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Zweite Auflage des Festivals „Bach & now!
„Agathenburger Bachtage“ vom 23. bis 26. April 2026
Nach der erfolgreichen Premiere 2025 mit knapp 1000 Besucherinnen und Besuchern kehrt das Festival „Bach & now! – Agathenburger Bachtage" vom 23. bis 26. April 2026 mit einem Programm zurück, das drei bedeutende Komponistenjubiläen ins Zentrum rückt: Der 20. Todestag von Galina Ustwolskaja, der 80. Geburtstag von Pēteris Vasks und der 100. Geburtstag von György Kurtág werden mit Schlüsselwerken gewürdigt, die in einen vielschichtigen Dialog mit Johann Sebastian Bach treten.
Spurensuche: Eröffnung mit dem Minguet Quartett und „Die Kunst der Fuge"
Das international renommierte Minguet Quartett eröffnet das Festival am 23. April mit einem Programm, das Contrapuncti aus Bachs „Kunst der Fuge" mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts verwebt. Dabei rücken die beiden Jubilare Pēteris Vasks (80. Geburtstag am 16. April 2026) und György Kurtág (100. Geburtstag am 19. Februar 2026) ins Zentrum: Vasks' 4. Streichquartett mit seiner meditativen Klangspracheund Kurtágs „Officium breve in memoriam Andreae Servánszky" – ein Werk von asketischer Strenge und seelischer Intensität – treten in einen Dialog mit Bachs polyphoner Meisterschaft. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Erwin Schulhoff, Arnold Schönberg, Gustav Mahler, Dmitri Schostakowitsch und Arvo Pärt.
Angela Hewitt: Bach pur
Am Freitagabend, 24. April, präsentiert die kanadische Pianistin Angela Hewitt ein reines Bach-Programm. Hewitt, deren Einspielungen der Goldberg-Variationen und des Wohltemperierten Klaviers zu den maßgeblichen Referenzaufnahmen gehören, hat mit ihrer transparenten, gesanglichen Spielweise das Bach-Repertoire am Konzertflügel nachhaltig geprägt. Ihr Rezital im Pferdestall von Schloss Agathenburg verspricht einen Abend von konzentrierter pianistischer Meisterschaft.
Xiaoyong Chen: Composer in Residence 2026
Der chinesische Komponist Xiaoyong Chen, Schüler György Ligetis und langjähriger Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wurde beauftragt, für das Festival ein Werk für Klavier, Streichorchester und Pauken zu komponieren. Die Uraufführung findet am Samstagabend, 25. April, im Konzert mit der Kammersymphonie Berlin statt. Chens kompositorischer Ansatz – die Faszination für die Entstehung einzelner Töne und das Entdecken verborgener Klangmöglichkeiten – verspricht eine zeitgenössische Perspektive auf Bachs musikalische Architektur.
Galina Ustwolskaja: 20. Todestag
Das Konzert mit der Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns und Pianistin Alexandra Sostmann am 25. April würdigt den 20. Todestag von Galina Ustwolskaja (1919–2006). Ihr kompromissloses „Konzert für Klavier, Streichorchester und Timpani" – ein Werk von extremer Intensität und spiritueller Radikalität – bildet den Abschluss des Programms. Ustwolskaja schuf einen radikal eigenständigen Stil, der weit über die Einflüsse ihres Lehrers Dmitri Schostakowitsch hinausweist. Ihr OEuvre von etwa 25 Werken gilt heute als einzigartiger Beitrag zur Musik des 20. Jahrhunderts. Das Programm ergänzen Werke von Szymon Laks und Tadeusz Kassern sowie Bachs Meditationen, die das Konzert unter dem Titel „Aus dem Dunkel ans Licht" rahmen.
György Kurtág: 100. Geburtstag
Das Abschlusskonzert am 26. April um 19 Uhr stellt György Kurtág in den Mittelpunkt. Das Duo Villarceaux (Alexandra Sostmann und Judith Mosch) präsentiert Kurtágs Choralbearbeitungen nach Johann Sebastian Bach – darunter „Alle Menschen müssen sterben", „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" und „Aus tiefer Not schrei ich zu dir". Diese Miniaturen von konzentrierter Kürze und emotionaler Tiefe demonstrieren Kurtágs charakteristische Ästhetik: Jede Note besitzt seelische Intensität, jede Geste wird zum Ausdruck von Erinnerung und Menschlichkeit. Kurtág, dessen kompositorische Ethik auf Wahrhaftigkeit und der Bedeutung von Stille basiert, gilt als einer der letzten lebenden Repräsentanten jener europäischen Moderne, die sich gegen Oberflächlichkeit stellt. Neben Reinhard Febels Choralbearbeitungen und einer Uraufführung von Apollonio Maiello sowie zwei neuen Kompositionen des iranischen Komponisten Rouzbeh Rafie erklingt Strawinskys „Le Sacre du Printemps" in der vierhändigen Fassung des Komponisten. Das Duo Villarceaux, das 2026 zudem sein 30-jähriges Jubiläum feiert, ist bekannt für seine archaisch-kraftvollen Interpretationen.
The Gesualdo Six: Lux Aeterna
Am Sonntagnachmittag, 26. April, gastiert das britische Vokalensemble The Gesualdo Six in der Kirche St. Mauritius zu Hollern mit dem Programm „Lux Aeterna". Das von Owain Park geleitete Sextett, bekannt für makellose Klangkultur und programmatische Fantasie, präsentiert geistliche Musik aus verschiedenen Jahrhunderten – von Purcell, Byrd und Gesualdo bis zu Arvo Pärt und John Tavener. Die neue Spielstätte in Hollern mit ihrer historischen Arp-Schnitger-Orgel erweitert den geografischen Radius des Festivals und bietet mit ihrer Akustik den idealen Rahmen für die Stimmen des Ensembles.
Rahmenprogramm: Workshops, Vorträge und Klanginstallation
Das Festival bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm: Workshops für Kinder in Kooperation mit dem Master-Studiengang „MusikPlus" der Musikhochschule Lübeck mit mitsamt einem Abschlusskonzert mit Kika-Star Juri Tetzlaff, Orgelführungen zu den historischen Arp-Schnitger-Orgeln in Hollern und Steinkirchen, einen Workshop zum Orgelbau mit Annegret Schönbeck von der Orgelakademie Stade sowie eine Podiumsdiskussion über Bachs „Kunst der Fuge" mit Dr. Meinolf Brüser, Prof. Dr. Michael Maul und weiteren Experten. Elena Khurgina präsentiert ein Lecture Recital zur Geschichte des Cembalos, und Prof. Dr. Michael Maul liest aus seinem mit dem Gleim-Literaturpreis 2025 ausgezeichneten Buch „Wie wunderbar sind deine Werke".
Eine besondere atmosphärische Komponente bildet die Klanginstallation „LBDB – Vom Urknall bis zum Tod der Sonne" von Rouzbeh Rafie, die während des gesamten Festivals im historischen Eiskeller von Schloss Agathenburg erlebt werden kann.
Alexandra Sostmann, Festivalleiterin Alexandra Sostmann ist eine international gefeierte Pianistin und gilt als eine der profiliertesten Bach-Interpretinnen unserer Zeit. Mit ihrem unverwechselbar klaren Anschlag, ihrer stilistischen Vielseitigkeit und einer tief durchdachten Musikalität begeistert sie Publikum und Fachkritik gleichermaßen. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit und mehrfach ausgezeichneten CD-Aufnahmen prägt sie als Steinway Artist die Klassikszene mit künstlerischer Exzellenz und Innovationskraft. 2026 übernimmt Sostmann erneut eine Doppelrolle beim Festival „Bach & now! – Agathenburger Bachtage“: als brillante Pianistin auf der Bühne und als künstlerische Leiterin, die mit visionären Programmen Barock und Gegenwart in inspirierende Dialoge bringt. |
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Pressemitteilung Kulturstiftung Schloss Agathenburg, 15.01.2026
Foto: Manfred Wigger
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