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- Startseite - Neuigkeiten / News 2026 - Ostönner Orgelsommer - Konzert am 29. August 2026

Ostönner Orgelsommer
am 29. August mit dem Solisten Benjamin Steens

„Ein Europa in Bewegung“, so könnte man das schöne Programm von Steens gut bezeichnen, meint der Ostönner Titular-Organist Léon Berben. Er freut sich als künstlerischer Leiter der Reihe dass auch dieses Jahr die Konzerte gut besucht sind und das Programm sehr geschätzt wird.

„Steens hat für das Ostönner Publikum ein wirklich tolles Programm im Gepäck“, so Berben  Es erklingen Werke von Cornet, van den Kerckhoven, De Macque, Frescobaldi und Philips: teilweise Musik die noch nicht in Ostönnen zu hören war.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verwandelte der Hof der Erzherzöge Albrecht und Isabella Brüssel in eines der glanzvollsten Kunstzentren Europas. Diplomaten, Maler, Architekten und Musiker strömten dorthin, angezogen von der Förderung der Herrscher. Zur selben Zeit, als Rubens aus Italien zurückkehrte, um Hofmaler zu werden, verbrachte der junge römische Organist Frescobaldi mehrere Monate in den südlichen Niederlanden. Er entdeckte die außergewöhnliche Musiktradition der Niederlande, während die Hofmusiker die neuen Klänge aus Italien wahrnahmen.

Keine Quelle belegt ein Treffen zwischen Frescobaldi und Cornet, dem Organisten der Erzherzöge. Doch alles deutet darauf hin, dass dieser Dialog stattfand. Beide gehörten derselben Welt an, der Welt der großen fürstlichen Kapellen. Einerseits entwickelte Frescobaldi eine Tonsprache, in der Freiheit, Virtuosität und Ausdruckskraft den Barock vorwegnahmen; andererseits erweiterte Cornet die große flämische Kontrapunkttradition und integrierte italienische Einflüsse.

Um diese beiden Persönlichkeiten scharten sich weitere Erforscher europäischer Musik: Giovanni de Macque mit kühnen Harmonien; Peter Philips, ein im Exil lebender Engländer, der die Niederlande zu seiner Heimat machte; und Abraham van den Kerckhoven, Erbe dieser brillanten Brüsseler Schule. Sie alle zeugen von einer Ära, in der der künstlerische Austausch große Bedeutung hatte. Ein Europa in Bewegung.

Steens wurde in Bonheiden (Belgien) geboren und studierte Musikwissenschaft an der Universität Löwen sowie an der Universität Paris IV Sorbonne, wo er 1994 seinen Masterabschluss erwarb. Nach seinem Studium in der Klasse von Houbart (Orléans) erhielt er 1999 seinen Ersten Preis für Generalbass in der Klasse von Béatrice Berstel am CNSM in Paris.Steens erhielt dort 2000 sein „Diplôme Supérieur de Formation d’Orgue“ in der Klasse von Bouvard und Latry sowie das Cembalo-Diplom in der Klasse von Baumont, 2003. Er ist Titularorganist der großen Cattiaux-Orgel in der Basilika Saint-Remi in Reims. Außerdem ist er Dozent für Alte Musik am CRR in Reims und Dozent für Clavichord am MIMA Pianoforte der Sorbonne. Seit September 2020 ist er Dozent und Leiter der Abteilung „Historische Tasteninstrumente“ an der Académie Supérieure de Musique in Straßburg. Seine Diskografie umfasst mehrere CDs, die für das Label Epr-classic aufgenommen wurden. Seine Aufnahmen fanden großen Anklang beim Publikum und wurden von der internationalen Kritik hoch gelobt.

Es verspricht wiederum ein abwechslungsreiches und schönes Konzert zu werden. Herzliche Einladung! Anfang 17:00 Uhr in der St. Andreas-Kirche zu Ostönnen/Soest. Eintritt frei, es wird am Ausgang um eine angemessene Spende gebeten.

Pressemeldung L. Berben, 11.08.2026
weiterführende Links:

Die Orgel in St. Andreas Soest-Ostönnen