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Orgelbau Schulte

Die Geschichte der Orgelbaufirma Schulte
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Die Geschichte der Orgelbaufirma Schulte

Siegfried Schulte entschied sich als 15jähriger zu einer Lehre als Orgel – und Harmoniumbauer bei der Kölner Orgelbaufirma Willi Peter.

Aufgrund der großflächigen Zerstörungen des Krieges herrschte im Orgelbau um 1960 herum rege Aktivität. Die Firma Peter etablierte sich seinerzeit nicht nur bundesweit, sondern auch mit internationalen Großprojekten. So wurde auch Siegfried Schulte immer mehr in diese Projekte involviert und arbeitete teils maßgeblich an vielen großen Orgelbauten mit und avancierte mit den Jahren zu einem der wichtigsten Mitarbeiter des Betriebes.

Aufgrund einer wachsenden Diskrepanz in grundsätzlichen Prinzipien in Sachen des Orgelbaus und einer schon über längere Jahre dauernden betrieblichen Rezession schloss Siegfried Schulte 25 Jahre später eine weitreichende Entscheidung. Nach Absolvierung der Meisterprüfung machte er sich 1978 selbstständig und eröffnete wenig später in Kürten - Herweg seine eigene Firma.

Die erste Zeit war geprägt von großem improvisatorischen Geschick. Als Werkstatt dienten die am damaligen Wohnhaus angebauten ausgedienten Stallungen. Siegfried Schulte drängte mit neuen Ideen auf den Markt. Eine davon war die „Wandschmuckorgel“. Das Konzept basierte auf dem Gedanken, eine Orgel für „Jedermann“ zu entwickeln, die sowohl musikalisch als auch vom Design her für Privatkunden attraktiv sein sollte.
Einige Ideen dieser dekorativ arrangierten, an Wänden montierten und funktionsfähigen Orgelpfeifen wurden bei einigen Projekten, vor allem bei exklusiven Hausorgeln, verwirklicht.

Es zeigte sich schon sehr bald nach dem Bau der ersten größeren Kirchenorgel (Grunewald, Ende 1978), dass die junge Firma Orgelbau Schulte zu einer ernsthaften Alternative beim Bau von Kirchenorgeln wurde. Die Qualität der Arbeit überzeugte. Weitere Aufträge folgten und bereits 1979 bezog Siegfried Schulte seine erste Werkstätte in Odenthal-Scheuren.

In den folgenden Jahren erfährt die Firma ein stetiges Wachstum. Orgel um Orgel wird gebaut, Orgelbau Siegfried Schulte wächst zur festen Größe im Bergischen Land, das Renommee steigt mit jedem Neubau.

1986 erfolgte ein Umzug der Werkstatt nach Kürten-Bechen. In diesen Räumen entstand u.a. das opus maximum des Betriebes (Köln-Porz, Kath. Kirche St. Josef, III Manuale / 43 Register).

Schon seit längerer Zeit hatte sich der Sohn von Siegfried Schulte, Oliver Schulte, entschlossen, seinem Vater nachzueifern und den Betrieb weiterzuführen. Das war für Siegfried Schulte der Stein des Anstoßes, die mittlerweile zu klein gewordenen Arbeitsräume in Kürten - Bechen aufzugeben und eine eigene Werkstätte in Kürten - Herweg zu errichten. 1997 begann Oliver Schulte die Lehre im väterlichen Betrieb und in diesem Jahr wurde auch die neue Werkstatt errichtet.

In den folgenden Jahren bekommt die gesamte Orgelbaubranche die Sparmaßnahmen der Kirche immer heftiger zu spüren. Trotzdem gelingt Orgelbau Schulte das, was vielen Orgelbaufirmen schon seit längerer Zeit verwehrt bleibt: jedes Jahr einen Neubau, 2003 sogar die in Fachkreisen gelobte Restaurierung einer der ersten Orgeln der Firma Joh. Klais / Bonn.

Beeinflusst wurde dieses Projekt in nicht geringem Maße von Oliver Schulte, der 2000 seine Lehre abgeschlossen hatte und 2001 ein Jahr bei der vor allem in restauratorischen Belangen hoch angesehenen Firma Vier im Schwarzwald wertvolle Einblicke in die Theorie und Praxis der Restaurierung historischer Instrumente erlangen konnte.

Seit Anfang 2006 ist Oliver Schulte Inhaber des Unternehmens und mit dem Erwerb des mittlerweile nicht mehr zwingend erforderlichen Meistertitels und des Titels als Gepr. Betriebswirt HWK sowohl fachlich als auch unternehmerisch für die Zukunft gerüstet.

Der Strukturwandel des deutschen Orgelbaus machte jedoch auch vor Orgelbau Schulte nicht Halt. Ein geplatzter, bereits im Bau befindlicher Großauftrag stürzte Orgelbau Schulte 2008 in eine schwere Krise.

Tiefgreifende Änderungen in der Unternehmensstruktur waren die Folge. Der schwere, aber notwendige Restrukturierungsprozess war zwingend erforderlich, um das Unternehmen für die geänderten Ansprüche der Zukunft zu wappnen. Der lange Zeit fast ausschließliche Schwerpunkt Orgelneubauten war deutschlandweit drastisch gesunken. Doch mit der englisch-romantischen Orgel zu Bonn-Limperich ist ein Projekt gelungen, dass nicht nur den neuen Schwerpunkt definiert hat, sondern auch den Namen Schulte mit einem Schlag bundesweit ins Gespräch gebracht hat.

Konsolidiert wurde dieser Trend mit der Restaurierung der historischen amerikanischen Steere&Turner-Orgel von 1869 für die Gemeinde "St. Maternus" in Köln-Rodenkirchen.

Innerhalb weniger Jahre hat sich viel geändert. Was sich nicht geändert hat, ist der hohe Anspruch an Qualität, die Suche nach neuen Lösungen für alte Probleme und der freundliche und ehrliche Umgang mit Kunden. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk nach England, Irland und den USA entwickelt, nicht zuletzt auf Grund der aktiven Präsenz in Sozialen Medien.

Der Orgelbau befindet sich in einer schwierigen Phase. Strukturen ändern sich, Schwerpunkte werden neu gesetzt. Darauf muss sich der deutsche Orgelbau einstellen und sich selbstkritisch diesen Herausforderungen stellen.

Über 30 Jahre lag unser Kerngeschäft im Bau von neuen Orgeln für kleinere und mittlere Kirchengemeinden. Doch genau diese Gemeinden leiden am stärksten unter den bereits seit Jahren andauernden Sparzwängen. An neue Orgeln ist kaum zu denken. Dabei besteht oftmals immer noch Bedarf! Also bedeutet das für uns, nach Konzepten und Lösungen zu suchen, die diesen Umständen gerecht werden, als auch die Bereitschaft, seinen Blick zu öffnen und nicht in alten Denkmustern zu erstarren.
Konkret heißt dies vor allem den weiteren Ausbau unseres Konzeptes, mit Instrumenten aus dem anglo-amerikanischen Raum Gemeinden eine kostengünstige Lösung zu präsentieren, die sich künstlerisch und technisch durchaus mit einem Orgelneubau messen lässt. Auf Grund des schwindenden Marktes müssen dabei auch regionale Grenzen überwunden werden.

Gerade in dunklen Zeiten strahlen lichte Momente um so heller.
Und es ist unser Ziel, diese Momente zu erlangen!

Auf dem Weg dorthin müssen wir uns dessen bewusst sein, was unsere größte Ehre,
aber auch größte Verantwortung bedeutet:

Die Orgel überdauert Jahrhunderte.

Arbeitsfelder

Unsere Hauptarbeitsfelder Neubau, Restaurierung und Umbau werden ergänzt durch weitere Leistungen, angefangen von der Pflege über den Bestandsschutz bis hin zur Erstellung von Expertisen. Auch bei kleineren Maßnahmen sind Ihre Instrumente bei uns in guten Händen.

Wartung: 
Über 100 Instrumente werden von uns jährlich gewartet, von der Übeorgel mit 2 Registern bis hin zu 4-manualigen Instrumenten. Wir orientieren uns dabei an den Richtlinien des Erzbistums Köln, dass eine jährliche Wartung + Teilstimmung (Stimmung der Zungen, Gedeckten und einzelner Labialregister) und alle 4-5 Jahre eine Wartung + Hauptstimmung (Komplette Stimmung aller Register inkl. Korrigieren der Temperatur) vorschlägt.

Reinigung:
Ungefähr alle 15 Jahre sollte eine Orgel gereinigt werden - Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
Bei einer Reinigung wird das gesamte Pfeifenwerk ausgebaut, gesäubert und gerichtet. Die Orgel selbst wird ebenfalls feucht gereinigt und technisch überholt. Nach dem Wiedereinbau des Pfeifenwerks werden Intonationsmängel ausgeglichen (Nachintonation).

Bauschutz:
Steht die Sanierung des Kirchenraumes an, muss auch die Orgel entsprechend geschützt werden. Der Umfang des Schutzes orientiert sich an den Renovierungsmaßnahmen. Bei kleineren Malerarbeiten reicht ein Einpacken mit Baufolie. Bei einer umfangreicheren, oft mehrere Monate dauernden Renovierung wird die Orgel nicht nur mit Folie verpackt, sondern darüber hinaus mit einem Lattengerüst versehen und mit stabilen Platten eingehaust.
Im Extremfall wird die Orgel abgetragen und in unserer Werkstatt für die Dauer der Arbeiten eingelagert.

Setzereinbau:
Viele ältere Instrumente z.B. der Nachkriegszeit sind auf Grund guter Substanz und Pflege noch in einem technisch und musikalisch gutem Zustand. Allerdings erlaubte die damalige Technik noch keine adäquate Setzerlösung. An einem 3-manualigen Instrument mit zwei freien Kombinationen wird früher oder später der Wunsch nach einer Setzeranlage aufkommen.
Hier gilt es, nicht nur moderne Technik mit der teilweise deutlichen älteren Substanz zu kombinieren, sondern auch eine ästhetisch vertretbare Lösung zum Einbau der Steuerung zu finden. Diese ist von Instrument zu Instrument unterschiedlich, sollte sich jedoch möglichst unauffällig und nahtlos in das Instrument eingliedern.
Die Möglichkeiten eines modernen Setzers sind mitterweile grenzenlos. Von der klassischen Taster-Steuerung "A-H, 1-8" bis hin zur Touchpad-Lösung mit Speichermöglichkeiten auf externe Datenträger ist alles denkbar.

Schädlingsbekämpfung:
"Anobia punctatum", besser unter dem Namen Holzwurm bekannt, ist ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse. Er wirkt sich über die Zeit destruktiv auf den Holzbestand aus und ist nur mit größerem Aufwand dauerhaft und wirkungsvoll zu bekämpfen.
Die auszuführenden Maßnahmen müssen von Fall zu Fall entschieden werden. Dabei ist zwischen Bekämpfung und Schutz zu unterscheiden.

Schimmelpilzbeseitung:
Ein Phänomen, womit wir in den letzten Jahren verstärkt konfrontiert werden ist der Befall von Schimmelpilzen an Holz- und Lederteilen in Orgeln.

Die Ursachen des Befalls sind vielfältig. Zum Einen sind die Kirchräume an den neuralgischen Stellen Fenster und Dach immer besser isoliert. Dies ist energetisch natürlich absolut sinnvoll, allerdings ist der Luft- und somit Feuchtigkeitstransfer mit der Aussenluft generell nicht mehr gegeben.
Des Weiteren sinkt allgemein die Anzahl der Gottesdienste. Der Kirchraum wird in vielen Fällen ein bis zwei Mal in der Woche schnell aufgeheizt, die Gottesdienstbesucher befeuchten das Raumklima, nach der Messe wird meist nicht gelüftet.

All dies zusammen mit dem sowieso räumlich abgetrennten Orgelinneren bietet eine gute Grundlage für den Schimmelwuchs. Bereits bei einer relativen Luftfeuchte ab 60% beginnt sich Schimmelpilz "wohlzufühlen".

Die Gefahren des Schimmelpilzes liegen sowohl in gesundheitlichen Schäden als auch in der Beschädigung der Technik (Kernspalten von Holzpfeifen "pilzen" zu, Leimfugen gehen auf etc.).

Expertisen-Erstellung:
Bevor ein Projekt an einer bestehenden Orgel - sei es Restaurierung oder Restrukturierung - in Angriff genommen wird, muss die zu Grunde liegende Situation zuerst einmal erörtert werden.

Dies geschieht in Form einer ausführlichen Expertise.
Vollständigkeit, Verständlichkeit und Sachlichkeit sind die Kriterien unserer meist mehrere Dutzend Seiten umfassenden Expertisen. Diese gliedern sich logisch auf: Vorgeschichte, Bestandsaufnahme, Bewertung der Substanz, Maßnahmenkatalog.

Somit sind sowohl orgelbautechnische Laien als auch die begleitenden Gremien in der Lage, Situationen einschätzen zu können und realistische Vorschläge für auszuführende Maßnahmen an der Hand zu haben.

Kontakt

Orgelbau Schulte

Inhaber / Proprietor:
OBM Oliver Schulte (Member of BDO, GDO, ISO, Rotary RC Leverkusen)

Adresse: 
Cliev 14
51515 Kürten

Telefon +49 - (0) 2207 - 910 485
Telefax +49 - (0) 2207 - 910 487
Mobil +49 - (0) 178 - 76 00 112

Mail: info@orgelbau-schulte.de

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Vielen Dank.

mit freundlicher Genehmigung von Oliver Schulte
OI-B-S-11
weiterführende Links:

Webseite Orgelbau Schulte