, seine Schnitger-Monographie mit dem Untertitel Orgelbauer – Klangarchitekt – Vordenker heraus. Erstaunlich bei der Popularität und Bedeutung Schnitgers ist, dass seit Gustav Focks grundlegender Monographie (Kassel 1974) nur ein bedeutender Bildband zu den erhaltenen Orgeln und Prospekten Schnitgers, herausgegeben von Cornelius H. Edskes und Harald Vogel (Bremen 2009), erschienen ist. Insofern war eine neue Biographie überfällig.

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Praeludien zum Weihnachtskreis
Jacques Boyvin
Dieterich Buxtehude - Triosonaten aus den Uppsala Manuscripten
CD Le Grand Siècle de l’Orgue Liégeois
Brahms - Complete Organ Music
Ernst Ludwig Gerber - Choralvorspiele
Manuel Rodrigues Coelho - Flores de Musica 1
Die Orgeln in Hamburg

Bei diesem Orgelinventar handelt es sich um die „Vollständig überarbeitete, aktualisierte und ergänzte Neuausgabe“ des 1997 von Günther Seggermann herausgegebenen Bandes. Alexander Steinhilber und Hans-Jürgen Wulf haben den Bestand durchgesehen, korrigiert und ergänzt, Konrad Küster schrieb eine umfassende Einführung „Orgelbau und Orgelspiel in Hamburg im Wandel der Jahrhunderte“

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Frescobaldi - Orgel- und Clavierwerke IV
Bach - Dritter Theil der Clavier Übung
Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach

Mit „Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach“ ist dieser Band untertitelt, dessen Autor der Gewandhaus-Kontrabassist Dr. Eberhard Spree ist, der damit seine Dissertation vorlegte. Er ging der Frage nach, warum Bach eine „Bergwerksaktie“ besaß und was sie für die Erbteilung bedeutete.

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  Hinter den Kulissen - Die Königin lädt ein

Ein Verlag, dessen Existenz an ein Wunder grenzt und ein wunderliches, wohl einzigartiges Orgelbuch: Jenny Setchell „Hinter den Kulissen – Die Königin lädt ein – Tatsachen und Turbulenzen aus der Orgelwelt“

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Das Mannheimer Wunderwerk

Leider hat die ideologische Sicht der „Orgelbewegung“ spätromantische orchestrale Orgeln geradezu „verteufelt“. (Orgelfabrik…) [...]
Im Aufsatz von C. Ferrulli erfahren wir die ausführliche Historie von Steinmeyers Opus 1.100 aus 1911 in der Christus-Kirche in Mannheim. Diese monumentale Ausnahme- und Prachtorgel erfährt heutzutage wieder ...

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William Byrd - Orgel- und Clavierwerke

Mit seiner Edition von 15 Kompositionen rückt Desmond Hunter den englischen Virginalisten William Byrd (1544 – 1623) wieder einmal ins Rampenlicht. Die 3 Preludes, 5 Fantasien ...

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